Superbike: Was sagen Tulovic, Schrötter und Reiterberger zur Halbzeit 2026
Nach der Hitzeschlacht von Most geht es in der Motorsport Arena Oschersleben am Sonntagmittag umgehend mit der zweiten Hälfte der Euro Moto Saison los. Was sagen die Top-5?
Lukas Tulovic führt die Gesamttabelle an, obwohl sein Auftritt in Brünn wegen eines lange unbemerkt gebliebenen Defekts am Federbein ziemlich in die Hose ging. Ansonsten zeigte der Ducati-Pilot eine einwandfreie Leistung und peilt klar die Titelverteidigung an. Sein erster Verfolger ist der ehemalige WM-Pilot Marcel Schrötter, der in Oschersleben erst noch die Standfestigkeit seines rechten Knies testen muss, das er sich bei einem Crash in Suzuka/Japan ordentlich lädiert hatte. Florian Alt ist nach einem eher dürftigen Auftakt wieder auf dem Vormarsch und nutzt jede sich ihm bietende Chance mit allem, was seine Honda hergibt, aus. Markus Reiterberger hat zwar schon einen Laufsieg geholt, doch so leicht wie in der Vergangenheit gehen sie ihm mit seinem aktuellen Euro Moto-Paket noch nicht von der Hand. Twan Smits zeigt mit seiner mit allen möglichen Schikanen ausgerüsteten Yamaha R1, dass er inzwischen regelmäßiger Gast auf den Top-Plätzen ist.
Lukas Tulovic: «Oschersleben war immer ein gutes Pflaster»
«Viel zu sagen gibt es nicht», meinte der Ducati-Pilot vor den Rennen in Oschersleben. «Es sieht aktuell schön aus. Wenn man zurückdenkt, vor einem Jahr sah die Situation ganz anders aus. Da hatten wir deutlich mehr Probleme als dieses Jahr. Wir sind schlauer und wissen, worauf es ankommt und versuchen natürlich, den Titel zu verteidigen. Zu gewinnen. Dafür bin ich hier, dafür ist Ducati hier und dafür ist mein Team da. Um zu gewinnen, ganz klar. Das Ziel ist nicht nur, den Titel zu gewinnen, sondern am besten jedes Rennen zu gewinnen. Dementsprechend ist der Meisterschaftsstand erstmal sekundär. Wir fokussieren uns auf jedes Wochenende und holen immer das Maximum raus. Dann schauen wir, wo wir stehen. Aber klar, Oschersleben war in der Vergangenheit immer ein gutes Pflaster für uns.»
Marcel Schrötter: «Oschersleben wird schwierig»
«Vom Platz er gut», beurteilt BMW-Pilot Marcel Schrötter die Lage in Sachen Gesamtwertung. «Wir wissen, wie schwer es ist, das Paket vor uns zu schlagen. Von dem her haben wir fast das Bestmögliche möglich gemacht. Aber wenn ich einzelne Ergebnisse anschaue, bin ich nicht hundertprozentig zu zufrieden. Da hätte das eine oder andere besser laufen können. Das eine oder andere Rennen würde ich alleine schon auf Grund der bis jetzt gemachten Erfahrung anders angehen. Das wird mir beim nächsten Mal besser gelingen. Aber die Erfahrung im ersten Jahr in der Euro Moto Superbike, wie sich was verhält, muss man erst mal machen. Wir wissen, wie schwer der Lukas auf der Ducati zu schlagen ist, wenn es bei ihm alles funktioniert. Da ist dann eben auf Platz 2 zu sein das nächstgrößere Ziel. Den Platz will ich auch mindestes behalten. Aber leider bin ich aktuell angeschlagen. Trotzdem bleibt mein Ziel, das Bestmögliche rauszuholen und auf dem Podium zu stehen, beziehungsweise um Siege zu kämpfen. Oschersleben wird schwierig. Aber klar, Ziel ist, so oft wie es geht Lukas zu schlagen oder mindestens Platz 2 in der Meisterschaft zu halten.
Florian Alt: «Wir werden wie gewohnt tiefstapeln»
Gleich zweimal rückte Florian Alt mit dem HRP-Team in Oschersleben zum Test an – erst für zwei Tage, später noch einmal für einen weiteren. «Ich glaube, wir sind jetzt näher dran als im letzten Jahr», erklärte Alt auf euromoto.racing. In den Tests wurde das Motorrad an vielen Stellen weiterentwickelt. «Wir werden wie gewohnt ganz tiefstapeln. Wenn ich an Most und Brünn zurückdenke, habe ich auf den letzten Runden richtig Meter gutmachen können. Es geht nicht darum, einmal richtig schnell zu sein – entscheidend ist, am Ende vorne dabei zu sein. Tulovics Auftritt in Italien zeigt, wie hoch das Niveau in der Euro Moto inzwischen ist. Tulo hat aktuell das beste Gesamtpaket.»
Markus Reiterberger: «Erst dann können wir uns Gedanken um die Tabelle machen»
«Ja, ich bin etwas weiter hinten, als erhofft», beschreibt der BMW-Pilot seine Gefühlslage vor Oschersleben. «Wobei der Florian Alt und Marcel Schrötter in Reichweite sind. Und vor Twan Smits hinter mir muss ich mich in Acht nehmen. Lukas Tulovic ist leider ein wenig weiter weg. Aber nichts ist unmöglich. Wir müssen auf jeden Fall schauen, dass wir unser Bike und unser Paket wieder in den Griff kriegen, so wie in Brünn. Eher nicht so wie in Most. Damit wir einfach wieder um Siege und Podestplätze kämpfen können und den Rückstand auf meine Konkurrenten verkürzen. Wir werden wieder alles geben, das ist unsere Hauptaufgabe, erst dann können wir uns Gedanken machen um die Tabelle.
Twan Smits: «Jetzt liegt es an mir»
«Der Speed war die ganze Saison über da, aber das allein reicht nicht aus», ist sich der Niederländer auf seiner Yamaha bewusst. «Ich bin wirklich stolz auf das Team und die Fortschritte, die wir seit dem Start dieses Projekts im Jahr 2025 gemacht haben. Jetzt liegt es an mir, noch das letzte Quäntchen aus meinem Renntempo herauszuholen und um den obersten Platz auf dem Podium kämpfen zu können.»
Punktestand Euro Moto Superbike nach sechs von 14 Rennen
1. 129 Punkte Lukas Tulovic (D), Ducati, Triple M Racing Ducati Frankfurt
2. 96 Punkte Marcel Schrötter (D), BMW, GERT56 by RS Speedbike
3. 87 Punkte Florian Alt (D), Honda, Holzhauer Racing Promotion
4. 85 Punkte Markus Reiterberger (D), BMW, Masteroil-alpha-Van Zon-BMW
5. 81 Punkte Twan Smits (NL), Yamaha, Team Apreco
6. 57 Punkte Toni Finsterbusch (D), BMW, GERT56 by RS Speedbike
7. 56 Punkte Kevin Orgis (D), BMW, ORM Racing
8. 49 Punkte Hannes Soomer (EST), Masteroil-alpha-Van Zon-BMW
9. 45 Punkte Lorenzo Zanetti (I), Ducati, Triple M Racing Ducati Frankfurt
10. 33 Punkte Jan-Ole Jähnig (D), BMW, GERT56 by RS Speedbike
11. 32 Punkte Jan Mohr (A), Masteroil-alpha-Van Zon-BMW
12. 24 Punkte Soma Görbe (HU), BMW, BCI MW Racing Team
13. 19 Punkte Milan Merckelbagh (NL), Masteroil-alpha-Van Zon-BMW
14. 16 Punkte Leon Orgis (D), BMW, ORM Racing
15. 14 Punkte Marco Fetz (D), BMW, Fetz Racing
16. 10 Punkte Christoph Beinlich (D), BMW, BRT
17. 4 Punkte Patrick Hobelsberger (D), Honda, Hobelsberger Racing Team
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