Für Nicolo Bulega ist klar: Wer siegen will, muss Geld in die Hand nehmen
Das Thema Balance-Regel in der Superbike-WM ist hoch emotional und umstritten. Jeder wünscht sich sportliche Fairness, die Show soll aber auch nicht zu kurz kommen. Was der Weltmeister dazu sagt.
Seit dem 12. Oktober 2025 wurde jedes Rennen in der Superbike-WM von Ducati gewonnen. Für 2027 wird das technische Reglement angepasst, damit auch andere Marken wieder Erfolgsaussichten haben. Einerseits sollen Investitionen und herausragende Leistungen von Marken wie Ducati, BMW oder Bimota gewürdigt werden und sich in den Ergebnissen niederschlagen. Gleichzeitig sollen Honda, Yamaha und Kawasaki zumindest eine Chance haben, an einem guten Tag vorne mitzumischen, ohne viele Millionen in die Entwicklung von neuen Modellen stecken zu müssen, die für sie kaum noch Marktrelevanz haben.
Die Hersteller haben sich deshalb darauf geeinigt, die Balance-Regel zu modifizieren. Zur aktuellen Limitierung der Kraftstoffdurchflussmenge pro Hersteller kommt eine vorgeschriebene Maximaldrehzahl als zweites Instrument hinzu. Das gab es in der Vergangenheit schon einmal, die Maximaldrehzahl als einziges Balance-Instrument war aber zu wenig. Gleiches gilt für den erlaubten Benzindurchfluss. In Kombination sollen sie wirksamer sein, so die Hoffnung aller Beteiligten.
Die Maximaldrehzahl kann alle zwei Veranstaltungen pro Hersteller in Schritten von 500/min nach oben oder unten korrigiert werden. Der Startpunkt ist abhängig von der Maximaldrehzahl des homologierten Serienmodells.
Für 2028 wird dann im nächsten Schritt das Bewertungssystem für den Erhalt von Concession- und Super-Concession-Teilen angepasst. Das sind Änderungen am Motor und Chassis, die laut normalem Reglement nicht erlaubt sind, und die nur Hersteller zugesprochen bekommen, die technisch weit hinterherhinken.
Bulega hat eine Klare Meinung zu den Regeln
Das Thema Balance-Regel ist hoch emotional und umstritten. Einerseits wünscht sich jeder sportliche Fairness und die Belohnung sehr guter Ingenieursleistungen, andererseits soll aber auch die Show nicht zu kurz kommen. Für Weltmeister Nicolo Bulega aus dem Ducati-Werksteam liegt der Fall klar: «Ich habe meine Meinung immer gesagt: Wenn ein Werk ein großartiges Motorrad baut, viel Geld in ein Projekt investiert und gewinnt, warum muss es dann gestoppt werden? Sie folgen den Regeln, investieren mehr und leisten bessere Arbeit als die anderen. Die anderen Hersteller sollten gleich viel in die Superbike-WM investieren, wie es Ducati in den vergangenen Jahren getan hat, wenn sie gewinnen wollen.»
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