Speedway-GP-Sieger Leon Madsen: «Von vielen Dingen wissen die Leute nichts»
Im Anschluss an seinen Sieg beim Speedway-Grand-Prix in Prag zeigte sich der Däne Leon Madsen höchst bewegt, weil sehr schwierige Tage hinter ihm liegen. Was diesen Triumph so besonders macht.
In ekstatischem Jubel kniete Leon Madsen auf der Prager Bahn im Marketa-Stadion, nachdem er im Finale des zweiten Speedway-GP des Jahres nach gewonnenem Start vier Runden lang sämtliche Attacken von Vizeweltmeister Brady Kurtz abwehren und das Rennen überraschend gewinnen konnte.
«Es waren sehr harte Zeiten, aber nun scheint es bergauf zu gehen», so der 37-Jährige aus Dänemark. «Ich hatte mit vielen Dingen zu kämpfen, von denen die Leute nichts wissen – Dinge, die sich hinter den Kulissen abspielten. Mental hatte ich noch nie so sehr zu kämpfen und musste tief in mich gehen. Es ist ein schönes Gefühl, zu sehen, dass sich all die harte Arbeit auszahlt und ich bin froh, wieder dabei zu sein. Hoffentlich liegen nun all das Pech und die negativen Ereignisse hinter mir, sodass ich einer positiveren Zukunft entgegenblicken kann.»
Leon Madsen ging mit schwerer Verletzung in die Saison
Sportlich gesehen war Madsen im vergangenen Jahr kein permanenter Grand-Prix-Teilnehmer und hatte nur einen Einsatz als Ersatzfahrer – diesen beendete er ausgerechnet in Prag als Dritter. Über den Challenge verdiente sich der Routinier seinen Platz im Grand Prix 2026, doch der Auftakt in Landshut misslang mit dem letzten Rang komplett. «Ich bin mit einem schweren Sturz in die Saison gestartet, habe mir dabei Rippen und ein Bein verletzt und zudem eine Gehirnerschütterung erlitten. Ich hatte damit viel mehr zu kämpfen, als die Leute vermuteten. Als ich mich gerade wieder etwas besser fühlte, wurde ich von einer Krankheit erwischt und obendrein hatte ich auch noch Probleme mit den Motorrädern.»
Man kann sich nie zu 100 Prozent sicher sein.leon madsen
Der zweifache Vizeweltmeister hofft, mit dem Triumph in Prag diese Probleme weitgehend hinter sich lassen zu können. «Jetzt fühle ich mich besser. Wir haben sehr hart gearbeitet und einige Änderungen an den Motorrädern vorgenommen. Ich habe einige Trainingseinheiten absolviert, dabei hatten wir ein sehr gutes, sogar ein äußerst positives Gefühl. Ich spürte, dass das Motorrad im Training gut funktionierte, doch man kann sich nie zu 100 Prozent sicher sein, bis man tatsächlich gemeinsam mit den anderen Jungs am Startband steht», so Madsen, der den Triumph in der tschechischen Hauptstadt seinen beiden Töchtern widmete. «Hoffentlich sehen sie, wie ihr Papa gewinnt, und können stolz auf ihn sein.»
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