Sepang, FP1: Bestzeit für Marc Marquez, Martin hielt durch, Fernandez out
Die erste MotoGP-Session in Sepang verlief nach den Vorstellungen von Marc Marquez. Dem Weltmeister gelang die Bestzeit vor Marco Bezzecchi. Während Jorge Martin durchhielt, gab Raul Fernandez auf.
Nach teilweise heftigen Regenfällen am Vortag war der Asphalt zur ersten MotoGP-Session wieder abgetrocknet. Die Piloten der Moto3 hatten noch mit vereinzelt feuchten Flecken zu kämpfen, doch bereits gegen Ende des Moto2-FP2 war der Sepang-Circuit rundum in gutem Zustand. Bei entsprechend tropischen Temperaturen ging es in das 45-minütige FP1.
Mit dabei: Aprilia-Pilot Jorge Martin. Der WM-Zweite will in Malaysia mit noch frischer Fraktur des rechten Handgelenks einen Versuch wagen, im WM-Titelkampf zu bleiben. Komplett erstmals auch wieder das Honda-Werksteam mit Joan Mir und Luca Marini. Fermin Aldeguer fehlt dagegen in Sepang – der Gresini-Youngster wird wie schon in Australien von Superbiker-Iker Lecuona vertreten. Nicht am Start ist Toprak Razgatlioglu.
Die ersten Minuten gehörten Jorge Martin, in Sachen TV-Zeit stahl der «Martinator» der Konkurrenz die Show. Doch die Rundenzeit belegte Martins Lage. Während Teamkollege Marco Bezzecchi bereits in der zweiten gezeiteten Runde die Marke von 2:00 min unterbot, verlor Martin fast vier Sekunden den Boxennachbar.
Nach 10 Minuten hatte Marc Marquez an der Spitze nachgelegt: 1:58,912 min. Derweil rollte Martin nach vier Runden zu einem ersten Stop zurück in Box von Aprilia Racing. Eine halbe Sekunde hinter Marc Marquez – Marco Bezzecchi. Wieder eine halbe Sekunde auf Rang 3 verlor in der Frühphase KTM-Athlet Pedro Acosta. Ab Position 4 mit Johann Zarco, Alex Marquez, Di Giannantonio, Moreira, Bastianini, Binder und Bagnaia ging es im Abstand von Zehnteln weiter.
Nach unten ging die Stimmung in der Box von Trackhouse. Bereits nach einer Viertelstunde meldete sich Raul Fernandez ab. Der Spanier leidet nach wie vor unter der Verletzung zweier Finger der rechten Hand. Noch während des FP1 wurde der WM-Siebte von Dr. Charte aus dem Event genommen. Fernandez soll schnellstmöglich nach Spanien transportiert werden, um dort mit intensiver Physiotherapie an der Teilnahme für den Katar-GP zu arbeiten.
Entschlossen, um jeden Preis weiterzumachen, zeigte sich Jorge Martin; die Nummer 89 ging zu einer zweiten Session auf den 5,5 km langen Kurs, der körperlich zu anstrengendsten des Kalenders zählt. Zu Beginn der zweiten Serie an Runden verbesserte sich Martin auf Platz 19, doch noch immer fehlten 2,3 s auf die Bestzeit von Marc Marquez. Zugleich war der angeschlagene Werksfahrer schneller als Maverick Viñales (KTM) und Ai Ogura (Trackhouse).
Mit laufender Session immer besser in Fahrt kam Pedro Acosta. Der Red Bull-Athlet verbesserte sich und war 15 Minuten vor der Flagge zeitgleich mit Marco Bezzecchi auf Rang 2 geführt.
Positiv endete der Auftakt in Sepang für die Honda-Piloten. Mit Zarco (8.) und Moreira (10.) tauchten beide LCR-Piloten im vorderen Feld auf. Marini kam mit 1,6 Sekunden Rückstand auf Platz 18, Teamkollege Mir kam bei seinem Comeback auf Platz 14.
Elf Minuten vor dem Ende des FP1 musste die Session kurz mitunterbrochen werden; Iker Lekuona hatte auf der Gegengeraden seinen Vorderrad-Kotflügel verloren. Die Überreste des Karbonteils mussten zunächst geborgen werden. In den verbleibenden Minuten stand erneut Jorge Martin im Fokus. In seiner zehnten gezeiteten Runde feilte Martin eine weitere halbe Sekunde ab, Platz 16.
Ganz an der Spitze gab es keine Veränderungen, doch KTM-Pilot Brad Binder sorgte mit Platz 5 für eine Überraschung. Noch besser lief es für Enea Bastianini, der als Vierter eine dritte KTM in die Top-5 brachte. Enttäuschung Gresini und Alex Marquez. Der Vizeweltmeister verlor auf Rang 7 fast eine Sekunde auf den Markenkollegen und großen Bruder.
Für Jorge Martin ging es im Finale wieder zurück auf Position 20; doch nach 12 Runden hat der WM-Zweite die Aufnahmeprüfung zum Malaysia-GP bestanden. Eine aktuelle Gefahr für den Schnellsten des Auftakts, Marc Marquez, ist Jorge Martin vorerst aber noch nicht. Aprilia-Teamkollege Marco Bezzecchi (2.) dagegen schon.
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