Von Haas und Hollaus über Hailwood und Herron bis zu Hickman und Harrison
Ein Ruhetag bei der Tourist Trophy eignet sich prächtig einen Blick auf die Veranstaltung zu werfen, die seit 1907 auf einer kleinen Insel zwischen Großbritannien und Irland ausgetragen wird.
Wenn man am Ruhetag einen – vielleicht nicht ganz ernst gemeinten Blick – auf die Historie der Tourist Trophy auf der Isle of Man nach dem Zweiten Weltkrieg wirft, fällt auf, dass es offensichtlich nicht schaden kann, wenn der Familienname mit einem bestimmten Buchstaben beginnt. So steigt die Chance auf einen prestigeträchtigen Sieg beim spektakulärsten Straßenrennen der Welt deutlich, wenn ein «H» davorsteht.
Alles begann 1954 mit dem NSU-Werksteam. Sowohl der der Deutsche Werner Haas, als auch der Österreicher Rupert Hollaus gewannen ihre Klassen und eröffneten den Reigen der «H-Sieger». Beide standen am Ende auch als Champions fest und für beide war es der einzige Erfolg bei der TT. Hollaus verunglückte im selben Jahr in Monza tödlich, was zum werksseitigen Rückzug von NSU aus der Weltmeisterschaft führte und Haas daraufhin seine Karriere beendete.
Nach dem deutschen Seitenwagen-Piloten Fritz Hillebrand, dem Rhodesier Gary Hocking und dem Briten John Hartle, betrat Mike Hailwood, der wegen seiner Erfolge mit dem Beinamen «Mike the Bike» geadelt wurde, die Motorsportbühne, nur um sich nach neun Weltmeistertiteln und zwölf TT-Siegen dem Automobilsport zuzuwenden. 1978 feierte er auf der Isle of Man mit einem weiteren Sieg ein triumphales Comeback. 1979 stockte er sein Konto an TT-Siegen auf 14 auf.
Mit einzelnen Erfolgen führen Clive Horton, Tom Herron, Mac Hobson, Ron Haslam und Dave Hallam die Liste der TT-Sieger mit einem mit H beginnenden Familiennamen munter fort. Dann kam die Zeit des Schotten Steve Hislop, der trotz Honda-werksinterner Konkurrenten wie TT-Legende Joey Dunlop und Phillip McCallen oder dem vierfachen Superbike-Weltmeister Carl Fogarty elf Mal auf der höchsten Stufe des Podests Platz nahm.
Bevor die unglaubliche Serie von Ian Hutchinson mit bis dato 16 TT-Siegen begann, bestätigen die beiden Neuseeländer Shaun Harris und Robert Holden sowie der Brite Roy Hanks, die «H-Theorie», danach auch noch Christ Heath, John Holden, James Hillier und Conrad Harrison. Rundenrekordhalter Peter Hickman und Dean Harrison, der erst gestern das Superbike-Rennen für sich entschied, runden das Bild ab.
Wenn man auch noch die Seitenwagen-Passagiere Emil Hörner, Alfred Herzig, Hermann Hahn, Pete Hill, Sepp Huber, Colin Hardman und Darren Hope dazuzählt, gehen seit 1946 unfassbare 102 Siege auf das Konto von Fahrern mit H. Im Vergleich dazu liegt M (mit John McGuinness, Dave Molyneux und Phillip McCallen) mit 80 Erfolgen knapp vor D (mit Michael, Joey und Robert Dunlop sowie Jim Moodie und Chas Mortimer) mit 78.
Der erste Buchstabe des Familiennamens des Autors ist dagegen kein Garant für TT-Siege. Mit den Seitenwagen-Piloten George O`Dell und Eric Oliver sowie dem heute als MotoGP-Berichterstatter tätigen Mat Oxley finden sich nur drei Fahrer in der ewigen Bestenliste, deren Familienname mit O beginnt.
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