David Coulthard gibt Max Verstappen Recht: «Reglement 2026 wie Dampfwalze»
Max Verstappen hat schon vor Jahren davor gewarnt, dass das Reglement 2026 zu erheblichen Problemen in Sachen Energie-Management führen würde. David Coulthard nimmt die FIA in die Pflicht.
Der vierfache Formel-1-Weltmeister Max Verstappen hat am Hungaroring wiederholt: «Als vor Jahren über die Motoren-Generation 2026 gesprochen wurde, habe ich früh davor gewarnt, dass sie zu erheblichen Schwierigkeiten punkto Energie-Management führen würde.» Der Niederländer ist der Ansicht: Das ist auf taube Ohren gestossen.
Verstappen vertiefte: «Das komplexe Energie-Management bedeutet, dass wir beispielsweise in Spa mit einer Motorleistung herumfahren, die einfach nicht Formel-1-würdig ist. Als vor Jahren von diesen neuen Regeln gesprochen wurde, da habe ich genau vor solchen Zusammenhängen gewarnt, also dass den Autos in gewissen Passagen der elektrische Saft ausgehen würde.»
«Als ich das im ersten Teil der WM meine Kritik wiederholte, da hiess es bald – ach, der jammert immer nur herum, und das nur weil sein Auto nicht schnell ist, der soll doch die Klappe halten. Aber ich spüre, wie mehr und mehr Leute zur gleichen Einsicht kommen wir ich, und so langsam verstehen die Menschen, dass ich nicht das Wort ergriffen habe, weil ich nicht mehr siege, sondern weil mir das Produkt Formel 1 wirklich wichtig ist.»
Mit seiner Ansicht steht Max nicht alleine da. Denn der langjährige Formel-1-Fahrer David Coulthard sagt im Podacast Up to Speed: «Was ich etwas enttäuschend finde – die neuen Regeln kamen doch wie eine Dampfwalze auf uns zu, und darauf gab es so gut wie keine Reaktion.»
«Das erinnert man an eine Szene aus einem Slapstick-Film, in welcher die Walze heranrollt, ein Mann steht im Weg und sagt: ‚Oh, ich werde überrollt.‘ Und dann, in der nächsten Szene, schaut er auf seine Uhr und sagt: ‚Oh, ich werde überrollt.‘»
«Die Regeln nahten also, gleichzeitig warnten Fahrer und Ingenieure: ‚Hört mal, das wird nicht gut.‘ Aber von den Anderen kam so gut wie nichts. Dann reisen wir 2026 nach Melbourne und stellen fest: ‚Oh, die Autos verzögern, wenn sie auf bestimmte Kurven zufahren.‘ Ja klar, weil die Fahrer Energie sammeln mussten.»
«Ich habe hier das Gefühl, dass wir das alles kommen sahen, aber niemand wirklich zugehört hat, und die Tatsache, dass dann auf die Realität reagiert werden musste, und das in einem Sport, der doch bis zum Exzess alles und jedes simuliert, das fand ich ein bisschen enttäuschend, und das muss wirklich der FIA angelastet werden.»
«Ich weiss, beim Autosport-Weltverband werden sie empfindlich reagieren und einwerfen: ‚Nun, wir sind eine kleine Gruppe von Leuten und die F1-Teams haben Hunderte von Ingenieuren.‘ Das stimmt ja auch, doch alle Beweise lagen vor, dass eine 50:50-Aufteilung zwischen elektrischer Leistung und Verbrennungsmotor knifflig werden würde.»
«Nun ist gehandelt worden, wir werden nächstes Jahr einen höheren Leistungsanteil aus dem Verbrenner haben und 2028 noch etwas mehr. Aber das Offensichtliche zu sehen und dann so träge zu reagieren, ist ein bisschen enttäuschend.»
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