Domi Aegerter (33): «Meine Zukunft ist nicht sicher»
Der Schweizer Dominique Aegerter hatte das ganze Misano-Wochenende den Speed für die Top-10, erreichte in den drei Superbike-WM-Rennen aber nicht einen Punkt. Seine Yamaha gab gleich zweimal den Geist auf.
Es kommt selten vor, dass Dominique Aegerter ohne Worte ist, doch in Misano hat es ihm die Sprache verschlagen. Nach Platz 9 im Qualifying schied der Rohrbacher in beiden Hauptrennen mit Motorschaden an seiner Yamaha R1 aus, jeweils spektakulär mit viel Rauch. Im Sprint kam er als Zehnter ins Ziel, in diesem bekommen aber nur die ersten neun Punkte – damit ging Domi am vergangenen Wochenende leer aus.
"Ich habe nicht sehr professionell reagiert, in dem ich aufs Motorrad schlug", sagte Aegerter gegenüber SPEEDWEEK.com. "Das tut mir leid, Yamaha. Aber in diesem Moment, mit so viel Adrenalin… Ich hatte ein gutes Gefühl und habe in den ersten Runden viele überholt, habe krasse Überholmanöver gemacht. Ich hatte eine starke Pace. Hinzu kommt: Wenn so etwas passiert, auf der Geraden, jemand kommt von hinten mit 200 km/h und du hast keinen Vortrieb, dann ist das nicht ungefährlich. Wenn ein Motor explodiert, hat es schon schlimme Unfälle gegeben. Ich hatte zweimal Glück und blieb unverletzt. Aber ich habe das ganze Wochenende keinen Punkt geholt."
Keine einfache Situation für den zweifachen Supersport-Champion. Vor allem jetzt, wo die Vertragsgespräche für 2025 geführt werden. "Ich sage besser nicht, was mir durch den Kopf geht", hielt Domi fest. "Ich werde das mental verarbeiten, dann geht es direkt in die Vorbereitung für die Rennen in England. Aber bis dahin dauert es wieder einen Monat, ein Monat ohne Superbike. Es ist nicht schön, dass meine Zukunft nicht sicher ist. Mein Bruder spricht mit verschiedenen Teams. Aber wenn du auf den Ergebnisbildschirmen nirgends erscheinst, dann ist das nie schön. Am Ende zählt nur das Resultat, alles andere interessiert niemanden und sieht niemand."
Bei Yamaha ist zu hören, dass es mit allen vier derzeitigen Fahrern weitergehen soll. Andrea Locatelli und Jonathan Rea haben im Pata-Team bereits einen Vertrag für 2025. Remy Gardner, derzeit WM-Siebter und wie Domi bei GRT am Start, ist auf dem besten Weg, dass sich sein Deal automatisch verlängert, wenn er bis zum 21. Juli entsprechende Ergebnisse einfährt. Der WM-Zehnte Aegerter muss hingegen neu verhandeln.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach