Siebter Hattrick: Misano-Held Nicolò Bulega war der Star der Ducati-Party
Bestzeit am Freitag, Pole-Position und drei Siege – Nicolò Bulega lieferte beim Superbike-Meeting in Misano genau das ab, was Ducati und seine Landsleute von ihm erwartet hatten.
Nicolò Bulega fährt erst seine dritte Superbike-Saison, doch mit 41 Siegen und 77 Podestplätzen ist er in der Statistik längst der erfolgreichste Italiener. Was dem Ducati-Werkspiloten bisher noch fehlte, war ein Sieg bei seinem Heimrennen in Misano. Diesen Makel radierte der 26-Jährige beim siebten Meeting der Superbike-WM 2026 mit einem Hattrick gekonnt aus.
Der Seriensieger aus Montecchio Emilia macht kein Hehl daraus, welchen Stellenwert das Wochenende für ihn einnimmt. Bulega war der Star einer großen Ducati-Party und noch nie sah man so viele Banner und Transparente mit seinem Namen.
«Es ist mein Heimrennen – natürlich freue ich mich», betonte Bulega. «Als ich am Samstag aufwachte, hatte ich hier noch keinen einzigen Superbike-Sieg, jetzt habe ich drei! Es ist fantastisch, dass mir in Misano ein Hattrick gelungen ist – und das vor dieser Kulisse: So viele Ducati-Fans, meine Freunde und meine Familie sind hier, und das als Italiener mit einem italienischen Motorrad. Besser geht es wohl nicht. Das Wochenende war großartig. Mein Motorrad war großartig. Ich fühlte mich ab dem ersten Training super und konnte pushen, wie ich wollte. Wir haben das Set-up perfekt getroffen, selbst bei den heißen Bedingungen am Sonntag.»
Nachdem man in Most und Aragon den Eindruck hatte, dass Iker Lecuona zu Bulega aufgeschlossen hatte, war der Abstand in Misano wieder deutlich größer. Die Saisonsiege 19, 20 und 21 fuhr der Ducati-Pilot mit 6,1 sec, 1,1 sec und 5,1 sec Vorsprung auf seinen spanischen Teamkollegen ein. Ein Spaziergang waren die Triumphfahrten nicht.
«Ich habe dafür 100 Prozent gegeben», versicherte Bulega. «Wenn ich auf dem Bike sitze, geht es nicht anders, und außerdem passieren so weniger Fehler. Auch wenn ich ein solides Polster habe, kann ich mich nicht einfach entspannen, weil man unkonzentrierter wird. Man muss immer bei der Sache bleiben und in jeder Runde an derselben Stelle bremsen, Gas geben und immer dieselbe Linie fahren. Die Fehler passieren genau in dem Moment, in dem man glaubt, sich eine Pause erlauben zu können.
Vermisst Bulega die Kämpfe am Limit, wie er sie in den vergangenen zwei Jahren gegen Toprak Razgatlioglu führen musste?
«Siege sind immer sehr befriedigend. 2025 waren die Duelle mit Toprak intensiv, allerdings nicht hier in Misano – da hatte er alle drei Rennen gewonnen», erinnert sich der zweimalige Vizeweltmeister schmerzlich. «Auf anderen Rennstrecken haben wir uns aber echte Fights geliefert und ich muss gestehen, das hat Spaß gemacht. Ob ich aber mit einem oder einhundert Metern Vorsprung gewinne, ändert nichts für mich. Ein Sieg ist ein Sieg und die Punkte zählen.»
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