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SidecarCross-WM 2026, Anyksciai: Doppelsieg für Vanluchene/van den Bogaart

Den ersten Seitenwagen-Grand-Prix in der Motocross-Historie Litauens gewannen Vanluchene/van den Bogaart souverän. Prümmer/Schneider konnten ihren Rückstand auf die Pruniers nicht weiter verkürzen.

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Für alle Anwärter auf die Top-Platzierungen in der WM war die Motocross-Strecke Mickunai MX Parkas nahe dem litauischen Städtchen Anyksciai Neuland. Die teils sandige, teils feste Bahn barg durchaus ihre Tücken und stellte die Akteure vor hohe Anforderungen. Leider gab es teils schwere Stürze.

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Dabei fing das Rennwochenende recht verheißungsvoll an. Im Qualifikationsrennen A gewannen Marvin Vanluchene/Ben van den Bogaart vor Tim und Sem Leferink. Dan Foden/Noah Weinmann sahen nach einem spannenden Duell mit Tim Prümmer/Patrick Schneider als Dritte die Zielflagge. Daniel Willemsen/Joel Hoffmann folgten als Achte. In Gruppe B konnten Julian Veldman/Rodolphe Lebreton ihre Verfolger Davy Sanders/Jens Vincent sowie Killian und Evan Prunier unter Kontrolle halten.

Nick Uhlig/Philipp Oettel waren mit dem zehnten Rang und dem damit verbundenen Start aus der zweiten Reihe verständlicherweise nicht zufrieden. Weltmeister Koen Hermans mit Dion Rietman im Boot musste nach zwei Runden aufgeben, da ihm die Sturzfolgen vom Vorwochenende noch zu schaffen machten. Nach dem sonntäglichen Warm-up verzichteten auch Willemsen/Hoffmann auf Starts bei den Rennen. Durch einen Infekt war das Team angeschlagen und vor allem Beifahrer Hoffmann war nicht in der Lage, die Rennläufe durchzustehen.

Beim Start zum ersten Lauf preschten Prümmer/Schneider zunächst in Front auf die erste Linkskurve zu. Doch hatten Vanluchene/van den Bogaart die bessere Ausgangsposition und zogen innen vorbei, während die Prunier-Brüder mit Verspätung losdüsten. In der zweiten Runde attackierte Prümmer den direkt vor ihm fahrenden Foden übermotiviert (O-Ton von Thomas Weinmann nach dem Rennen), wodurch Noah Weinmann aus dem Boot katapultiert wurde und unter Prümmers Seitenwagen geriet. Allerdings konnte er sich sofort aufrappeln und die Fahrt fortsetzen. Der WM-Dritte bat Weinmann junior direkt nach dem Lauf um Entschuldigung, womit die Sache behoben war.

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Wenig später überschlugen sich Brett Wilkinson/Joe Millard. Weil er über starke Rückenschmerzen klagte, wurde Wilkinson vorsichtshalber ins Hospital gebracht, konnte aber bald wieder entlassen werden. Da kein Krankenwagen mehr an der Strecke war, brach die Rennleitung den Lauf ab.

Beim Neustart übernahmen Vanluchene/van den Bogaart wieder die Führung, diesmal vor den Leferinks und Veldman/Lebreton. Im Getümmel stürzten die Lielbardis-Zwillinge, Niklas Hotze/Sander Roosileht, Grégory Raymond/Viktorija Vareikaite und Stephan Wijers/Han van Hal. Alle Teams konnten das Rennen wieder aufnehmen. Prümmer/Schneider rangierten zwischenzeitlich an dritter Stelle, mussten dann aber Foden/Weinmann und mit den diesmal besser gestarteten Pruniers auch ihren Hauptrivalen den Vortritt lassen. «Ich fand bei den wechselnden Streckenbedingungen nicht die für mich optimal passende Fahrwerkeinstellung und konnte dem Team auch nicht vermitteln, was ich brauchte», erklärte der WM-Dritte nachher selbstkritisch. Uhlig/Oettel waren zu den Wertungsläufen nicht angetreten.

Beim zweiten Start konnten sich Prümmer/Schneider zunächst vor Vanluchene/van den Bogaart, den Leferinks und Veldman Lebreton an die Spitze setzen. Im Gedränge dahinter stellte sich das Gespann von Foden quer und dann derart auf, dass die Besatzung durch die Luft katapultiert wurde. Die dahinterfahrenden Pruniers konnten ihr Motorrad gerade noch stoppen, was wiederum Daniels und Bruno Lielbardis in Bedrängnis brachte. Noah Weinmann musste mit Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung ins Krankenhaus transportiert werden. Am Abend dann die vorläufige Entwarnung: Anscheinend war ‹nur› eine Rippe gebrochen und hatte sich in den Lungenflügel gedrückt.

Derweil hatten die Tabellenführer den wieder mit seinem Fahrwerk hadernden Prümmer überholt, Veldman/Lebreton, Leferink/Leferink und Sanders/Vincent zogen nach. Am Ende blieb dem deutsch-österreichischen Duo abermals nur der sechste Platz. Die Pruniers, die sich auf der anspruchsvollen Strecke besser zurechtfanden und nur durch den Foden-Crash zurückgeworfen wurden, konnten ihren Vorsprung in der WM-Wertung etwas vergrößern. Bis zum nächsten Rennen im Sand von Varsseveld hat der GP-Zirkus Pause. Da bleibt zu hoffen, dass Titelverteidiger Hermans, Brett Wilkinson und Noah Weinmann bis dahin wieder fit sind. Ex-Weltmeister Daniel Willemsen will dort abermals mit Joel Hoffmann starten.

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Am kommenden Wochenende findet im westbelgischen Oostrozebeke ein nationals Motocross statt. Hier will Tim Prümmer mit keinem Geringeren als Henry van de Wiel antreten. Mit Alois Wenninger errang der Niederländer 1996 den dritten WM-Rang, dann folgte der Vizetitel und 1998 der vierte WM-Rang. In seiner zweiten Karriere gewann er wiederum als Beifahrer insgesamt sechs Titel in der IMBA-Europameisterschaft (2009, 2010, 2011, 2012, 2014, 2018). Weitere Infos: mclb-vjmo.be

Resultate Motocross-Gespann-WM Anyksciai/LT:

1. Lauf: 1. Vanluchene/van den Bogaart (B/NL), VMC-Zabel. 2. T.Leferink/S.Leferink (NL), VMC-KTM. 3. J.Veldman/Lebreton (NL/F) SMT-KTM. 4. K.Prunier/E.Prunier(F), WSP-KTM. 5. Foden/N.Weinmann (GB/D), WSP-AMS. 6. Prümmer/Schneider (D/A), VMC-AMS. 7. D.Lielbardis/B.Lielbardis (LV), WSP-Mega. 8. Sanders/J.Vincent (B/NL), WSP-Mega. 9. K.Grondman/R.Vincent (NL), VMC-Zabel. 10. Wijers/van Hal (NL), VMC-Zabel. 11. DeCock/A.van de Wiel (B), VMC-Husqvarna. 12. Hotze/Roosileht (NL/EST), WSP-Husqvarna. 13.J.Pirtinas/Aleksejevs (LT/LV), WSP-Mega. 14. R.Rupeiks/Vahter (LV/EST), VMC-Zabel. 15. Raymond/Vareikaite (F/LT), VMC-KTM. 16. Reesna/Mäki (EST/FIN), WSP-Husqvarna. 17. Lubgans/Antons (LV), WSP-Husqvarna. 18. Z.Pirtinas/Zaliauskas (LT), WSP-Mega. 19. Poldsaar/Ruutli (EST), VMC-KTM. 20. Jensen/Petersen (DK), WSP-KTM.

2. Lauf: 1. Vanluchene. 2. Veldman. 3. Leferink. 4. Sanders. 5. Lielbardis. 6. Prümmer. 7. Wijers. 8. Prunier. 9. Grondman. 10. De Cock. 11. Raymond. 12. Rupeiks. 13. J.Pirtinas. 14. Hotze. 15. Lubgans. 16. Z.Pirtinas. 17. Poldsaar. 18. Jaunkauskas/Davidonis (LT), WSP-Mega. 19. Reesna. 20. Foden.

WM-Stand nach 20 von 24 Läufen:

1. Vanluchene 482 Punkte. 2. Prunier 418. 3. Prümmer 401. 4. Wilkinson 320. 5. Leferink 313. 6. Lielbardis 239. 7. Grondman u. Sanders je 225. 9. Foden 223. 10. Hermans 203. 15. Peter 100. 18. Hengster 69. 22. Heinzer 41. 29. Käser 27. 33. Hofmann u. Uhlig je 17. 39. Buob 9.

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