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TT 2026: Ian Hutchinson oder das «dritte Leben» bei der Tourist Trophy

Trotz unzähliger Rückschläge dachte Ian Hutchinson nie an Rücktritt. Bei der diesjährigen Tourist Trophy könnte der 16-fache TT-Sieger seine Karriere mit einer weiteren Top-3-Platzierung krönen.

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Vor 16 Jahren befand sich Ian Hutchinson am Höhepunkt seiner Karriere. Nach dem er bereits 2007 ein und 2009 zwei Rennen bei der Tourist Trophy gewonnen hatte, schaffte er 2010, was bis heute unübertroffen ist, nämlich fünf Rennen in einer Woche für sich zu entscheiden. Aber nur wenige Wochen nach diesem historischen Triumph begann mit einem Sturz bei einem Rennen zur britischen Meisterschaft in Silverstone sein langer Leidensweg. Die bemerkenswerte Karriere des Ausnahmekönners stand damals auf der Kippe.

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Das übelzugerichtete linke Bein musste unglaubliche 16-mal operiert werden, um eine drohende Amputation abzuwenden. Zu allem Überfluss brach sich Hutchinson Anfang 2012 dasselbe Bein bei einer Showeinlage während der «MCN Motorcycle Show» in London abermals, worauf der Brite mit der sanften Stimme zur Stabilisierung seines linken Unterschenkels wochenlang einen externen Fixateur tragen musste. Noch nicht ganz fit, gelangen ihm bei der Tourist Trophy 2012 durchwegs beachtliche Platzierungen.

2015 hatte sich Hutchinson mit drei TT-Siegen wieder an die Spitze zurückgekämpft. Im Jahr darauf blieb er drei weitere Male bei der Tourist Trophy erfolgreich und 2017 schaffte er die Siege Nummer 15 und 16. In der abschließenden Senior-TT folgte der nächste Rückschlag. Auf dem Weg zu einem weiteren Sieg stürzte er bei hoher Geschwindigkeit und obwohl er sich dabei den linken Oberschenkel brach, konnte er sich nur wenige Sekunden bevor der nächste Fahrer an dieselbe Stelle kam aus dem Gefahrenbereich retten.

Trotz des neuerlichen Rückschlags ließ sich Hutchinson nicht entmutigen. Er kämpfte sich tapfer zurück, Top-3-Resultate wollten ihm seither bei der Tourist Trophy allerdings nicht mehr gelingen.

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Hutchinson hat einen Schlaganfall nur durch die rasche Hilfe von Jason O`Halloran überlebt

Und dann kam der verhängnisvolle Februar 2023. Bei einer Trainingsfahrt mit dem Fahrrad in Südspanien erlitt er einen Schlaganfall. Nur durch die schnelle Hilfe seines Rennfahrerkollegen Jason O`Halloran, mit dem er die Radtour unternommen hatte, konnte das Schlimmste verhindert werden. Gerade als sich der 16-fache TT-Sieger wieder Gedanken um sein Comeback machte, bekam er Post von der britischen Motorsportföderation, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass man seine Rennlizenz einbehalten werde.

Obwohl es ein weiteres hartes Jahr für den «Bingley Bullet» war, dachte er nie an den Rücktritt, ganz im Gegenteil. Mit unglaublicher Zähigkeit und Härte zu sich selbst, kämpfte sich der vom Schicksal so hart gebeutelte Engländer wieder zurück und beim North West 200 konnte er 2025 die Früchte seines unvorstellbaren Durchhaltevermögens ernten. Nachdem er nach dem ersten Superstock-Rennen neben Michael Dunlop und Dean Harrison auf das Siegertreppchen steigen durfte, kämpft er verständlicherweise beim anschließenden Interview mit BBC Sport NI mit den Tränen.

Wie das Training gezeigt hat, ist er heuer in seinem «dritten Leben» bei der Tourist Trophy wieder ein Anwärter auf einen Top-3-Platz. Vor allem in der Superstock-Kategorie, in der er hinter Dean Harrison, Michael Dunlop und Josh Brookes, den über 60 Kilometer langen Snaefell Mountain Course als Viertschnellster umrundet hat. Sollte dem 47-jährigen Vater einer Tochter tatsächlich der Sprung auf das Podium gelingen, gäbe es im gesamte Fahrerlager wohl niemanden, der sich nicht mit dem sprichwörtlichen «Stehaufmännchen» freuen würde.

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