Motocross-WM MXGP
Lucas Coenen (KTM) feiert souveränen Doppelsieg im Talkessel
Titelverteidiger Simon Längenfelder trat bei seinem Heim-Grand-Prix im Talkessel krankheitsgeschwächt an und hatte im ersten Lauf Pech. Im zweiten Lauf konnte er das Ruder herumreißen.
Heim-Grand-Prix bedeutet schon unter normalen Umständen noch mehr Druck, größere Erwartungshaltung, mehr Anspannung und Stress. Das ist schwierig genug, wenn man als Sportler topfit ist. Wenn man aber zusätzliche gesundheitliche Probleme hat, werden die Probleme noch größer.
Für sein Heimrennen hatte Längenfelder ein spezielles Helm-Design mit seiner Startnummer 1 in den Farben Schwarz-Rot-Gold vorbereitet und auch das Design seiner Rennbekleidung war in den deutschen Landesfarben gestaltet.
Simon Längenfelder startete gesundheitlich angeschlagen zu seinem Heim-Grand-Prix. Das war an seinen Rundenzeiten (Platz 8 im Zeittraining am Samstag) und an Platz 8 im Qualifikationsrennen zu erkennen.
Als wären diese Ausgangsbedingungen für den Deutschen nicht schon schwierig genug, begann es am Sonntag-Vormittag wie aus Kübeln zu regnen. Das zweite EMX250-Rennen war eine Schlammschlacht. Zwar schwächte sich der Regen vor dem ersten MX2-Lauf etwas ab, aber die Bedingungen blieben schlammig und schwierig, verbunden mit Sichtproblemen, tief ausgefahrenen Spurrinnen und einer Strecke, die sich von Runde zu Runde veränderte.
Trotzdem biss sich Längenfelder durch und kämpfte um jede Position und um jeden Punkt. Er verbesserte sich von Platz 10 auf 8, doch er ging zweimal zu Boden, was unter den schlammigen Bedingungen und dem dadurch schwereren Bike besonders fordernd ist. Nach der Hälfte des ersten Laufs hatte der Titelverteidiger Platz 7 erreicht, doch in der letzten Runde verlor er erneut die Kontrolle über sein Bike, stürzte und wurde vom nachfolgenden Liam Everts überrollt. Wenn man also schon kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu! Welche Folgen es hat, wenn man von einem 100-Kilo-Bike plus Fahrer mit Grobstollenprofil überrollt wird, kann man sich leicht ausdenken. Längenfelder rettete Platz 8 über die Ziellinie.
Vor dem zweiten Lauf schienen sich die Bedingungen zu verbessern, da die Strecke leicht abtrocknete, doch es begann erneut zu regnen. Diesmal erwischte Längenfelder aber einen besseren Start, rangierte auf Platz 3 und hielt den Anschluss an die Führungsgruppe. Am Ende hatte er auf Platz 3 nur 2,5 Sekunden Rückstand zu Sieger Mathis Valin (Kawasaki) und 1,5 Sekunden zu Sacha Coenen.
Schon nach Platz 8 im ersten Lauf hatte Längenfelder seine WM-Führung an Sacha Coenen abgeben müssen. Nach Lauf 2 hatte er einen Rückstand von 6 Punkten zum neuen WM-Leader Sacha Coenen. Mit Platz 2 von Coenen und Rang 3 von Längenfelder im 2. Lauf erhöhte sich sein Rückstand um weitere 2 Punkte, also von 6 auf 8, doch Sacha Coenen erhielt eine Strafe wegen Nichtbeachtung geschwenkter gelber Flaggen. Dem Belgier wurden 5 Punkte abgezogen und deshalb verringerte sich Längenfelders Rückstand wieder von 8 auf 3 Punkte.
Mit 3 Punkten Rückstand zur Spitze ist für Längenfelder mit Blick auf das große Bild nichts angebrannt, im Gegenteil: Gemäß der alten Regel, dass man eine Meisterschaft nicht an seinen guten Tagen gewinnt, ist für den Deutschen der Heim-Grand-Prix unter den gegebenen Umständen gut verlaufen. «Es war nicht das beste Wochenende, aber wenn man alle Umstände und meine Krankheit berücksichtigt, bin ich zufrieden, mit einem dritten Platz nach Hause zu fahren und im zweiten Lauf einen guten Start erwischt zu haben», erklärte Simon nach dem Rennen. «Ich freue mich sehr, wieder um die Top Drei kämpfen zu können. Jetzt ist es Zeit, ein wenig zu entspannen und die Energie für Lettland wieder aufzuladen.»
Mathis Valin (F), Kawasaki, 2-1, 47 Punkte
Sacha Coenen (B), KTM, 1-2, 47
Camden McLellan (RSA), Triumph, 3-6, 35
Janis Martins Reisulis (LV), Yamaha, 4-5, 34
Simon Längenfelder (D), KTM, 8-3, 33
Guillem Farres (E), Triumph, 6-4, 33
Sacha Coenen (B), KTM, 320
Simon Längenfelder (D), KTM, 317, (-3)
Guillem Farres (E), Triumph, 301, (-19)
Liam Everts (B), Husqvarna, 281, (-39)
Camden McLellan (RSA), Triumph, 278, (-42)
Mathis Valin (F), Kawasaki, 264, (-56)
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