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Iker Lecuona (Ducati) deklassierte sogar Bulega: «Nicht damit gerechnet»
Iker Lecuona gewann das erste Rennen in Cremona mit 5,6 Sekunden Vorsprung. Nicolo Bulega ging nach zwei Stürzen am Freitag kein unnötiges Risiko ein – und hofft nun auf die Titelfeier am Sonntag.
Nicolo Bulega musste sich in der laufenden Superbike-Saison erst zum zweiten Mal geschlagen geben. Nach Iker Lecuonas Sieg am Samstag in Donington Park war es erneut sein Teamkollege, der ihn bezwang: Im
«Iker war sehr, sehr stark. Ehrlich gesagt hätte ich zu viele Risiken eingehen müssen, um bei ihm zu bleiben», erklärte Bulega. «Deshalb war es heute sehr wichtig und klug, das Rennen zu Ende zu fahren. Auch Platz 2 ist gut. Hier sind viele meiner Fans, und ich würde die Meisterschaft gern hier entscheiden.»
Bulegas Vorsicht hatte einen konkreten Grund. Am Freitag war er in beiden freien Trainings gestürzt und hatte dadurch Fahrzeit verloren. Während er den ersten Sturz nachvollziehen konnte, blieb ihm der zweite ein Rätsel. «Nach gestern hatte ich das Gefühl für das Motorrad verloren. Warum ich am Vormittag gestürzt bin, weiß ich. Warum ich am Nachmittag gestürzt bin, weiß ich nicht», sagte er beim Treffen mit SPEEDWEEK.com. «Wenn man nach einem Sturz nicht weiß, was passiert ist, ist es besser, alles zurückzusetzen und sich Schritt für Schritt mit 90 Prozent heranzutasten. Vielleicht kann ich morgen mit 95 Prozent fahren.»
So näherte sich Bulega seiner gewohnten Geschwindigkeit über den Samstag hinweg wieder an. «Heute Morgen habe ich mit 80 Prozent angefangen, in der Qualifikation waren es 90 Prozent. Das Rennen war dann sehr lang, die Asphalttemperatur höher und das Gripniveau nicht besonders gut. Deshalb habe ich entschieden, dass Platz 2 ein gutes Ergebnis ist.»
Auf die Frage, ob Ducati-Corse-Chef Luigi Dall’Igna ihm geraten habe, ruhig zu bleiben, antwortete Bulega: «Nein. Ich wollte einfach nichts Dummes machen.» In der Anfangsphase sei er noch direkt hinter Lecuona gefahren. «Als Montella in der ersten oder zweiten Runde vor mir stürzte – ich weiß nicht mehr genau, wann –, habe ich etwas Zeit verloren. Danach fühlte ich mich in den ersten Runden eigentlich gut. Iker war schnell, aber zunächst nicht unglaublich viel schneller.»
Als der Reifenverschleiß einsetzte, änderte sich das: «In dem Moment, als ich den Abbau etwas spürte, war er deutlich schneller. Da habe ich entschieden, dass Platz 2 gut ist.» Auch körperlich haben die Stürze vom Freitag offenbar keine größeren Folgen. «Nach dem Sturz gestern hatte ich ein bisschen Schmerzen an der Schulter, aber nur leicht», berichtete Bulega.
Am Sonntag könnte er vor heimischem Publikum den WM-Titel gewinnen. Auf die Frage, was dafür noch nötig sei, erkundigte sich Bulega zunächst selbst nach der Punktzahl: «Wie viele Punkte muss ich morgen holen? 20? Dann werde ich versuchen, 20 Punkte zu holen.»
Dass dieses Wochenende anders ist als ein gewöhnliches Rennwochenende, spürt er längst. Ducati-Corse-Chef Dall’Igna und zahlreiche hochrangige Manager der Marke sind in Cremona vor Ort. «Wenn ich morgens in meinem Motorhome aufwache, fühlt es sich anders an», sagte Bulega. «Wir sind in Italien. Viele meiner Fans sind hier und viele Freunde sind aus Misano gekommen, um mich zu unterstützen. Ich hoffe, dass wir eine große Party feiern können.»
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