Euro Moto Supersport
Lennox Lehmann (Yamaha): Keine Teamorder fürs Euro Moto-Finale Hockenheim
Nur allzu gerne hätte Lukas Tulovic seine Titelverteidigung bereits in der Eifel sichergestellt. Doch Marcel Schrötter hatte was dagegen. Ziele für die Euro Moto Hockenheim sind klar.
Mir der Pole Position hatte es für Lukas Tulovic trotz heftiger Bemühungen am Euro Moto-Wochenende auf dem Nürburgring nicht gereicht. Wie schon zuletzt in Assen ging die Reise für den Ducati-Piloten von Platz 2 aus los. Twan Smits hatte sich die Bestzeit nicht entreissen lassen. Nachdem es für Tulovic beim extra Trainingstag am Donnerstag noch eher mühsam lief, war er mit seiner Steigerung bis zum Samstagnachmittag dennoch zufrieden. «Wir haben schwer ins Wochenende gefunden», erklärte er dann auch nach dem Abschlusstraining. «Am Anfang war das Motorrad vom Set-up her gar nicht gut. Aber das haben wir dann noch echt gut hinbekommen. Es war deutlich schneller als im letzten Jahr, aber Twan hat dann nochmal einen draufgelegt. Da muss ich schon sagen, Chapeau vor dem, was er da gezaubert hat.»
An seinem Siegeshunger änderte das bei Tulovic aber nichts. Wobei Smits in dem Fall gar nicht der Hauptgegner war. Denn um den Titel vorzeitig holen zu können, stand ein ganz anderer Kandidat auf Tulovics Liste. «Wir wollen den Meistertitel holen und dazu muss ich nicht Twan schlage, sondern Marcel Schrötter.» Der Bayer verdarb dem Ducati-Piloten allerdings den vorzeitigen Titelgewinn, in dem er sich in beiden Rennen vor dem Titelverteidiger platzierte und damit die Entscheidung bis zum Finale auf dem Hockenheimring verschob.
An den beiden Siegen von Twan Smits konnte auch Marcel Schrötter am Sonntag nicht rütteln. Doch beide Mal rettete sich Schrötter als Zweiter ins Ziel und verwies Tulovic und dessen Titelambitionen auf Rang 3. «Mich hat es ein wenig überrascht, dass Marcel das Rennen über mit Twan mitgehen konnte. Ich hatte gehofft, dass ich das auch schaffen kann, am Anfang ging es ganz gut. Da haben Marcel und ich uns ein wenig duelliert, das hat natürlich aufgehalten und Twan in die Karten gespielt. Zur Rennmitte habe ich mich allerdings schwergetan und konnte leider nicht dranbleiben.»
Für das zweite Rennen wollte sich Tulovic noch was ausdenken, um aus der Jagd nach dem Sieg einen Dreikampf zu machen. Doch es bot sich ein ähnliches Bild wie am Vormittag und auch da ließ sich Smits nicht aufhalten.
Tulovic bekam es in Kampf ums Podest neben Marcel Schrötter noch mit einem wild entschlossenen Markus Reiterberger am Hinterrad seiner Ducati zu tun. Eingangs der letzten Kurve erfolgt Schrötters Attacke in der der Mercedes-Arena. Mit Erfolg. Reiterberger hatte sein Pulver verschossen. Für den Ducati-Mann blieb es zum zweiten Mal am Nürburgring beim dritten Platz. «Heute habe ich nichts offengelassen», versicherte er im Anschluss. «Ich war jede Runde und jede Kurve am Limit. Obs Vorderrad weggesprungen oder eingeklappt ist. Beim Beschleunigen quer. Ich habe an viele Stellen Zeit auf Twan und Marcel verloren. Ich habe echt gekämpft, es war aber nicht mehr drin. Dennoch eine solide Punkteausbeute, damit müssen wir zufrieden sein. Jetzt haben wir noch ein bisschen Zeit, um unsere Hausaufgaben bis Hockenheim zu machen.»
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