Schnell und unerzogen: Martin in Jerez mit hohem Speed, Stürzen und Strafe
Die Vorstellung von Aprilia-Pilot Jorge Martin am ersten Trainingstag in Jerez hätte ausgereicht, um die MotoGP-Fans im Alleingang zu unterhalten. Der WM-Zweite stürmte ins Q2, fiel und stand im Weg.
Jorge Martin befindet sich in einem sportlichen Hoch. Beim letzten GP in den USA stand Martin erstmals als Aprilia-Pilot wieder ganz oben bei einer Siegerehrung. Martin steigerte sich von Event zu Event, beendete alle Rennen, holte vier Podestplätze. In Konsequenz ist der Madrilene der erste Verfolger in der WM von Stallgefährte Marco Bezzecchi.
Während sich der WM-Leader aus Italien schulbuchmäßig durch den Auftakt des Spanien-GP arbeitete, übernahm Jorge Martin die Rolle des talentierten Rabauken. Noch unauffällig ging der WM-Zweite im FP1 am Vormittag zur Sache. Auf dem Zeitenmonitor wurde die Nummer 89 nach 45 Minuten auf Rang 10 geführt. Was nach Mittelfeld aussah, war in Wahrheit eine beachtliche Leistung – Martin hatte seine Serie schneller Runden mit gebrauchten Medium-Reifen abgespult.
Martin: «Der Vormittag war in Ordnung und verlief ohne Probleme. Es hat sich einmal mehr gezeigt: Unsere Schwäche liegt weiter im Einsatz mit den weichen Reifen. Daran haben wir dann im Zeittraining gearbeitet.» Dabei wurde die Technik-Mannschaft von Martin auf eine harte Probe gestellt. Zunächst patzte Martin bei der Ausfahrt in der Sitzung zum Training der Starts. In Kurve 4 warf der Werksfahrer sein Arbeitsgerät in den Kies. Ein unnötiger Fehler, der Martin die Trainingseinheit und sein Team die Mittagspause kostete.»
Zwei Stürze mit kalten Reifen
Den nächsten frischen Lederkombi musste Martin dann im Zeittraining anlegen. Zur Halbzeit feuerte der Champion von 2024 sein zweites Motorrad neben die Strecke Für beide Stürze hatte Jorge Martin eine Erklärung: «Ich denke, das war auf die ungewöhnlich niedrigen Temperaturen zurückzuführen. In den Situationen, in denen ich gestürzt bin, waren die Reifen zu kalt.»
Und dennoch gelange es dem Piloten vor Heimpublikum, sportlich noch einmal zurückzukommen. Zwischenzeitlich tief im Mittelfeld abgefallen, steigerte sich Martin in der entscheidenden Phase. «Meine erste Attacke funktionierte wegen eines kleinen Problems nicht, doch im letzten Anlauf schaffte ich zwei gute Runden», so kommentierte der Werksfahrer seine 1:36,301 min, die ihn zurück in die Top 10 und damit direkt ins Q2 brachten. Interessant: Als Neunter war Martin dennoch nur vierte Kraft im Aprilia-Lager, und das bei einem Rückstand auf den Dritten des Tages Bezzecchi von nicht einmal einer Zehntel.
Späte Strafe für den «Martinator»
Beendet war die Vorstellung damit noch nicht. In der vorletzten Minute des Zeittrainings – Martin hatte gerade seine persönliche Bestzeit gefahren – bummelt er zwischen Kurve 3 und 4 und steht nach Auslegung der MotoGP-Kommissare damit Ducati-Ass Alex Marquez im Weg rum. Erst knapp zwei Stunden nach der Session folgte die Bestrafung Nach dem Qualifying am Samstag wird Martin für das GP-Rennen am Sonntag um drei Positionen zurückversetzt.
Ergebnisse MotoGP Zeittraining, Jerez (24. April):
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Alex Marquez (E)
Ducati
1:35,704 min
2.
Fabio Di Giannantonio (I)
Ducati
+0,333 sec
3.
Marco Bezzecchi (I)
Aprilia
+0,506
4.
Marc Marquez (E)
Ducati
+0,523
5.
Ai Ogura (J)
Aprilia
+0,544
6.
Francesco Bagnaia (I)
Ducati
+0,561
7.
Raul Fernandez (E)
Aprilia
+0,578
8.
Fermin Aldeguer (E)
Ducati
+0,588
9.
Jorge Martin (E)
Aprilia
+0,597
10.
Enea Bastianini (I)
KTM
+0,655
11.
Joan Mir (E)
Honda
+0,682
12.
Johann Zarco (F)
Honda
+0,706
13.
Luca Marini (I)
Honda
+0,711
14.
Franco Morbidelli (I)
Ducati
+0,738
15.
Pedro Acosta (E)
KTM
+0,763
16.
Brad Binder (ZA)
KTM
+0,881
17.
Fabio Quartararo (F)
Yamaha
+1,048
18.
Toprak Razgatlioglu (TR)
Yamaha
+1,160
19.
Diogo Moreira (BR)
Honda
+1,230
20.
Jack Miller (AUS)
Yamaha
+1,293
21.
Alex Rins (E)
Yamaha
+1,321
22.
Lorenzo Savadori (I)
Aprilia
+1,554
23.
Augusto Fernandez (E)
Yamaha
+1,915
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