Ducati: Zweizylinder-Bikes nur noch aus Gewohnheit?
Jahrelang hat Ducati mit den Zweizylindern in der Superbike-WM dominiert. Seit nur noch Vierzylinder gewinnen, wird bei Ducati über die grundsätzliche Ausrichtung nachgedacht.
Ducati und Zweizylinder-Motoren gehören zusammen wie Italien und Ferrari. Doch seit in der Superbike-WM die Ducati 1199 Panigale eingesetzt wird, erleben die Roten die längste Dürreperiode in der Geschichte der Meisterschaft: Kein Sieg 2013, ein magerer Podestplatz. Kein Wunder, macht man sich bei Ducati um die Zukunft Gedanken. Dabei werden auch Konzepte ins Auge gefasst, die vor Jahren noch als Gotteslästerung abgetan worden wären. Ein Vierzylinder-Superbike etwa.
"Sag niemals nie", meinte Ducatis MotoGP-Projektleiter Paolo Ciabatti letzten Oktober darauf angesprochen, ob wir irgendwann ein Virzylinder-Superbike aus Bologna sehen werden. "Aber Superbikes basieren auf Serienmotorrädern. Das würde bedeuten, dass sich Ducati entscheiden müsste, sich in diese Richtung zu bewegen. Bisher weiß ich nichts von solchen Projekten. Ich bin überzeugt, dass wir als Unternehmen zu unserer Geschichte, also zu den V2-Maschinen, stehen. Anderseits müssen auch neue Ideen in Betracht gezogen werden. Das gehört aber zum Aufgabengebiet von Duacti-CEO Claudio Domenicali. Er würde so etwas entscheiden. Er hat Ducati-Blut in seinen Adern, er weiß darüber besser Bescheid als jeder andere, welches Konzept für die Zukunft am meisten Sinn macht. Ich denke, wir sind keine Firma, die aus Prinzip zu irgendeiner Idee nein sagt."
Am liebsten das Reglement ändern
"Die Zeiten ändern sich", räumte auch Carlos Checa, 2011 letzter Motorrad-Weltmeister für Ducati, im Gespräch mit SPEEDWEEK.com ein. "Ducati hat sehr viel in der Superbike-WM gewonnen. Doch in den letzten Jahren hat sich einiges geändert, in der Startaufstellung sind fast nur noch Vierzylinder-Motorräder zu sehen. Vieles ist vom Reglement abhängig. Gewinnt Ducati mit den 1200-ccm-Maschinen, schauen alle Konkurrenten auf das Regelwerk und möchten es am liebsten ändern. Wenn Ducati nicht vorne mitmischt, möchte man es aus eigener Sicht am liebsten umwerfen. Der einzige Weg um das ins Gleichgewicht zu bringen, wäre der Bau eines Vierzylinders. Aber ich glaube nicht, dass das in den nächsten vier Jahren passiert."
"Es wird besser, wenn Ducati nach Evo-Regelwerk antritt, es stellt eine bessere Balance zu den Vierzylindern dar", ist der Spanier überzeug "Aber um allen anderen zu zeigen, dass Ducati besser ist, wäre der Bau eines Vierzylinders richtig. Ich weiß nicht, ob Ducati wirklich Interesse daran hat. In der MotoGP-WM treten sie zwar mit einem Vierzylinder-Motorrad an, aber die Superbike-WM dient ja dazu Serienmotorräder zu promoten. Ducati hat seinen eigenen Stil und Charakter, das macht den großen Unterschied zu den anderen – ich denke, den möchten sie behalten."
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