Alex Rins (Yamaha) stellt klar: «Ich werde nicht in die Superbike-WM gehen»
Vor dem MotoGP-Event in Misano sprach Yamaha-Pilot Alex Rins über Frustration und seine Zukunft. Der Spanier hatte für 2027 zwei Optionen für die Superbike-WM – beide lehnte er ab.
Bei seinem Heim-GP in Aragon erreichte Alex Rins die Ränge 12 und 13. Aus seinem Paket holte er das Maximum heraus, immerhin konnte er im Grand Prix drei WM-Punkte holen. Auf der spanischen Rennstrecke war er mit der Yamaha M1 – insbesondere auf den langen Geraden – im Nachteil.
An diesem Wochenende gastiert die MotoGP-WM auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli. Der Kurs an der italienischen Adria unterscheidet sich stark von jenem im MotorLand Aragon. «Auf dieser Strecke ist Leistung vielleicht nicht so wichtig wie in Aragon, wo es lange Geraden gibt», grübelte Alex Rins beim Medientermin am Donnerstag. «Wir müssen beim Motorrad eine gute Balance zwischen Einlenkverhalten und Beschleunigung finden. Es gibt hier viele langsame und technische Kurven, wo du die richtige Linie erwischen musst.»
Teamkollege Fabio Quartararo ließ in Aragon seiner Frustration erneut freien Lauf. Der Franzose wolle nicht mehr das gesamte Rennwochenende für Yamaha Testarbeit verrichten. Im Gegensatz zu Quartararo hat Rins einen anderen Weg, um mit Frustration umzugehen – er trägt diese nicht nach außen.
«Jeder Fahrer hat seine eigene Persönlichkeit und seinen eigenen Weg, seinen Ärger zu kanalisieren. Manchmal ist es aber nicht einfach, wenn du 350 km/h fährst, du dann direkt zu einem Medientermin gehst und ruhig bleiben musst», schmunzelte der 30-Jährige. «Ich selbst bin auch oft wütend und angepisst. Ich versuche, das zu kanalisieren – daran habe ich mit meinem Psychologen viele Jahr lang gearbeitet.»
In dieser Woche gab es hinsichtlich des Fahrermarkts einige Neuigkeiten. Franco Morbidelli wurde von VR46 Racing offiziell verabschiedet und sein Nachfolger Nicolo Bulega bestätigt. Jack Miller wird nächstes Jahr für Yamaha in der Superbike-WM fahren. Und KTM-Ass Brad Binder wird 2027 für BMW in der seriennahen Weltmeisterschaft antreten.
Weshalb Alex Rins 2027 nicht in die Superbike-WM wechselt
Wann gibt es Neuigkeiten zur Zukunft von Alex Rins? «Ich werde es nicht hier verkünden», schmunzelte er. «Ich werde nächstes Jahr aber nicht in die Superbike-WM gehen. Ich habe ein sehr interessantes Projekt in meinem Kopf. Ich kann aber noch nichts dazu sagen, weil es noch nicht zu 100 Prozent fixiert ist. Ich bin happy – es war aber schwer, eine Entscheidung zu treffen. Ich war mein gesamtes Leben in der MotoGP-WM. Ich habe in dieser Meisterschaft viele Kämpfe, Rennen und auch Siege erlebt. Es waren 14 Jahre. Ich werde in Zukunft aber nicht mehr auf zwei Rädern unterwegs sein.»
In der Superbike-WM hätte er etwa bei Go Eleven Ducati unterkommen können, aber bei keinem Werksteam. «Ich hatte dort zwei Optionen. Ich möchte mich bei allen bedanken, denn sie waren sehr interessiert an mir», sagte der Spanier. «Ich habe aber etwas anderes gefunden, das mich mehr reizt.»
Somit wird man Alex Rins in Zukunft nicht mehr auf einem Rennmotorrad sehen. In welcher Rennserie er 2027 – vermutlich auf vier Rädern – antreten wird, sagte er nicht.
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