Lewis Hamilton mit Tränen in Barcelona: «Ferrari-Sieg etwas ganz Anderes!»
Wow – Lewis Hamilton hat seinen ersten Grand Prix für Ferrari gewonnen! Nach fabelhaftem Rennen holt er den ersten Sieg der Roten seit Mexiko 2024. Der Brite strahlt: «Mein Traum ist wahr geworden.»
Der erste Grosse Preis von Barcelona-Catalunya bringt Lewis Hamilton den 106. GP-Erfolg seiner Formel-1-Karriere, den ersten seit Belgien 2024 (als der Erste im Ziel, George Russell, wegen zu leichten Autos aus der Wertung genommen wurde) und den siebten von Lewis auf der katalanischen Traditions-Rennstrecke, nach 2014, 2017, 2018, 2019, 2020 und 2021. Gleichzeitig ist dies der 206. Podestplatz in der Königsklasse für den Rekord-Champion, natürlich auch dies eine Bestmarke.
Nach dem 249. GP-Sieg seines Rennstalls Ferrari (dem ersten seit Carlos Sainz in Mexiko 2024 und in Barcelona seit Fernando Alonso 2013) ist Hamilton hin und weg: «Grazie a tutti a Maranello! Danke so sehr, dass ihr mir diesen Traum ermöglicht durch eure harte Arbeit. An meine Familie – ich liebe Euch. An die Fans – Danke, dass ihr mich daran erinnert, wer ich bin. Das ist für Euch!»
686 Tage nach seinem letzten GP-Sieg warf sich Hamilton in die Arme seiner Mannschaft, übermütig wie ein Teenager, erster Gratulant am Wagen – WM-Leader Kimi Antonelli, sein Nachfolger bei Mercedes. Kurz darauf auch ein Handschlag von Max Verstappen.
Erster Sieg mit Ferrari, das ist auch für den Rekord-Weltmeister ein ganz besonderer Tag, Freudentränen bei der Ferrari-Mannschaft. Hamilton: «Ich muss mich zuerst mal beim ganzen Team bedanken. Ich weiss, wie hart sie jeden Tag arbeiten, an der Strecke und auch zuhause im Rennwagenwerk. Grosses Dankeschön auch an Teamchef Fred Vasseur, der mich zu Ferrari geholt hat.»
«Ich hatte einen Traum, und als alles 2025 so schwierig war, schien dieser Traum in weite Ferne gerückt zu sein. Aber ich habe nie aufgegeben. Wir haben so viel geändert, wir haben uns in so vielen Bereichen verbessert. Und ich habe die tollsten Fans, die sich ein Sportler wünschen könnte. Sie haben mich durch alle schwierigen Phasen getragen.»
Hamilton, den Tränen nahe: «Jeder Sieg ist besonders auf seine eigene Art, aber das hier ist etwas völlig Anderes! Jahrelang habe ich die Ferrari siegen sehen, und ich fragte mich, wie es wohl sein würde, mit einem roten Rennwagen zu gewinnen. Und nun stehe ich hier. Ich bin so unfassbar dankbar.»
«Wir hatten eine tolle Strategie, wir hatten makellose Boxenstopps, das Auto fühlte sich fantastisch an – forza Ferrari!»
Woher hat Lewis nach alle den Mühen 2025 diese neue Zuversicht erhalten? Lewis: «Ich habe das Gefühl, ich habe endlich wieder zu mir selber gefunden. Ich habe im Hintergrund unfassbar hart gearbeitet, im Team und auch an mir selber.»
Und nun? Ist der achte WM-Titel von Lewis Hamilton möglich? Lewis grinst: «Nun, ich werde nichts unversucht lassen. Das ist noch nicht vorbei. Aber im Moment will ich einfach nur glücklich sein.»
Schöne Fussnote: Das erste komplett britische Siegerpodest (Hamilton, Russell, Norris) seit USA 1968 in Watkins Glen, damals mit Sieger Jackie Stewart vor Graham Hill und John Surtees.
So lief der Barcelona-GP
Bei 31 Grad (die Piste 50 Grad) rechneten allen mit einem Rennen, das vom Reifenverschleiss diktiert wird, mit mindestens zwei Stopps, vielleicht bei einigen Fahrern auch drei.
Sorgenkinder vor dem Start: Überhitzter Motor bei Max Verstappen, überhitzte Kupplung im Ferrari von Charles Leclerc, Luft im Bremssystem des Mercedes von Kimi Antonelli, daher zu langer Pedalweg. Viel Arbeit für die Mechaniker dieser drei Rennställe.
Lewis Hamilton und Max Verstappen am Start auf Krawall gebürstet: weiche Reifen, auch am Audi von Nico Hülkenberg. Mit mittelharten Pirelli die anderen Piloten in den Top-Ten.
Beginn zum bislang heissesten Rennen 2026: George Russell (100. GP für Mercedes) kam von seiner Pole okay weg, auf den 740 Metern zur ersten Kurve passierte nichts Besonderes – Russell, vor Hamilton und Antonelli, Norris geriet unter Druck von Verstappen. Hadjar von P6 mit grottenschlechtem Start zurück auf P14.
Russell nach einer Runde (von 66 Umläufen) schon 1,2 Sekunden vor Hamilton, Hülkenberg hatte eine Position verloren gegen Lindblad.
Mercedes-Fahrer Russell souverän in Führung, von einem Vorteil für Hamilton und Verstappen mit weichen Reifen war nichts zu sehen.
Top-Ten in Runde 5: Russell, Hamilton, Antonelli, Norris, Verstappen, Piastri, Leclerc, Lawson, Hülkenberg nun vor Lindblad.
Aber gegen den Deutschen wurde ermittelt: In Kurve 1 neben der Bahn, möglicherweise unerlaubter Vorteil.
In Runde 6 war das Rennen von Lance Stroll vorbei – Getriebe kaputt im Aston Martin.
Leclerc überholte in Runde 8 Piastri: der Monegasse nun Sechster.
Hadjar rückte vor, krallte sich die beiden Alpine, dann aber schmiss ihm Lindblad die Tür zu. Keine Geschenke im Hause Red Bull.
Runde 11 von 66: Leclerc setzte Verstappen unter Druck, es ging um P5, Russell als Leader ungefährdet 3,5 sec vor Hamilton, dann Antonelli und Norris.
In Runde 12 kam Hamilton an die Box, Wechsel von weichen Pirelli auf harte Walzen.
In Runde auch Leader Russell an der Box, als Reaktion auf Verfolger Hamilton, zudem ebenfalls Verstappen, Russell auf hart, Verstappten auf mittelhart. Neuer Leader Antonelli.
Während Cadillac den Wagen von Bottas zur Seite rollte (Verdacht auf Hydraulikdefekt), monierte Russell am Funk das strategische Vorgehen, man habe ihn verletzlich gemacht gegen Antonelli. Nerven, Nerven …
Runde 17 von 66: Russell 1,8 sec vor Hamilton, der 6,2 auf Antonelli, der wiederum 1,4 vor Norris, 3,6 sec dahinter Verstappen Fünfter, dann Leclerc, Piastri, Lindblad, Hadjar und Bearman, Hülkenberg auf P11, knapp hinter Lawson.
Runde 24: Hülkenberg ganz knapp daran an Lawson, aber der Neuseeländer machte sich sehr breit. Nico beklagte sich am Funk: «Er hat sein Auto in der Bremszone rübertragen, das war gefährlich.» Hülki musste einen neuen Anlauf nehmen.
Russell kontrollierte vorne das Geschehen, Antonelli rückte Hamilton (P2) auf die Pelle, hatte aber selber den heissen Atem von Norris im Nacken.
Ferrari holte Hamilton in Runde 28 erneut an die Box: mittelharte Reifen, Flügelverstellung vorne. Würde Mercedes reagieren? Denn Hamilton ging sofort an Piastri vorbei. Ferrari machte Dampf, aber Lewis auf drei Stopps, Mercedes offenbar auf zwei.
Antonelli erhielt in Runde 29 die schwarz/weisse Flagge: letzte Warnung wegen Verletzung der Pistengrenzen, noch mal und dann würde es eine Strafe geben.
Hülkenberg dann out, wieder Pech für den Deutschen, Ausfall statt Punkte.
Runde 31 von 66: Antonelli nur noch 1,1 Sekunden hinter Russell. Ferrari holte Hamilton vor Leclerc (der Monegasse auf zwei Stopps), die Italiener witterten – da geht etwas gegen Mercedes.
Schnellster Mann auf der Bahn: Lewis Hamilton.
Runde 33: Russell, klar langsamer als Antonelli, liess den Italiener nicht vorbei. An der Box wurde das Gesicht von Toto Wolff aschfahl.
GP-Sieger Ralf Schumacher: «Das ist nicht klug, denn sie verlieren wertvolle Zeit gegen Hamilton, der so schnell unterwegs ist.»
Antonelli erhielt die Warnung wegen Pistengrenzen, eine versteckte Stallorder gegen Russell? So oder so Hamilton zwei Sekunden pro Runde schneller als Leader Russell. Verspielte hier Mercedes den Sieg.
Lewis am Funk: «Hole ich auf?» – «Ja, tust du, mach weiter so!»
Runde 36: Wieder ein Angriff von Kimi, wieder pariert von Russell. Norris kam herein zum Stopp. In Runde 37 dann endlich auch Leader Russell drin, Antonelli neuer Führender. Der wurde am Funk ermahnt, geduldig zu sein. «Wir müssen uns gegen Norris wehren.»
In Runde 37 dann auch Kimi an der Box, der Stopp langsamer als jener von Russell, daher Antonelli hinter George, neuer Leader Hamilton, Antonelli mit Norris im Nacken.
Hamilton erhielt die Order: «Gib jetzt alles für die nächsten sieben Runden, das ist der kritische Moment.» Ferrari glaubte weiter an die Siegchance.
In Kurve 9 war Feierabend für Alonso mit Aston Martin – virtuelle Safety Car-Phase. Red Bull Racing holte Verstappen sofort herein für frischen Gummi, aber bei Ferrari passierte nichts.
Oh, Ferrari erwachte und holte Lewis herein, eine Runde zu spät, fürchteten Einige. Aber es reichte: Hamilton weiter vorne, dann Russell und Antonelli. Applaus von der Haupttribüne. Hamilton schnaufte am Funk: «Super-Job, Jungs!» Dies alles in Runde 43 von 66.
Stand: Hamilton, Russell, Antonelli, Norris, Verstappen, Leclerc, Piastri, Hadjar, Gasly und Colapinto.
Hamilton setzte sich mit bester Rennrunde ab, aber gegen den führenden Briten wurde ermittelt: wegen angeblichen Vergehens bei gelber Flagge.
Die Tifosi schickten Stossgebete gen Himmel, denn Hamilton führte nun souverän. Um 16.10 Uhr wurden die Ferrari-Fans erhört – Hamilton vom Haken.
Antonelli erzeugte viel Druck auf Russell, erneut ging der Puls hoch bei Teamchef Toto Wolff. Kimi: «Ich habe viel mehr Speed.»
Russell erhielt den Funkspruch: «Wir müssen hier schneller machen, George.» Denn Norris nur noch 1,4 Sekunden hinter Antonelli.
Hamilton in Runde 53 enteilt auf 9,8 Sekunden.
Norris erhielt die Info: «Kimi war mehr als vier Mal neben der Bahn, wir haben das der FIA gemeldet, er wird mindestens fünf Sekunden aufgebrummt erhalten.»
In Runde 61 von 66 quetschte sich Antonelli vorbei an Russell, der Brite versuchte zu kontern, aber nun war es an Antonelli, sich ganz breit zu machen.
Dann aber Katastrophe! Antonelli rollte aus, Motor erloschen, auch Leclerc wurde langsamer («ich habe keine Servolenkung mehr»), der Monegasse war im Kies gewesen, virtuelle Safety Car-Phase. Leclerc brachte den verwundeten Ferrari an die Box. Dritter Ausfall in Folge für den armen Charles.
Hamilton fuhr souverän zum Sieg, vor Russell, Weltmeister Norris, dann Verstappen und Piastri.
Schlusswort von GP-Sieger Ralf Schumacher: «Wir sagen ja immer, ein Auto, das in Barcelona schnell ist, das ist auf den meisten anderen Strecken auch schnell. Da hat Ferrari offenbar mit den jüngsten Verbesserungen sehr viel richtig gemacht. Das gibt richtig Laune für die nächsten Rennen.»
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