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Andrea Locatelli: Der neue Yamaha-Stern am SBK-Himmel

Supersport-Weltmeister Andrea Locatelli schaffte es auf dem TT Circuit in Assen zum ersten Mal mit dem Superbike aufs Podium. Diesen Erfolg bezeichnet er als «schönsten Tag seines Lebens».

Superbike WM

Im Artikel erwähnt


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Kein anderer Hersteller in der Superbike-WM hat so viele junge talentierte Fahrer unter Vertrag wie Yamaha: Vom Quartett Toprak Razgatlioglu, Garrett Gerloff, Andrea Locatelli und Kohta Nozane ist keiner älter als 25 Jahre. Die beiden Erstgenannten haben ihr herausragendes Können bereits mehrfach unter Beweis gestellt, seit Sonntag gehört auch Locatelli zu den Fahrern, die es in der seriennahen Weltmeisterschaft aufs Podium geschafft haben.

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2020 gewann der Italiener die Supersport-WM mit nie dagewesener Dominanz: In den ersten neun Rennen siegte der Italiener, insgesamt gewann er 12 der 15 Läufe und wurde mit 104 Punkten Vorsprung auf Lucas Mahias Champion.

Im Sprintrennen am Sonntagvormittag bretterte Locatelli als Dritter hinter Jonathan Rea (Kawasaki) und Pata-Teamkollege Razgatlioglu über die Ziellinie. Doch weil die beiden Yamaha-Fahrer in der letzten Runde die verbotenen grünen Flächen neben der Strecke mitbenützten, wurden sie zurückgestuft und Ducati-Werksfahrer Michael Rinaldi als Zweiter gewertet – "Loka" ging als Vierter leer aus.

"Die Regeln sind eindeutig, auch wenn ich mit ihnen nicht glücklich bin", erzählte Locatelli in kleiner Journalistenrunde. "Ich hatte dadurch keinen Vorteil, ich finde, das sollte berücksichtigt werden. Deshalb halte ich die Strafe für fragwürdig, aber so sind die Regeln eben. Ich hoffe, sie werden für die Zukunft angepasst."

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Im zweiten Hauptrennen ging Locatelli überraschend in Führung, nachdem Gerloff Razgatlioglu in der ersten Kurve abgeräumt hatte. Der 24-Jährige konnte sich bis zur Rennmitte gegen Rea behaupten und führen. Bis Runde 18 von 21 war er tapferer Zweiter, dann ging auch Scott Redding (Aruba Ducati) an ihm vorbei.

Doch Rang 3 ist ein grandioser Erfolg und eine weitere Bestätigung seiner Begabung. "Ich war schnell und hatte einen guten Rhythmus", grinste Andrea. "Ich pushte sehr und konnte sogar eine Lücke gegenüber Johnny auffahren. Letztlich hatte ich aber mit meinem Hinterreifen zu kämpfen. Ich nützte den weichen SCX, er warf Blasen und drehte die letzten fünf Runden stark durch. Das machte das Fahren sehr schwierig, deshalb kam Redding an mir vorbei. Aber das ist mein erster Podestplatz, ich bin glücklich. Ich hielt das nicht für möglich, Assen ist keine einfache Strecke. Aber ich war vom ersten Tag an schnell und machte keine Fehler. Wir haben das ganze Wochenende sehr gut gearbeitet."

Locatelli bezeichnete diesen dritten Platz als "schönsten Tag seines Lebens". Wieso stuft er diesen Erfolg höher ein als seine Siege und den Titelgewinn in der Supersport-Klasse, hakte SPEEDWEEK.com nach. "Superbike ist für mich wie MotoGP", unterstrich der Yamaha-Pilot. "Mein Traum war MotoGP zu fahren, aus verschiedenen Gründen war es aber nicht möglich, im alten Fahrerlager zu bleiben. Für mich ist das hier das neue Fahrerlager – und ich liebe es. Das ist mein erstes Superbike-Jahr, es ist unglaublich, dass ich einen Podestplatz erreicht habe. Nach fünf Rennen! Okay, es waren mehr Rennen, wir fahren ja jedes Wochenende drei. Aber letztlich war Assen erst mein fünftes Superbike-Wochenende."

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