Max Verstappen über Alonso-Rücktritt: «Jammerschade, ihn zu verlieren»
Aston Martin-Star Fernando Alonso hat am Hungaroring betont: «Das Fahren mit diesen Autos macht keinen Spass.» Max Verstappen findet: «Es wäre jammerschade, würden wir Fernando verlieren.»
Werden sich die Formel-1-Fans auch 2027 über Fernando Alonso freuen können? Noch hat der zweifache Weltmeister nicht gesagt, was genau er im nächsten Jahr machen wird. Einen Team-Wechsel, angeblich zu Alpine, schliesst der bald 45-Jährige aus: «Ich habe mit Aston Martin einen Vertrag.»
Aber das bedeutet noch lange nicht, dass der 32-fache GP-Sieger auch Grands Prix fahren wird. Am Hungaroring hat der Spanier gesagt: «Ich habe null Zweifel, dass Adrian Newey eines Tages für Aston Martin das beste Formel-1-Auto des Feldes baut. Ich weiss auch, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Honda seine Probleme aus der Welt geschafft hat.»
«Meine Entscheidung hat nichts mit dem Verlauf dieser Saison zu tun. Ich will lieber verstehen, was das Team alles plant. Ich fühle mich frisch und motiviert und schnell. Aber ich muss auch Freude an der Arbeit haben, und – ganz ehrlich – das Fahren in Silverstone und Spa hat keinen Spass gemacht.»
«Wir sollten doch unseren Sport immer besser machen, aber für mich am Lenkrad und auch für viele Zuschauer ist das eine Formel 1, die nicht erfreulich ist. Ich spürte zuletzt nicht das gleiche Adrenalin am Steuer wie früher.»
Max Verstappen ist gleicher Meinung: «Das komplexe Energie-Management bedeutet, dass wir teilweise – Beispiel Spa – mit einer Motorleistung herumfahren, die einfach nicht Formel-1-würdig ist. Als vor Jahren von diesen neuen Regeln gesprochen wurde, da habe ich genau vor solchen Zusammenhängen gewarnt.»
«Letztlich ist das Fahren mit diesen Autos widernatürlich, und vielleicht sind es die Leute auch ein wenig leid, wenn ich darüber spreche. Auch das habe ich gemeint, als ich in Belgien sagte, ich müsse aufpassen. Es macht keinen Spass, diese Autos zu fahren, und es macht auch keinen Spass, immer wieder darüber zu reden.»
«Und es wird auch nicht besser, wenn wir ab 2027 etwas weniger Elektrik-Power haben und etwas mehr Leistung vom Verbrenner kommt. Das ändert am grundsätzlichen Problem nichts.»
«Manchmal ist es so merkwürdig, dass es fast schon lustig ist. Du siehst vor dir zwei Fahrer kämpfen, dabei verbrauchen sie die ganze elektrische Energie und so pfeifst du danach kinderleicht an ihnen vorbei. Aber das sind keine befriedigenden Überholmanöver.»
«Ich bin halt alte Schule: Du schleichst dich an einen Gegner heran, studierst ihn und dann verblüffst du ihn mit einer Attacke an überraschender Stelle oder du bremst einfach später. Heute fährst du an ihm vorbei, weil er keinen Saft mehr in der Batterie hat. Das ist doch nicht das gleiche, so sollte Racing nicht sein.»
«Ein anderes Beispiel für mich: dass wir in gewissen Kurven nicht so schnell fahren, wie wir könnten, sondern wir schalten runter und drehen höher, um Energie zu sammeln. Das ist für mich nicht Racing, das ist, was ich als widernatürlich bezeichnet habe. Aber wenn ich mit meinem jahrelang gewohnten Fahrstil antreten würde, dann wäre ich pro Runde eine halbe Sekunde langsamer. Alles ist einfach viel zu kompliziert geworden.»
Zum möglichen Rücktritt von Fernando Alonso meint Verstappen: «Generell bin ich voll auf einer Linie mit Fernando, diese Autos sind einfach nicht, was wir uns als Vollblut-Racer wünschen. Es wäre jammerschade, würden wir Fernando verlieren.»
«Wir stehen an unterschiedlichen Punkten unserer Karriere. Er ist bald 45 und hat so viel erreicht in seiner Karriere, ich bin erst 28. Doch es schmerzt mich zu sehen, dass er um 20. Plätze kämpfen muss, während er vom rohen Talent her mindestens unter die besten Fünf gehört.»
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