Bagnaia nach turbulentem Zeittraining: «Habe mich wieder selbst sabotiert»
Für Ducati-Repräsentant Pecco Bagnaia endete Tag 1 in Jerez mit einer zweigeteilten Bilanz. Dem Einzug ins Q2 stand eine zertrümmerte GP26 gegenüber. Bagnaia sprach von einem Anschlag auf sich selbst.
Pecco Bagnaia sorgte beim MotoGP-Zeittraining in Jerez für die erste große Schlagzeile. Nach gerade einmal zwei Minuten warf der Werksfahrer seine Ducati am Ende der Zielgeraden ins Kiebett. Der Crash war keine Kleinigkeit. Bagnaia hatte mitten in der härtesten Verzögerungsphase dem Vorderreifen der GP26 zu viel zugemutet – sein Bike überschlug sich. Glücklicherweise kam Bagnaia ohne Blessuren davon.
Keine zwanzig Minuten nach dem Vorfall rollte Bagnaia mit frischem Gewand und Ersatzmotorrad wieder auf den Kurs. Nun erledigte der Doppelweltmeister seinen Job mit Auszeichnung. In der ersten Welle fand Bagnaia mit einer ganzen Serie guter Zeiten Vertrauen ins Material, um in der heißen Phase der Session genug Reserven zu haben.
Pecco Bagnaia schaffte im Finale auf weichen Reifen 1:36,2 min, war damit eine Zehntel langsamer als im Zeittraining vor einem Jahr – aber noch schnell genug für Platz und das wichtige Q2-Ticket. Auf seine persönliche Bestzeit in Jerez fehlte dem Teamkollegen des Weltmeisters eine halbe Sekunde.
Den frühen Crash nahm der Routinier komplett auf seine Kappe: «Alex hatte einen sehr guten Job gemacht, auch weil er mit einer kleinen Änderung am Motorrad unterwegs war. Ich wollte in der Session möglichst nah dran sein an ihm, mir ein Bild von seiner Fahrt machen. Dabei war ich zu aggressiv. Ich habe dann gemerkt, dass ich zu spät auf der Bremse war, und wollte es korrigieren. Dabei habe ich dem Bike zu viel zugemutet, die Front war darauf noch nicht vorbereitet – mein Fehler.»
Marc erging es ähnlichPecco Bagnaia
Der Turiner fasste seinen Arbeitstag in Andalusien trotz der Turbulenzen nüchtern zusammen: «Ich würde sagen, ich habe heute einmal wieder meinen eigenen Speed sabotiert. Ich war am Vormittag ganz gut unterwegs – sehr vergleichbar mit Marc, der wie ich mit den ähnlichen Themen zu kämpfen hatte. Wir hatten zunächst wieder etwas Schwierigkeiten mit dem Verschleiß am Hinterrad.»
Bagnaia ergänzte: «Leider konnte ich dann durch den Crash nicht direkt das testen was bei Alex gut funktioniert hat. Nach meinem Fehler musste ich erst mit dem Ersatzbike fahren, aber zum Glück haben wir es hingebracht. Ich konnte mich auf das Bike einstellen und als ich verstanden hatte, wie es funktioniert, konnte ich auch am Kurveneingang etwas Boden gutmachen. Zum Glück haben wir es ins Q2 geschafft.»
Pecco Bagnaia kann sich in Jerez auf seinen Hersteller verlassen. Wenn auch nicht von einer Dominanz zu sprechen ist, so gaben am Ende doch die Piloten der Ducati Desmosedici den Ton an. Während Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio auf 1 und 2 abschlossen, kamen mit Marc Marquez, Fermin Aldeguer und Bagnaia selbst drei weitere Ducati-Fahrer direkt ins Q2.
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