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Valentino Rossi und HSBC: Der nächste Steuerskandal?

Der Finanzkonzern HSBC soll zahlreichen Prominenten geholfen haben, ihre Einnahmen am Fiskus vorbeizuschleusen. Auch Rossi und Alonso hatten offenbar Konten bei der HSBC.

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Im August 2008 flog bei Valentino Rossi eine Steueraffäre auf. Er hatte sich mit seinem damaligen Manager Gibo Badioli in London eine möblierte 45-Quadratmeter-Wohnung gemietet und bei der italienischen "Guardia di Finanzia" angegeben, er habe seinen Hauptwohnsitz in England.

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In Wirklichkeit besass er in Tavullia eine Villa, einige Autos und eine Yacht in Gabicce Mare, daraus schlossen die italienischen Steuerbehörden, der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen befinde sich weiter in Italien. Also sei er dort auch steuerpflichtig.

Die "Guardia di Finanzia" forderte zuerst Nachzahlungen in der Höhe von mehr als 60 Millionen Euro; schliesslich soll es einen Deal und eine Nachzahlung für die Jahre 2001 bis 2004 für rund 19 Millionen gegeben haben.

Damit schienen die Steuerprobleme von Valentino Rossi aus der Welt geschafft zu sein. Aber jetzt droht dem neunfachen Weltmeister wieder heftiger Ärger wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung.

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Inzwischen sind Unterlagen aufgetaucht, die den Verdacht nähren, dass das Geldinstitut HSBC in Genf mit Steuerhinterziehern und sogar Kriminellen millionenschwere Geschäfte machte. Prominente aus aller Welt unterhielten dort Konten. Insgesamt sollen mehr als 100.000 Personen betroffen sein, es sei Schwarzgeld in Milliardenhöhe angelegt worden. Das berichten diverse TV-Sender und Medien wie "FOCUS Money online".

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Die Schweizer Private-Banking-Sparte von HSBC Holdings Plc hat jahrelang mit Hilfe geheimer Konten für zahlreiche Kriminelle beträchtliche Gewinne erwirtschaftet.

Das Recherche-Netzwerk ICIJ, zu dem unter anderem Journalisten von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR gehören, hat das Geflecht aufgedeckt. Von Drogenkartellen über Waffenhändler bis hin zu Steuerflüchtlingen und flüchtigen Diamantenhändlern seien unterschiedliche Organisationen und Personen betroffen, wie aus einem Bericht einer internationalen Nachrichtenorganisation hervorgeht. Auch angesehene Sportler, Musiker und Schauspieler stehen unter Verdacht.

Die als "Swiss Leaks" bekannt gewordene Enthüllung soll eine Reihe prominenter Namen umfassen. Folgende Promis stehen unter Verdacht:

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•Christian Slater (Hollywood-Star)

•Fernando Alonso (Formel-1-Pilot)

•Flavio Briatore (Italienischer Sportmanager, Ex-Formel-1-Teamchef)

•Elle Macpherson (australisches Topmodel)

•Diego Forlan (Uruguayischer Fußballnationalspieler)

•Marat Safin (Ex-Tennis-Profi)

•Phil Collins (Sänger)

•Flick-Familie (Deutscher Industriellen-Klan)

•Valentino Rossi (Motorrad-Weltmeister)

Beweise für die Wahrhaftigkeit dieser Liste liegen nicht vor; es gilt die Unschuldsvermutung. Ausserdem jst ein Konto bei der HBSC-Bank nicht gleich bedeutend mit Steuerhinterziehung.

Valentino Rossis Anwalt verwies gegenüber ICIJ auf die Nachzahlung nach der Affäre von 2008, damit seien die Steuerschulden abgegolten worden, betonte er. Auch der Manager von Alonso und der Anwalt von Briatore versicherten, es sei in Zusammenhang mit der HSBC alles legal abgelaufen. Formel-1-Pilot Alonso hielt fest, er werde jeden klagen, der behauptet, er habe seine Steuern nicht bezahlt.

Dem britischen Finanzkonzern HSBC droht wegen wegen seiner Rolle im Schweizer Bankensystem eine Strafverfolgung. Das Schweizer Bankgeheimnis wurde in vielen Fällen zur Steuerhinterziehung und zur Geldwäsche genützt. Im Jahr 2007 kontrollierte diese Sparte von HSBC Vermögenswerte im Volumen von 100 Milliarden Dollar. Es sind juristische Personen und Gesellschaften aus 200 Ländern betroffen.

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In den aktuellen Berichten heisst es, die HSBC-Bank führe außerdem Konten für umstrittene Personen wie den Politikstrategen des früheren haitianischen Präsidenten Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier, der vor seiner Flucht Hunderte Millionen Dollar beiseite geschafft haben soll.

Auch die illustren und flüchtigen Diamantenhändler Mozes Victor Konig und Kenneth Lee Akselrod stehen auf der Liste – sie werden von der Interpol gesucht.

Der russische Oligarch Gennadi Timtschenko, ein Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, gehörte ebenfalls zu den HSBC-Kunden. Er wurde Opfer von EU-Sanktionen, nachdem die Annexion der Krim durch Russland stattgefunden hatte.

Zu den zahlreichen Künstlern mit Konten bei der Privatbank zählt Rockstar David Bowie, der seinen Wohnsitz in der Schweiz hat. Gegen ihn werden jedoch keine Vorwürfe erhoben.

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Die im Bericht erwähnte Liste von HSBC-Kunden stammt vermutlich aus dem Jahr 2007. Sie soll von einem früheren Mitarbeiter entwendet und den Behörden ausgehändigt worden sein.

In einer Stellungnahme räumte das HSBC-Management ein, dass ihre Vorsichtsmassnahmen unzureichend gewesen seien. Es habe jedoch seit 2007 eine "radikale Umwandlung" stattgefunden, die Compliance-Vorschriften seien verschärft worden. Durch diese neue Strategie sei die Kundenbasis der Schweizer Privatbank-Sparte um fast 70 Prozent gesunken, wurde von HSBC verlautbart.

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