Binder (11.) im Niemandsland: «Dachte, dass wir viel stärker sein können!»
MotoGP-Routinier Brad Binder haderte nach zwei elften Plätzen in Mugello mit seinem frustrierenden Wochenende. Der KTM-Pilot analysierte, in welchen Bereichen er mit seiner RC16 Probleme hatte.
Das Qualifying ist eines der Schwachpunkte von Brad Binder in der MotoGP-Saison 2026. Der KTM-Pilot muss regelmäßig von weit hinten starten, was ihm das Leben in den Rennen schwer macht. Auch in Mugello lief es nicht besser. Von Startplatz 14 hatte Binder einen schweren Stand.
Das Sprintrennen am Samstag beendete der Routinier auf Rang 11, womit es keine Punkte gab. Im Grand Prix am Sonntag überquerte er die Ziellinie erneut als Elfter – immerhin fünf Punkte.
Doch der Reihe nach: Binder preschte nach dem Start am Sonntag auf Position 11 nach vorne, noch in der ersten Runde verbesserte er sich auf Platz 10. Danach wurde er vom schlecht gestarteten VR46-Piloten Fabio Di Giannantonio überholt. Auch Trackhouse-Ass Raul Fernandez, der ebenfalls einen miserablen Start erwischte, ging am Südafrikaner vorbei. Zur Mitte des Rennens konnte Binder Rookie Moreira überholen, nach dem Crash von KTM-Kollege Enea Bastianini war er wieder Zehnter.
In den letzten Runden kämpfte Binder gegen das Honda-Trio Joan Mir, Diogo Moreira und Luca Marini. In der letzten Kurve wurde der KTM-Pilot noch von MotoGP-Neuling Moreira, der ein starkes Wochenende hatte, überholt.
«Zwei elfte Plätze an diesem Wochenende. Das war weit weg von dem, was ich erwartet hatte. Ich dachte, dass wir hier viel stärker sein können», war der 30-Jährige enttäuscht. «Wir hatten an diesem Wochenende unsere Höhen und Tiefen. Mir fehlte aber die Pace. Ich war speziell im dritten Sektor nicht schnell genug. Da ging mir der Grip auf der Reifenkante ab. Auch auf der Geraden hatte ich zu wenig Speed. Es war ein frustrierendes Wochenende und es war schwer, den Schritt zu machen, den ich brauchte. Ich war an diesem Wochenende im Niemandsland und war nicht dazu in der Lage, mit den Top-8 mitzuhalten.»
Mit der neuen Aerodynamik wurde bei der RC16 das Kurvenverhalten verbessert – auf Kosten des Top-Speeds. «Das Kurvenverhalten ist okay, aber nicht so, wie es sein sollte. Sobald wir aber den Grip am Hinterrad verlieren, rutschen wir seitwärts. Sobald das eintritt, kannst du mit dem Bike die Linie nicht halten. Dann machst du mehr Meter als notwendig», erklärte Binder. «Mit Sicherheit haben wir das Motorrad vom Freitag auf den Samstag verbessert, das Gefühl war viel besser. Wir haben ein besseres Verständnis bekommen, was wir machen müssen.»
Kampf gegen drei Honda-Piloten
In den letzten Runden hatte Binder drei Honda-Piloten hinter sich. Tat er sich schwer, seine Position zu verteidigen? «Ich habe einfach versucht, mein Bestes zu geben, keine Fehler zu machen und meinen Rhythmus zu fahren», musste er zugeben. «Ich hatte nie die Pace, um weiter nach vorne zu kommen. Besonders in den letzten vier Runden war es sehr schwierig, denn mein Hinterreifen hatte stark abgebaut, besonders auf der rechten Flanke.»
Moreira überholte Binder in der Mitte der letzten Kurve, wodurch ein Top-10-Resultat verloren war. «Es ist nicht das Ende der Welt – ob es der zehnte oder elfte Platz ist. Wenn es um einen Podestplatz gegangen wäre, hätte ich mich mehr geärgert. Es ist aber frustrierend, ein Rennen so weit hinten zu fahren», so Brad Binder.
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