Ferrari baff, Gegner erleichtert: FIA verbietet für 2027 cleveren Trick
Bei den Formel-1-Tests von Bahrain im Februar 2026 verblüffte Ferrari die versammelte Konkurrenz mit einem clever platzierten Zusatzflügel hinter dem Auspuff. Dieser Kniff wird für 2027 verboten.
Die hellsten Köpfe der elf Formel-1-Rennställe versuchen beim neuen Reglement fieberhaft, Lücken zu finden, um sich einen technischen Vorteil zu verschaffen. Und das ging schon beim Formel-1-Wintertest in Bahrain los, im vergangenen Februar.
Wer dem Ferrari SF-26 hinterher guckte, der kam auf den Gedanken: Nanu, was ist das für ein neuer Flügel über dem Getriebe? Die Italiener streben mit diesem aus Metall gefertigten Flügelchen direkt hinter dem Auspuffrohr mehr Abtrieb an, zudem hilft es beim komplexen Luftstrom im unteren Heckflügelbereich.
Die 2026er Motoren verlangen einen sehr eigenwilligen Fahrstil: Zum Laden der Batterie fahren die Piloten viele Kurven absichtlich in niedrigeren Gängen, ergo höheren Drehzahl an. Dadurch entsteht ein konstanterer Auspuff-Fluss.
Das in der Formel 1 fast nichts neu ist: Vor 15 Jahren hatten wir das schon mal, und keiner beherrschte diesen Kniff mit dem Nutzen der Abgase besser als Adrian Newey bei Red Bull Racing.
Kopieren gehört in der Königsklasse zum Tagesgeschäft, also läge es nahe zu denken: Gut, dann werden wir diese Lösung bald auch an anderen Autos sehen. Aber so einfach ist das nicht.
Denn in jenem Bereich hat die Formel 1 eine flügelfreie Mini-Zone verfügt (6 cm hinter der Hinterachse). Ferrari nun hatte Differential und Getriebe so entworfen, dass das Flügelchen diese 6-cm-Regel nicht verletzt. Anders gesagt: Die Gegner müssen sich was einfallen lassen, um zum gleichen Ergebnis zu gelangen. Ferrari hatte sich damit einen seltenen Vorteil erarbeitet.
Konkurrierende Teams konnten das Ferrari-Konzept nicht 1:1 übernehmen, doch sie fanden Mittel und Wege, ähnliche Ideen durch die Nutzung einer anderen Lücke im Reglement umzusetzen. Top-Teams wie Mercedes, Red Bull Racing und McLaren integrierten Flügel, indem sie das zu lasche Reglement punkto Auspuffrohr-Stütze ausnutzten.
Nun gibt es seitens des Autosport-Weltverbands FIA gute Nachrichten für die Teams ohne Zusatzflügelchen: Der Kniff mit dem Zusatzflügel wird für 2027 verboten!
Weil die FIA befürchtet, dass die Technik in diesem Bereich extremer und extremer, daher teurer und teurer wird, haben die Regelhüter dem nun den Riegel geschoben.
Im Reglement 2027 findet sich kein Spielraum mehr, beim Auspuff-Ausgang ist neu eine Zone definiert, welche die Anordnung solcher Zusatzflügel unterbindet.
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