Lecuona zu MotoGP-Aufstieg von Bulega: «Mir wäre lieber, er würde bleiben!»
Superbike-Ass Iker Lecuona (Ducati) belegte im zweiten Hauptrennen in Misano erneut Platz 2. Zum 18. Mal in Folge landete er hinter Nicolo Bulega. Weshalb dieser nicht in die MotoGP wechseln soll.
Nach Lauf 1 beim Superbike-Meeting in Misano war Iker Lecuona frustriert, dass er wieder nur Zweiter wurde und gegen seinen übermächtigen Aruba-Ducati-Teamkollegen Nicolo Bulega das Nachsehen hatte. Er müsse endlich einen Schritt machen, um auf Augenhöhe zu sein mit dem Italiener. Im Superpole-Race am Sonntagvormittag wurde es dann wieder nur Rang 2.
Im zweiten Hauptrennen am Sonntagnachmittag nahm sich Lecuona erneut viel vor. Der Spanier bog vor Bulega und Bassani in Führung liegend in die erste Kurve ein. Noch in Runde 1 eroberte Bulega die Führung zurück. Danach nahm das Ganze seinen Lauf. Lecuona machte mehrere kleine Fehler und nach sieben von 21 Runden hatte er 3,2 sec Rückstand auf seinen Teamkollegen. Danach wuchs der Vorsprung von Bulega Runde um Runde. Der Lokalmatador siegte, über fünf Sekunden nach ihm rollte Lecuona über die Ziellinie. Als dieser dann im Parc fermé von seiner Panigale abstieg, schüttelte er nur den Kopf.
«Ich bin frustriert. Wenn ich gut fahre, bin ich nah dran an Nicolo. Wenn ich Probleme habe, so wie an diesem Wochenende, ist Platz 2 das Maximum. Wenigstens bin ich schneller als der Rest», so Lecuona. «Ich will nicht sagen, dass ich mit Rang 2 nicht zufrieden bin, denn am Ende war das Ergebnis für das Team sehr positiv. Wir holten das gesamte Wochenende wieder die Plätze 1 und 2. Ich bin Zweiter in der Meisterschaft und konnte wieder sehr viele Punkte holen – mehr als Yari (Montella).»
Trotz dreimal Platz 2 in Misano überwiegte bei Lecuona die Enttäuschung. «Ich ärgere mich sehr über mich selbst. Heute morgen haben wir bei meinem Motorrad viele Änderungen vorgenommen. Im Sprintrennen war es gut, denke ich. Unsere Rundenzeiten waren ordentlich, am Ende habe ich nur 1,1 Sekunden auf Nicolo verloren. Aber heute Nachmittag bin ich in den ersten zehn Runden in den Kurven 11 und 13 oft weit gegangen. Zu Beginn habe ich viel gepusht, aber dann habe ich diese Fehler gemacht – vor allem in Kurve 13 bin ich einen großen Umweg gefahren», zählte der 26-Jährige auf. «Dann war es wie gestern – ich habe einfach meinen Vorsprung auf die Jungs hinter mir verwaltet, ich habe nicht mehr an Nicolo gedacht. Er hat einen sehr guten Job gemacht und war sehr schnell. Dazu kommt, dass dies eine seiner Lieblingsstrecken ist. Ich bin einfach von mir selbst enttäuscht, weil ich nicht auf dem Niveau bin, dass ich von mir selbst erwarte. Es war nicht wie in Aragon – dort war ich happy, weil wir miteinander kämpften und ich sehr nah dran war. Aber hier war ich weit weg von meinem Teamkollegen – deshalb bin ich frustriert. Es ist jetzt an der Zeit, weiterzuarbeiten, sich etwas auszuruhen und für Donington gut vorzubereiten.»
Lecuona wurde 2026 18 Mal in Folge Zweiter – das gab es in der Superbike-WM noch nie. Dies ist eine unglaubliche Serie. Es gibt einfach einen Fahrer, der es momentan besser macht. Bulega erzielte 25 Siege in Folge. Wie geht er generell mit dieser Situation um? «Mir ist bewusst, dass Nicolo dieses Motorrad mitentwickelt hat. Es hat sein fünftes Jahr mit Ducati, das Dritte mit dem Superbike. Er weiß einige Dinge einfach besser, da muss ich noch dazulernen», grübelte Lecuona. «Aber ich habe mich an diesem Wochenende fahrerisch verbessert. Er kann aber immer noch eine Schippe drauflegen. Ich muss zufrieden sein, ich bin Zweiter in der Meisterschaft. Der Drittplatzierte liegt weit hinter mir.»
Ist Lecuona froh, dass Bulega nächstes Jahr in die MotoGP wechseln wird? «Nein», winkte er ab. «Ich habe es bereits vor ein paar Rennen gesagt – wenn er in die MotoGP wechselt, dann freue ich mich sehr für ihn. Er verdient es! Er gewinnt alle Rennen und ist sehr schnell. Auf der anderen Seite wäre mir lieber, wenn er hierbleiben würde – wegen mir. Denn wenn er bleiben würde, kann ich mich mehr nach vorne pushen und mehr lernen.»
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