Sieger Jeffrey Herlings (Honda): «Bin gespannt, was Lucas in den USA zeigt»
Mit seinem 115. Grand-Prix-Sieg konnte HRC-Werksfahrer Jeffrey Herlings in Lacapelle-Marival zeigen, dass er die junge Generation selbst unter schwierigen Bedingungen immer noch bezwingen kann.
Temperaturen jenseits der 30-Grad-Grenze forderten die Fahrer beim Grand Prix of France in besonderer Weise heraus. Im schweizerischen Frauenfeld (WM-Runde 3) hatten wir Temperaturen um den Gefrierpunkt. «Mehr als 20 Grad hatten wir in dieser Saison bisher noch nicht», erklärte HRC-Werksfahrer Jeffrey Herlings nach seinem
Jeffrey Herlings mit Blick auf das große Bild
«Gestern war es ein recht komfortabler Sieg. Im ersten Lauf verlor ich am Anfang etwas Zeit und musste zuerst Tom und Andrea überholen. Nachdem ich Zweiter wurde, hatte Lucas schon fünf Sekunden Vorsprung. Diese Lücke konnte ich nicht schließen und ich wollte meine Energie nicht im ersten Lauf verbrauchen. Für den zweiten Lauf war der Start entscheidend. Vor dem Neustart war ich Zweiter. Nach dem Rennabbruch herrschte dann ein ziemliches Chaos. Nach dem Neustart lag ich an der Spitze, aber ich hatte über das gesamte Rennen Druck von Lucas. Am Ende blieb ich fehlerfrei, obwohl ich ihn die ganze Zeit im Nacken hatte. In den letzten drei oder vier Runden bekam ich allerdings harte Arme, aber ich habe meine Position über die Ziellinie gebracht.»
Es wird eine spannende Saison
«Wenn wir so weitermachen, wird das noch eine interessante Saison», erklärte Herlings. «Lucas ist sehr stark. Ich freue mich darauf, ihn auch in Amerika fahren zu sehen, um unser MXGP-Level einschätzen zu können. Aber vorerst freue ich mich über dieses Wochenende. Ich möchte dem Team HRC Petronas für die tolle Arbeit danken. Wir sind viele Rennen gefahren, haben getestet und uns Schritt für Schritt verbessert. Ich freue mich jetzt schon auf Teutschenthal am nächsten Wochenende und hoffe, dass es weniger stressige Rennen werden als heute.»
Mehrere Renneinsätze in der WM-Pause
In der Pause zwischen den Grands Prix 5 und 6 hat Herlings an mehreren Rennen teilgenommen, um seine Intensität für die WM aufrechtzuerhalten. Das ist seine Strategie, um mit Fahrern zu konkurrieren, die teilweise über ein Jahrzehnt jünger sind als er.
«Zunächst einmal habe ich Spaß am Racing. In Holland gibt es immer volle Fahrerfelder. Rennen sind das beste Training. Das Team hat mich dabei unterstützt. Ich brauche das, um mit den Jungen mitzuhalten. Ich muss meine Intensität aufrechterhalten. Im normalen Training habe ich das Gefühl, weniger Intensität als im Rennen zu haben. Kay de Wolf ist superschnell im Sand. Ich denke, dass er im Sand auf jeden Fall den Speed von Lucas und mir hat. Deshalb muss ich meine Intensität halten, wenn ich weiterhin mit diesen jungen Kerlen mithalten will.»
Über die geplanten US-Einsätze der Coenen-Brüder
«Ich bin ziemlich neugierig, wie sie sich in den USA schlagen werden», meint Herlings. «Letztes Jahr bei den Nations war Lucas der Einzige, der das Tempo von Jett [Lawrence] mitgehen konnte. Jetzt müssen wir abwarten, wann Jett zurückkommt. Auch mit Blick auf Haiden [Deegan] bin ich sehr neugierig. In den USA muss man die Strecken sehr schnell lernen. Man hat nur zweimal 10 oder 15 Minuten Training, danach geht es direkt zu den Rennen und die haben besonders am Anfang eine sehr hohe Intensität. Ich freue mich eigentlich sehr, dass Lucas das macht, denn es wird zeigen, wo wir in der WM stehen.»
Verletzungsrisiken
«Ich hoffe nur, dass er nicht zu viele Risiken eingeht, denn am Ende des Tages wollen die Leute, dass wir hier um eine Meisterschaft kämpfen. Sicherlich wird man sagen, dass das Verletzungsrisiko größer ist, aber im Training kann man sich auch verletzen. Letztes Jahr hat er sich auch im Training die Arme gebrochen. Ich selbst habe mich im Training schon oft verletzt.»
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