Überraschungs-Zweiter Bagnaia: «Marc fuhr im Nassen in einer anderen Welt»
Ducati-Lenovo-Pilot Pecco Bagnaia zählte zu den großen Gewinnern des chaotischsten Sprints der MotoGP-Geschichte. Eine fehlerfreie Fahrt und der Motorradwechsel wurden mit der Silbermedaille belohnt.
Beim nassen Qualifying am Samstagvormittag war von Ducati-Werksfahrer Pecco Bagnaia wenig zu sehen. Im Zeittraining als Sechster noch in Reichweite der Spitze gewesen, rutschte der Italiener im Kampf um die besten Startplätze bis auf Rang 10 ab. Und auch nach dem Startschuss in den Sprint auf trockener Piste blieb die zweite Lenovo-Ducati glanzlos. Während Teamkollege Marc Márquez in Führung war, war Bagnaia erst auf Platz 13, dann sogar auf 15 abgefallen. Kaum zu glauben: Fünf Runden vor der Flagge bei leichtem Niesel rangierte Bagnaia auf Platz 16 – vor Marc Márquez.
Bei einsetzendem Regen reagierte Bagnaia fix. Sein Wechsel brachte die Nummer 63 mit vier Runden auf der Anzeige bis auf Position 4. Nach den Ausrutschern von Aldeguer, der kurzzeitig geführt hatte, und Brad Binder fand sich Bagnaia bereits auf Regenreifen als Führender wieder. Doch der heranstürmende Teamkollege passierte Bagnaia gnadenlos. Mit dem entscheidenden Manöver hatte Bagnaia kein Problem: «Bei diesen Bedingungen ist es extrem schwer, die Fahrt der Piloten nah vor dir einzuschätzen.»
Bagnaia über seine Fahrt auf Platz 2: «Ich bin viel Risiko gegangen und habe versucht, an Marc dranzubleiben. Aber ich hatte überhaupt keine Chance. Er war im Nassen in einer anderen Welt, das war mir schon im FP2 klar. Als ich merkte, dass es unmöglich ist, habe ich das Risiko zurückgefahren. Anders ging es nicht, ich hatte hinten – wie schon am Morgen – ein massives Gripproblem.»
Wäre der Sieg vielleicht mit einem noch früheren Wechsel möglich gewesen? Bagnaia: «Sicher ist, ich hätte besser eine Runde früher getauscht. Die Entscheidung zum Wechsel habe ich in Kurve 5 fünf Runden vor Schluss getroffen – bin dann aber noch eine Runde gefahren. Ich dachte, ich sei früh dran, doch auch Brad fuhr rein. Ich dachte dann, es wird zwischen uns ausgehen. Dann stürzte auch er.» Was Pecco Bagnaia in dem Chaos nicht wusste: Noch weiter vorne Fermin Aldeguer, doch auch der zweite Gresini-Pilot überstand die Schlittenpartie nicht.
Bagnaias Fazit: «In diesen Bedingungen habe ich fast alles richtig gemacht – wir haben wirklich das Beste aus der Situation gemacht!» Rang 2 tat auch der WM-Position des Doppelweltmeisters gut. In der Tabelle schob sich der Routinier an Alex Marquez vorbei auf Position 8.
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