Silverstone-Chef Lewis Hamilton (Ferrari): «Fahrer wissen, das wird schräg»
Der englische Ferrari-Superstar Lewis Hamilton ist zuhause: Neun Mal bereits hat er den britischen Grand Prix von Silverstone gewinnen können. Aber bei Ausgabe 2026 des Traditions-GP ist alles anders.
Früher hat der grosse Michael Schumacher gesagt: «Spa ist mein Wohnzimmer. So viel schöne Dinge sind dort für mich passiert.» Schumi debütierte 1991 in Belgien, fuhr dort 1992 mit Benetton seinen ersten Sieg ein und zeigte im Laufe der Jahre einige fabelhafte Rennen auf der Traditionsstrecke in den Ardennen.
Aber auch andere Superstars haben ihre Wohnzimmer und das von Lewis Hamilton heisst Silverstone: Auf dieser Strecke hat der siebenfache Weltmeister neun Mal gewonnen – 2008 mit McLaren und dann unfassbare acht Mal mit Mercedes, 2014 bis 2017, 2019 bis 2021 sowie 2024.
Hamilton sagt vor seinem Heimauftritt: «Ich schätze, Silverstone passt besser zum Ferrari als der Red Bull Ring. Ich glaube auch, dass die Pistencharakteristik von Silverstone zu einem bedeutenderen Test in Sachen Kräfteverhältnis wird als die Strecke von Österreich.»
«Die schnellen englischen Kurven und die hohen Querkräfte werden bei niedrigeren Temperaturen ein zuverlässigeres Bild des Potenzials von Mercedes, Red Bull Racing und Ferrari liefern.»
«Die Aufgabe wird knifflig: Viele Kurven, wenige Geraden, um Energie zu sammeln. Das bedeutet vielleicht auch, dass unser Defizit weniger gross ist als üblich. Und dann zähle ich natürlich auf die fabelhafte Unterstützung der britischen Fans. Das Band zwischen den Fans und mir ist zwanzig Jahre stark. Ich fahre hier zum 20. Mal Formel 1, und es ist jedes Mal phänomenal. Für jeden britischen Fahrer ist es ein Privileg, hier zu fahren.»
«Es ist schwer in Worte zu fassen, was es für einen Briten wie mich bedeutet, hier zu fahren. Ich blicke hier oft in die Tribünen hoch, und es raubt mir jedes Mal den Atem. Als zusätzlichen Druck habe ich die Unterstützung der Fans nie empfunden, sondern nur als zusätzlichen Ansporn.»
«Was Ferrari angeht, so verloren wir in Österreich vier Zehntel auf den Geraden. Das kannst du in den Kurven fast nicht gutmachen. Silverstone ist kurviger, aber wir haben auch hier lange Geraden. Und alle Fahrer diskutieren intensiv darüber, wie schräg hier das Energie-Management sein wird. Das Layout erlaubt es nicht, die Batterie voll zu laden, und ich bin selber neugierig zu erleben, wie sich das auf den Sport auswirken wird.»
«Früher sind wir voll durch Copse gepfiffen, dieses Mal werden wir da wohl zurückschalten müssen, um Energie aufzunehmen. Maggotts und Becketts war früher atemberaubend, nun werden wir dort durchrollen, um Energie zu sparen. Das bietet sicher nicht den gleichen Fahrpass wie in den vergangenen Jahren.»
«Meine Ingenieure haben mich gelöchert, was ich hier in England besonders mache. Wir werden nur ein Training haben, dann geht es schon in die Sprint-Quali, Erfahrung zählt hier etwas.»
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