22 Hektar Wald und Wiesen in Flammen: Rallyefahrzeug löst Großbrand aus
Der Brand wurde offenbar durch einen technischen Defekt an einem Rallyeauto verursacht, das ohne Genehmigung auf einem Feldwirtschaftsweg zu Testfahrten unterwegs gewesen war.
Wie die Tageszeitung St. Wendler Nachrichten berichtet, breitete sich das Großfeuer sich am Donnerstagmittag gegen zwölf Uhr zwischen den Gemeinden Reichenbach und Kronweiler nahe Baumholder im Kreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz aus.
Starke sich ständig drehende Winde führten die Flammen in verschiedene Richtungen und fachten das Feuer immer wieder an. Ob der rasanten Ausbreitung wurde schließlich Alarmstufe 4 ausgelöst. Somit übernahm der Kreis Birkenfeld unter Gesamtleitung von Landrat Miroslaw Kowalski die Einsatzleitung.
Etwa 220 Einsatzkräfte wurden im Kampf gegen die Flammen gebunden. Neben den Feuerwehren aus dem Landkreis Birkenfeld rückten auch Kräfte aus den Landkreisen Bad Kreuznach, Kusel und dem saarländischen Landkreis St. Wendel an. Darüber hinaus unterstützten die Bundeswehr aus Baumholder, die US-Feuerwehr Baumholder sowie Fachkräfte der Organisation @Fire Deutschland den Einsatz.
Aus der Luft warfen drei Löschhubschrauber fortlaufend Wasser über den Brandherden ab. Am Boden setzten die Einsatzkräfte mehrere Bulldozer und einen Panzer der Bundeswehr ein, um Brandschneisen anzulegen. Zusätzlich kam ein Wasserwerfer der Polizei Rheinland-Pfalz mit einem 10.000-Liter-Wassertank zum Einsatz.
Einen wichtigen Beitrag leisteten auch zahlreiche Landwirte aus dem Landkreis. Sie transportierten mit Güllefässern große Mengen Wasser in das schwer zugängliche Gelände und sicherten so die Wasserversorgung der Einsatzkräfte.
Die steile Topografie mit schwer erreichbaren Hängen erschwerte die Löscharbeiten erheblich. Immer wieder auffrischender Wind ließ Glutnester erneut aufflammen. Die Einsatzleitung geht davon aus, dass ihre Arbeiten noch mehrere Tage andauern werden.
Nach Angaben der Kreisverwaltung Birkenfeld war der Fahrer des Rallyeautos mit dem Wagen auf einem Feldweg bei Reichenbach unterwegs gewesen, als ein technischer Defekt auftrat. Für die Testfahrt hatte offenbar keine Genehmigung vorgelegen.
Der asphaltierte Feldweg ist allerdings nur für den nur für Landwirtschaftsfahrzeuge freigegeben. Für die Testfahrt hätte der Fahrer bei der Ortsgemeinde Reichenbach eine Genehmigung beantragen müssen.
Der Südwestrundfunk (SWR) berichtet, dass der Ortsbürgermeister vor etwas mehr als einem Monat von einem Bekannten des Fahrers nachgefragt worden sei, ob es denn möglich wäre, den Feldweg für Testfahrten zu nutzen. Er habe gesagt, dass er grundsätzlich nichts dagegen habe, weil hier in der Vergangenheit schon öfters Profisportler geübt hätten.
Voraussetzung wäre für ihn aber gewesen, dass für Sicherheit gesorgt worden wäre. Die Kreisverwaltung sowie die Feuerwehr hätten involviert werden müssen. Auch wären Streckenposten notwendig gewesen. Zudem wäre eine Absperrung rund um den Feldweg eine Voraussetzung gewesen.
Stattdessen habe der Fahrer noch nicht einmal Bescheid gegeben. Der Rathauschef hätte zudem nicht erwartet, dass jemand auf die Idee kommt, bei dieser Witterung überhaupt eine Testfahrt unternehmen zu wollen.
Etwa 70 Kilometer von Reichenbach entfernt wird an diesem Wochenende die ADAC Rallye Mittelrhein im Mosel-Eifelgebiet als Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft mit dem Servicezentrum Wittlich wie geplant durchgeführt.
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