Unglaublicher Marco Bezzecchi (1.): Mit ramponierter Aprilia zum GP-Sieg
MotoGP-Ass Marco Bezzecchi (Aprilia) holte in Austin seinen fünften GP-Sieg in Folge – mit zerstörter Aerodynamik am Heck seiner RS-GP. Die WM-Führung holte er sich von Teamkollege Martin zurück.
Aprilia-Ass Marco Bezzecchi musste im Grand Prix in Austin von Position 4 ins Rennen gehen, weil er laut den MotoGP-Stewards im Q2 am Samstag Champion Marc Marquez im Weg stand.
Nachdem «Bez» im Sprint in Führung liegend gestürzt war, ließ er sich im Grand Prix nicht aus dem Konzept bringen. Er erwischte im Rennen über 20 Runden einen guten Start und kämpfte sich bereits nach einigen Kurven an die Spitze. Danach gab er die Führung nicht mehr ab und überquerte als erster die Ziellinie – vor Teamkollege Jorge Martin. Somit feierte Aprilia Racing in Texas einen Doppelsieg.
Er gewann in Austin seinen fünften Grand Prix in Folge – das haben bislang in der Königsklasse mit Bezzecchi nur acht Fahrer geschafft. Zudem stellte Bezzecchi in den USA einen Rekord auf: Mittlerweile hat er in den letzten fünf Grands Prix 121 Führungsrunden in Folge gesammelt. «Ich bin sehr glücklich, denn gestern machte ich einen Fehler. Es war deshalb wichtig, heute ein gutes Rennen zu fahren. Die Stimmung hier in Texas war unglaublich. Ich möchte mich bei allen Fans für den ganzen Support bedanken – sie waren unglaublich zu mir», meinte Bezzecchi direkt nach dem Rennen. «Das gesamte Team ist mir beigestanden, weil ich sehr traurig war. Sie gaben mir eine extra Motivation, um heute zurückzuschlagen. Ich freue mich auch für Jorge, er hat alles gegeben. Wir versuchen, so weiterzumachen.» Danach grüßte der Italiener noch seine Mama, die seinen Sieg von zu Hause mitverfolgt hatte.
In Runde 1 gab es einen gefährlichen Zwischenfall. Auf der 1.200 Meter langen Gegengerade hatte Bezzecchi eine Berührung mit Pedro Acosta (KTM), bei der die Aerodynamik am Heck der RS-GP der Nummer 72 beschädigt wurde. So musste Bezzecchi praktisch das gesamte Rennen mit einem demolierten Motorrad bestreiten.
Gefährlicher Moment mit Pedro Acosta
«Pedro lag vorne und ich versuchte ihn zu überholen. Hier ist es nämlich wichtig, den Vorderreifen frisch zu halten – das ist auf dieser Strecke immer sehr wichtig», erklärte der 27-Jährige. «In Kurve 11 hat er sehr spät gebremst. Das habe ich auch gemacht, aber ich war etwas früher. Wir gingen beide weit – er aber mehr als ich. Also versuchte ich, ihn am Kurvenausgang zu überholen. Als ich dann meinen Kopf hinter der Verkleidung in Position brachte, war ich ihm sehr nahe und ich konnte den Kontakt nicht verhindern. Glücklicherweise ist alles gut gegangen. Mein Bike war ramponiert, seines denke ich auch, das weiß ich aber nicht. Danach verhielt sich das Bike beim Anbremsen seltsam, es bewegte sich sehr. Ich habe dann den Fokus behalten – es war sehr gut.»
Mit seinem Sieg im Austin-GP holte sich Marco Bezzecchi die WM-Führung von Teamkollege Jorge Martin zurück. Er führt die Gesamtwertung nun mit 81 Punkten an. Martin (77) und Acosta (60) folgen auf den Positionen 2 und 3. «Ich bin überrascht, das war ich auch schon in Goiania, aber hier noch mehr, weil ich gestern eine bittere Pille zu schlucken hatte.»
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