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MotoGP 2027 näher an der Moto2? Laut Honda bleiben die 850er «Bestien»

Die neuen MotoGP-Bikes erinnern technisch teilweise an Moto2-Maschinen. Honda-Technikdirektor Romano Albesiano glaubt trotzdem nicht, dass die 850er einfacher werden.

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Mit den neuen 850er-Prototypen ab der Saison 2027 verändert sich die MotoGP grundlegend. Weniger Hubraum, keine Ride-Height-Devices und der Wechsel zu Pirelli-Reifen sorgen dafür, dass viele Beobachter die kommenden Motorräder als eine Art Mischung aus aktueller MotoGP und Moto2 ansehen.

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Vor allem durch die neuen Reifen entsteht eine interessante Verbindung zur mittleren Grand-Prix-Klasse. Denn viele Nachwuchspiloten und Moto2-Fahrer kennen die Pirelli-Charakteristik bereits bestens. Moto2-Champion Diogo Moreira bringt viel Erfahrung mit und könnte für HRC beim 850er-Projekt ein wichtiger Baustein sein. Doch bei den Tests der neuen Motorräder greifen strenge Einschränkungen für die aktuellen MotoGP-Piloten.

«Ein Vertragspilot darf die 850er nur an … wenn ich mich richtig erinnere … ein paar Tagen testen. Wir werden sehen. Darüber wird noch diskutiert», erklärte Honda-Technikdirektor Romano Albesiano im Gespräch mit SPEEDWEEK.com-Redakteur Thomas Kuttruf.

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Dadurch stellt sich zwangsläufig die Frage, ob Fahrer mit Moto2-Erfahrung bei der Entwicklung der neuen Generation sogar Vorteile haben könnten. Albesiano hält diesen Gedankengang durchaus für nachvollziehbar. «Ja, das könnte Sinn ergeben. Denn sie sind an ähnliche Reifen gewöhnt. Und wenn man das Motorrad selbst betrachtet, dann könnte man sagen, dass das Bike etwas ähnlicher zu einer Moto2 wird.»

Warum auch die 850er-MotoGP-Bikes wilde Tiere sind

Doch genau an diesem Punkt widerspricht der Italiener der weit verbreiteten Theorie, die neuen MotoGP-Bikes würden automatisch einfacher oder weniger spektakulär werden. Zwar verschwinden einige technische Hilfen und die Aerodynamik wird eingeschränkt, doch Albesiano erwartet trotzdem extrem anspruchsvolle Motorräder.

«Die Motorräder werden trotzdem ungefähr 100 PS mehr haben als eine Moto2. Deshalb bleibt ein MotoGP-Bike eine Bestie. Ein völlig anderes Tier als ein Moto2-Bike», stellte der ehemalige Aprilia-Technikchef klar. Aus seiner Sicht unterschätzen viele Beobachter die Komplexität der kommenden 850er-Prototypen.

Denn trotz kleinerer Flügel und reduzierter Aerodynamik werde das Thema Aero sogar noch wichtiger als heute. «Es wird zwar weniger Aerodynamik geben. Die Flügel werden kleiner. Aber gleichzeitig gibt es auf eine gewisse Art und Weise noch mehr Aerodynamik. Denn jeder Hersteller versteht die Aerodynamik immer besser und erkennt das Potenzial», erklärte Albesiano.

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Weniger Freiheiten bei der Aerodynamik als bisher, aber...

Der Honda-Technikdirektor rechnet deshalb weiterhin mit hochkomplexen Prototypen, die enorme fahrerische Anforderungen stellen werden. Gerade weil einige elektronische Hilfen reduziert werden, könnten die Motorräder sogar schwieriger zu fahren sein als die aktuellen 1000er. «Bei den 850ern wird die Aerodynamik sehr wichtig sein. Sehr wichtig. Nicht weniger wichtig als jetzt – vielleicht sogar wichtiger», betonte Albesiano.

Interessant ist dabei auch sein Blick auf die Moto2-Klasse. Dort erkennt der Italiener ebenfalls eine zunehmende Entwicklung im Bereich der Aerodynamik. «Ich will nicht sagen, dass Moto2 eine Low-Level-Kategorie ist. Auch dort wird mittlerweile viel Arbeit im Bereich Aerodynamik geleistet», lobte Albesiano.

Trotz gewisser Gemeinsamkeiten bei Reifen und Fahrstil bleibt für den Honda-Technikchef deshalb klar: Die MotoGP-Bikes der Zukunft werden keine verkleideten Moto2-Maschinen sein – sondern weiterhin hochgezüchtete Prototypen mit brutaler Performance.

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