Pecco Bagnaia: «Ich bin nicht der Typ, der so etwas in die Kamera sagt»
MotoGP-Ass Pecco Bagnaia (Ducati) arbeitete in den letzten Wochen intensiv daran, sich von seiner «Armpump»-Operation zu erholen. Wie es ihm geht und was es in Silverstone braucht, um zu gewinnen.
Ducati-Lenovo-Pilot Pecco Bagnaia hatte in der MotoGP-Sommerpause wenig Zeit, um Urlaub zu machen. Er musste sich direkt nach dem Sachsenring-Wochenende am 15. Juli einer geplanten Operation am rechten Unterarm unterziehen. Sein Fokus lag deshalb darauf, sich so rasch als möglich vom Eingriff zu erholen.
Dass der zweifache MotoGP-Weltmeister am sogenannten Kompartmentsyndrom (Armpump) litt, war für viele überraschend. «Ich bin nicht der Typ, der so etwas in die Kamera sagt», schmunzelte Bagnaia. «Ich hatte in meiner Karriere noch nie Probleme mit meinen Armen. In diesem Jahr hatte ich auf dem Motorrad aber einige Schwierigkeiten, weshalb es notwendig wurde.» Zu welchem Zeitpunkt war ihm klar, dass eine Operation unausweichlich ist? «Die Probleme begannen in Jerez. Wir konnten keine Lösung dafür finden und es wurde dann immer schlimmer.»
Bagnaia hatte früher nie Probleme mit «Armpump» – erst in diesem Jahr. «Es hängt mit dem Motorrad zusammen», meinte der 29-Jährige zurückhaltend, ohne näher darauf einzugehen.
Intensives Training nach der Operation
Aufgrund der Operation konnte der Ducati-Pilot die knapp vierwöchige Pause nicht so gestalten, wie er es gerne gehabt hätte. «Es war keine einfache Sommerpause. Ich musste viel an meinem Arm arbeiten. Ich hatte nur vier Ruhetage, das Training danach war sehr intensiv. Ich denke aber, dass wir gut gearbeitet haben und wir nahezu bereit sind», gab der Italiener am Donnerstag vor dem Rennwochenende auf dem Silverstone Circuit ein Update zu seiner körperlichen Verfassung. «Wir müssen sehen, wie es läuft. Es ist ein schwieriger Kurs, aber zugleich eine meiner Lieblingsstrecken. Ich weiß, wie wichtig hier das richtige Setup ist. Der Grip am Hinterrad ist das größte Problem in dieser Saison. Wir müssen daran arbeiten und hoffen, dass Ducati während der Sommerpause etwas gefunden hat, um meine Situation zu verbessern.»
In Silverstone gab es in den letzten elf Grands Prix elf verschiedene Sieger – Bagnaia gewann das Sonntagsrennen im Jahr 2022. Weshalb gibt es auf der langen und schnellen Strecke keinen dominierenden Fahrer? «Das ist eine gute Frage. Was ich aber aus der Vergangenheit weiß – als ich gewonnen habe, war ich nicht der Schnellste. Ich habe abgewartet. Auf dieser Strecke ist Abwarten gut, weil du dann weniger Reifenverschleiß hast und den Windschatten der Fahrer vor dir nutzen kannst. Du musst deinen Speed halten und den Fahrern vor dir folgen», grübelte Bagnaia. «2024 war ich sehr stark, ich fuhr das halbe Rennen an der Spitze. Dann überholte mich Jorge, er lag acht Runden lang vorne – doch dann gewann Enea (Bastianini). Er lag das gesamte Rennen hinter uns. 2022, als ich siegte, lag ich das gesamte Rennen auf Platz 4 oder 5. Dann konnte ich mich Runde um Runde nach vorne arbeiten und ich überholte Rins. Ich wollte dann aber nicht davonfahren, sondern ruhig bleiben. Der Reifenverschleiß macht hier einen großen Unterschied. Du musst geduldig sein.»
Bagnaia: «Nach zwei Runden habe ich abgebrochen»
In der Sommerpause absolvierte Bagnaia mit den Kollegen der VR46 Academy Trainings in Misano. Er war dort mit der Ducati Panigale unterwegs. «Ich hatte zwei Sessions. In der ersten war ich nicht dazu in der Lage, zu fahren – nach zwei Runden habe ich abgebrochen», berichtete der Italiener. «In der zweiten bin ich 30 Runden gefahren und es war etwas besser. Das war vor zehn Tagen. Ich hoffe, dass es jetzt noch besser ist. Ein MotoGP-Bike zu fahren ist komplett anders als eine Panigale. Ich muss aber dazu sagen, dass die Panigale auf der Bremse schwieriger zu handhaben ist, weil du mehr Kraft benötigst. Vielleicht werde ich hier zu Beginn Schmerztabletten nehmen.»
WM-Titel derzeit kein Thema
In der Gesamtwertung liegt Bagnaia derzeit auf Rang 8. Auf WM-Leader Jorge Martin (Aprilia) hat er «nur» 65 Punkte Rückstand, womit er durchaus noch gute Chancen auf den Titel hat. «Momentan denke ich nicht über den Titelgewinn nach», winkte er ab. «Ich habe immer noch nicht den Speed, auch das richtige Gefühl geht mir noch ab. Ich gehe es Rennen für Rennen an und versuche, meine Situation zu verbessern. Die Chance auf die Top-5 ist da – das ist momentan auch das Ziel. Für den Fall, dass ich mich verbessern und ich jedes Rennwochenende um das Podium kämpfen kann, dann ja.»
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