Di Giannantonio blickt auf den Champ: «Marc schafft die perfekten Events»
Nach zuletzt sehr durchwachsenen Renn-Events will Fabio Di Giannantonio in der Heimat wieder glänzen. Eine Liebesbeziehung führt «Diggia» aber nicht mit Misano – der VR46-Pilot ist zurückhaltend.
Für Fabio Di Giannantonio geht es in Misano um viel. Nur wenige Kilometer von der Homebase seines VR46-Teams in Tavullia entfernt liegt unweigerlich Leistungsdruck auf den Schultern des Römers, der zudem mit aktuellem Ducati-Werksmaterial unterwegs ist. Di Giannantonio kommt dagegen alles andere als mit Rückenwind an die Adria. Denn seit dem GP von Deutschland knickte die Leistungskurve des zukünftigen KTM-Athleten ein.
Dem Sprint-Podest in Deutschland folgten Stürze und die Plätze 5, 6 und 7. In der WM-Tabelle hielt sich der Schaden allerdings in Grenzen, bedingt auch durch den verletzungsbedingten Ausfall von Trackhouse-Pilot Ai Ogura. In der Gesamtwertung hält der VR46-Pilot Rang 4 – 53 Punkte hinter Leader Jorge Martin. Direkt vor ihm: Marco Bezzecchi, mit dem sich «Diggia» vor dem Misano-Event nicht wirklich auf Augenhöhe sieht.
«Natürlich haben wir Italiener hier in Misano immer einen gewissen Extra-Push durch die Fans – aber ich erwarte hier dennoch ein ziemlich hartes Wochenende. Zwar hat es dieses Jahr auch schon Situationen gegeben, in denen man nicht mehr klar sagen konnte: «Das ist Aprilia-Strecke» oder «Das ist eine Ducati-Strecke», zuletzt in Aragon, aber Fakt ist: Letztes Jahr war Marco hier bereit auf Pole-Position. Um hier ganz vorne zu sein, muss es für mich wirklich perfekt laufen. Aber klar – wir werden es versuchen.»
Di Giannantonio zeigte sich durchaus selbstkritisch: «In der Tabelle schaut es so aus, als wäre ich sehr konstant – aber was mir fehlt, ist die Konstanz ganz an der Spitze. Ich fühle mich in dieser Hinsicht nicht komplett. Was ich nicht schaffe, ist, alles perfekt durchzuziehen, von einem perfekten Qualifying zu den perfekten Rennen ohne Fehler. Marc hingegen, er schafft das. Er hat die Fähigkeit, perfekte Wochenenden zu fahren. Hier muss ich noch lernen und weiter an mir arbeiten.»
Fraglich ist, ob Misano dafür die optimale Strecke ist. «Diggia» zu seiner Beziehung zum Kurs an der Adria: «Ich hatte schon gute Rennen und auch Podestplätze in den kleinen Klassen, aber es hat wirklich sehr, sehr viele Runden auch mit der Panigale im Training gebraucht, bis mir Misano auch Freude bereitet hat. Aber Misano war nie meine Parade-Strecke.»
Dass sich die Ducati Desmosedici in Misano zum Sieg steuern lässt, ist mehrfach bewiesen. Vor zwölf Monaten lieferte sich Bezzecchi im San Marino-GP ein hartes Duell mit Marc Marquez und unterlag knapp gegen den späteren Weltmeister und späteren Ducati-Lenovo-Piloten.
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