Pol Espargaro staunt über Acosta: «Er macht viel mehr, als die KTM kann!»
KTM-Ersatzpilot Pol Espargaro kommt bei seinem MotoGP-Comeback immer besser in Fahrt. Was Pedro Acosta mit der RC16 anstellt, versetzt aber selbst den erfahrenen KTM-Testfahrer ins Staunen.
Pol Espargaro kommt nach seiner langen Rennpause immer besser in Fahrt. Der KTM-Testpilot sprang zuletzt erneut für den verletzten Maverick Vinales ein und näherte sich beim Grand Prix in Aragon den etablierten KTM-Piloten Brad Binder und Enea Bastianini weiter an. Beim kommenden Rennwochenende in Misano wird der 35-Jährige
«Ich glaube, ich genieße es inzwischen ein bisschen mehr», bilanzierte Espargaro nach dem Aragon-GP. «Ich habe den Rückstand auf meine Teamkollegen deutlich reduziert – nicht auf Pedro. Ich glaube, der wird von Rennen zu Rennen sogar größer», fügte er lachend hinzu.
Zu Binder und Bastianini fehlten Espargaro nach der Renndistanz hingegen nur rund zehn Sekunden. «Bei Enea und Brad konnte ich den Rückstand über das Wochenende ziemlich stark reduzieren. Mir fehlt aber noch viel Speed. Es ist erst mein zweites Rennen.»
Vor allem mit nachlassenden Reifen fehlen dem langjährigen MotoGP-Piloten noch die Automatismen. «Wenn die Elektronik und die Reifen stärker beansprucht sind, leide ich sehr. Ich weiß noch nicht, wie ich reagieren und mich an diese großen Veränderungen anpassen soll, wenn das Motorrad mit gebrauchten Reifen Probleme bekommt.»
Nach seiner langen Pause müsse er viele Situationen praktisch neu kennenlernen. «Du musst wissen, was das Motorrad machen wird und was passieren wird. Ich entdecke das gerade wie ein Rookie zum ersten Mal», schilderte Espargaro. Gleichzeitig erkennt er Fortschritte: «Es fühlt sich großartig an. Ich habe das Gefühl, dass ich immer schneller werde.»
Espargaro schwärmt von Acosta
Während sich Espargaro selbst Schritt für Schritt wieder an das Rennniveau herantastet, sorgt Pedro Acosta innerhalb des KTM-Lagers für Begeisterung. Was der 22-Jährige aus der RC16 herausholt, beeindruckt den erfahrenen Testpiloten nachhaltig. Zuletzt erkämpfte sich Acosta Platz 2 und ließ unter anderem die hoch gehandelten Aprilias hinter sich.
«Es ist schön zu sehen, dass das Motorrad für Pedro funktioniert. Sein Rennen war unglaublich. Es war großartig und wie eine riesige Portion Sauerstoff für alle in der Fabrik», schwärmte Espargaro nach dem Grand Prix im MotorLand Aragon. «Das wird uns helfen, für Pedro weiter zu pushen. Denn er verdient für die nächsten Rennen das beste Material und das bestmögliche Motorrad.»
Schon Acostas Auftritt in Silverstone hatte Espargaro beeindruckt. «Mir fehlen die Worte für das, was er in Silverstone gemacht hat. Aber auch hier fährt er wie verrückt», staunte der Spanier.
Für Espargaro steht außer Frage, dass Acosta derzeit mehr aus der KTM herausholt, als das Paket eigentlich erwarten lässt. «Das zeigt, dass Pedro das Motorrad komplett im Griff hat. Er macht viel mehr, als das Motorrad eigentlich kann.»
Binder und Bastianini im Renntrimm schnell
Gleichzeitig sieht der KTM-Testpilot auch bei den Ergebnissen von Binder und Bastianini positive Signale. «Wenn wir uns Brad und Enea anschauen, war ihr Rennen nicht schlecht. Sie kamen mit etwa 25 Sekunden Rückstand ins Ziel», analysierte Espargaro. Angesichts ihrer Ausgangsposition wertete er dies als Zeichen dafür, dass die RC16 in Aragon grundsätzlich konkurrenzfähiger war, als es zunächst den Anschein hatte. «Das ist nicht allzu schlecht. Es bedeutet, dass das Motorrad hier nicht so schlecht war. Das gibt uns viel Energie für die nächsten Rennen.»
Espargaro selbst steht ein intensives Programm bevor. Nach seinem erneuten Renneinsatz in Misano folgt ein Test in Mugello. Anschließend reist er direkt weiter, ehe erneut Entwicklungsarbeit mit der 850-ccm-KTM für 2027 ansteht.
Dabei fehlen ihm mit dem neuen Motorrad noch Kilometer. Wegen einer Verletzung verpasste Espargaro zwei geplante Tests und saß seit Februar erst zweimal auf der 850er. «Ich brauche Runden, ich brauche mehr Runden. Ich muss trainieren und wieder auf Geschwindigkeit kommen», betonte der Spanier. Der ständige Wechsel zwischen aktueller 1000-ccm-RC16 und dem Prototyp für 2027 wird damit zu Espargaros Alltag.
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