Training Österreich: Russell vor Antonelli und Hamilton, Verstappen P6
Drittes freies Training zum Grossen Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring: Bestzeit für Mercedes-Ass George Russell, vor Antonelli und Hamilton, Verstappen auf P6. Wieder Aston Martin-Blamage.
Letzte Möglichkeit für die Formel-1-Teams, die Abstimmung ihrer Rennwagen auf die Reihe zu bekommen fürs Abschlusstraining ab 16.00 Uhr und für den Grossen Preis vom 28. Juni, ab 15.00 Uhr.
An den Verhältnissen hatte sich nichts geändert: Blauer Himmel, viel Sonne, heiss. Oder wie mein unvergessener Kollege Helmut Zwickl zu sagen pflegte: «Glatteis wird’s heute wohl keines geben.» Dafür jede Menge Speise-Eis.
Racing Bulls-CEO Peter Bayer leistet sich einen Scherz zur Sommerhitze: «Österreich ist das neue Italien. Nein, ernsthaft, natürlich ist das alles nicht nur anstrengender für die Fahrer, sondern auch für die Rennwagen. In Sachen Kühlung sind wir aber gut aufgestellt, wir waren bei allen bisherigen Rennen bei warmen Temperaturen da im grünen Bereich gewesen, und das sind wir auch hier.»
Das Training begann bei 30,8 Grad, die Bahn bei 48,7 Grad, und das ist knifflig. Denn die Ingenieure wissen – ganz so heiss wird die Piste in der Quali nicht mehr sein. Doch schon kleine Temperatur-Unterschiede können im heiklen Umgang mit den Pirelli-Reifen grosse Unterschiede erzeugen.
Sky-GP-Experte Timo Glock weiss: «Die Reifen werden auch im Rennen ein Riesenthema sein. Wir haben schon am Freitag gesehen, dass sich die Fahrer mit dem Management der Pirelli-Walzen schwertun.»
Erster Fahrer auf der Bahn: Sergio «Checo» Pérez im Cadillac, die Amerikaner brauchen nach grossen technischen Problemen (auch mit dem Wagen von Valtteri Bottas) jede Runde. Der sechsfache GP-Sieger aus Mexiko hatte den Red Bull Ring während der ersten zehn Minuten ganz für sich alleine. Der Drittplatzierte des Österreich-GP 2023 unterhielt die Fans mit einem Verbremser in der ersten Kurve.
Wo war der zweite Cadillac? Arbeit an der Bremse links vorne im Wagen des zehnfachen GP-Siegers aus Finnland (und Österreich-Sieger 2017 und 2020).
Colapinto, Hülkenberg, Hadjar, endlich etwas mehr Betrieb für die Fans, die meisten davon stundenlang in sengender Sonne (mein grösser Respekt!).
Red Bull Racing hatte (auch im Rennwagenwerk von Milton Keynes) eine lange Nacht hinter sich, mit ersten vorsichtigen Zeichen für Besserung. Isack Hadjar am Funk: «Die Fahrzeugbalance ist ganz anständig.»
Nach einer Viertelstunde dann eine erste Wortmeldung von Weltmeister Lando Norris im McLaren: 1:07,832 min auf weichen Pirelli-Reifen, Bestzeit.
Barcelona-GP-Sieger Lewis Hamilton konnte da nicht mithalten, er verlor vor allem im mittleren Teil der Bahn Zeit – Zweitschnellster, 345 Tausendstel hinter Champion Norris.
Mercedes-Ass George Russell auf Platz 3, eine halbe Sekunde hinter Leader Norris, dahinter Red Bull Racing-Fahrer Hadjar.
Norris am Funk: «Mein linker Rückspiegel ist zerbrochen. Ich weiss nicht, ob ihr Ersatz habt, aber wir müssen das entweder reparieren oder reinigen.» Der Spiegel platzte vermutlich wegen anhaltenden Gerumpels über die Red Bull Ring-Randsteine.
Oscar Piastri reihte sich auf P2 ein (nur 49 Tausendstelsekunden hinter Leader Norris), dann warteten die Fans gespannt auf WM-Leader Antonelli und den vierfachen Weltmeister Verstappen.
Kimi Antonelli enttäuschte nicht: neue Bestzeit, knapp drei Zehntel schneller als Norris.
Max Verstappen liess aufhorchen: P2 hinter Antonelli. Sorgen hatte er dennoch: « Ich habe Störungen in meinem Ohrschutz, das müssen wir wechseln.» Zur Erinnerung: Die massgegossenen Ohrstöpsel der Fahrer beinhalten auch die Lautsprecher für den Funk.
Anderer Fahrer mit Komfort-Problemen: Oscar Piastri. «Wir müssen an der Schulter ein zusätzliches Polster machen.»
Dann ging es Schlag auf Schlag: Russell hoch auf P2 hinter Antonelli und vor Verstappen, dann Hamilton hoch auf P3 vor Max.
Red Bull Racing-Teamchef Laurent Mekies verriet: «Wir hatten im Rennwagenwerk Sébastien Buemi die halbe Nacht im Simulator, um die Abstimmung zu optimieren.»
Verstappen gönnte seinen Reifen eine Verschnaufpause und nahm erneut einen Anlauf: Schnellster im Mittelteil der Bahn, knapp zwei Zehntel hinter Leader Antonelli, P4.
Reihenfolge nach 30 Minuten: Antonelli, Russell, Leclerc, Verstappen, Hamilton, Norris, Piastri, Gasly, Hadjar und Bortoleto.
Mit dem gleichen Satz Reifen verbesserte sich Antonelli um vier Zehntel, zu diesem Zeitpunkt eine Klasse für sich.
Hätten Sie’s gewusst? Kimi fuhr auf dem Red Bull Ring sein erstes Autorennen – 2021 im Rahmen der italienischen Formel 4.
Dann ein Lebenszeichen von Charles Leclerc: neu Dritter, hinter Russell und vor Verstappen, die McLaren nun auf den Rängen 5 (Piastri) und 6 (Norris).
Eine Viertelstunde vor Schluss dann nochmals flotte Runden. Antonelli konnte sich mit frischen Reifen nicht verbessern, Verstappen rückte auf P2 (235 Tausendstel hinter Kimi), dann Norris Zweiter, dann Hamilton Zweiter, nur noch 77 Tausendstel hinter Antonelli.
Neue Reihenfolge: Antonelli, Hamilton, Russell (wie in der WM), dann Norris, Verstappen und Leclerc, der in Kurve 3 von der Bahn schlitterte, nach einem üblen Verbremser, das Gleiche vollführte kurz darauf auch Isack Hadjar im Auto von Red Bull Racing.
Zum Schluss rückte Piastri vor Norris, dann übernahm George Russell die Führung, sein Mercedes jetzt mit weniger des lästigen Untersteuerns. Antonelli brach den letzten Versuch ab, zwei Mercedes vorne.
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