KTM-Chef Neumeister über schwerste Zeit: «Alle Firmenkreditkarten gesperrt»
Fast vier Jahre musste KTM auf einen Grand-Prix-Sieg in der MotoGP warten, das Kunststück gelang beim Heimrennen in Spielberg. KTM-Chef Gottfried Neumeister blickt zurück auf die harten Zeiten.
Seit dem 22. Oktober 2022 in Thailand (Miguel Oliveira) wartete KTM auf einen GP-Sieg in der höchsten Klasse, beim Heimrennen auf dem Red Bull Ring war es am 20. September endlich soweit – unter den Augen sämtlicher Verantwortlicher und Sponsoren, sogar Bajaj-Finanzchef Dinesh Thapar aus Indien war erstmals bei der MotoGP und sichtlich angetan. Für KTM war der
Neumeister: «Motorsport ist das Wichtigste für uns»
«Ich schaffe es nur drei- oder viermal im Jahr zur MotoGP und hoffe immer, dass ich dem Team Glück bringe», erzählte Gottfried Neumeister, seit 23. Januar 2025 Geschäftsführer der Bajaj Mobility AG und KTM AG. «Selbst während der schwierigsten Zeiten konnten wir im Motorsport abliefern und neben der Rallye Dakar in diesem Jahr bereits sechs WM-Titel gewinnen. Motorsport ist unsere DNA. Er ist das Wichtigste für uns und unser Testfeld. Was wir dort lernen, bringen wir in unsere Serienproduktion.»
Neumeister wurde vom früheren Eigentümer Stefan Pierer im Herbst 2024 zu KTM geholt, er brachte die Firma durch das Sanierungsverfahren und betriebswirtschaftlich wieder auf Kurs. «Vor einem Jahr wurde ich gefragt, ob wir weiterhin Motorsport betreiben können», erinnerte sich der neue KTM-Boss. «Wir haben Geld verbrannt und die Frage war legitim. Dadurch wurde aber auch viel Unsicherheit geschaffen und es gab Gerüchte, ob wir das MotoGP-Team verkaufen oder einen Teilhaber an Bord holen. Mir war es sehr wichtig, dass ich dem Team Sicherheit zurückbringe. Wir haben einen neuen
Neumeister: MotoGP-Titel ist das Ziel
«Der MotoGP-Titel ist einer von wenigen, den wir noch nicht gewonnen haben, wir setzen uns voll dafür ein. Wir sind hier, um zu gewinnen», unterstrich Neumeister. «Das ist, was uns antreibt und motiviert – es gibt einen klaren Plan. Wir haben alle Hindernisse überwunden, nicht genügend Budget zu haben. Ich werde nicht müde zu wiederholen, dass unsere Leute zur Dakar fuhren und den Sprit aus der eigenen Tasche bezahlten, weil alle Firmenkreditkarten gesperrt waren. Sie wussten nicht, ob sie das Geld zurückerhalten und noch einen Job haben, wenn sie zurückkommen. Das ist der Geist, der KTM am Leben erhalten hat. Der Motorsport war unser Nordstern – jeder konnte sehen, dass wir etwas erreichen können, egal wie schwierig es ist.»
Wir hatten Probleme, die sind aber gelöst.gottfried neumeister
Abschließend sagte der Österreicher: «Jetzt hat das Team wieder Sicherheit: Es gibt ein volles Bekenntnis zum Sport, das Budget erholt sich und wir können uns auf das Racing konzentrieren. Ja, wir hatten eine sehr schwierige Saison mit Hochs und Tiefs und Verletzungen, die sich auf die Leistungen auswirkten. Wir hatten Probleme, diese sind aber gelöst und unser Motorrad wird besser. Darauf können wir stolz sein, wir sind dabei. Jetzt müssen wir noch ein paar weitere Babyschritte machen und können uns hoffentlich weiter verbessern.»
Acosta war mit der KTM RC16 in Spielberg der überragende Fahrer, in der Weltmeisterschaft liegt der 22-jährige Spanier auf dem vierten Rang und hat noch Titelchancen. Nach dieser Vorstellung schob ihm Weltmeister Marc Marquez (Ducati Lenovo) auch prompt
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