Lukas Tulovic in der Superbike-WM 2027: «Habe keine hunderttausende Euro»
Beim Saisonfinale der Superbike-WM 2025 durfte der Deutsche Meister Lukas Tulovic in Jerez erstmals mitmischen. Jetzt startet der 26-Jährige einen neuen Anlauf, um auf sich aufmerksam zu machen.
«Ich hoffe, dass ich mich damit empfehlen kann», sagte Lukas Tulovic vor seinem ersten Auftritt in der Superbike-WM im Oktober 2025 in Jerez, als er mit dem Testmotorrad des Ducati-Werksteams mit Wildcard dabei sein durfte. Im ersten Rennen holte er Platz 17, im Superpole-Race am Sonntagvormittag wurde es Platz 16. Das Ende der von seinem Teamchef Matthias Moser initiierten WM-Reise kam im zweiten Lauf früher als geplant mit einem Ausrutscher in Kurve 1.
Schon damals sagte Tulovic gegenüber SPEEDWEEK.com, dass er für 2027 in die Superbike-WM wechseln möchte – nach dem IDM-Titel 2025 braucht der Eberbacher neue Ziele. Die Euro Moto führt er momentan mit 34 Punkten Vorsprung auf Marcel Schrötter (BMW) an; Wildcard-Einsätze in der Superbike-WM sind mit seinem Team Triple-M Ducati Frankfurt für dieses Jahr keine geplant, weil es dafür eine passende WM-Maschine bräuchte.
Lukas Tulovic versucht es mit anderem Weg
Deshalb hat der Moto2-Europameister von 2022 einen anderen Weg eingeschlagen. «Wir haben uns sehr ernsthaft bemüht», meinte Tulovic zu seinen WM-Ambitionen. «Aus der IDM kommend ist das aber selbst mit Titelgewinn schwierig, weil das nicht das typische Becken ist, aus dem die Fahrer in die WSBK aufsteigen. Deshalb fahre ich nächstes Wochenende die Italienische Meisterschaft in Misano mit, der Hintergedanke und Plan ist, mich auf einer anderen Bühne zu präsentieren. In der Hoffnung, dass mir das irgendwie den Weg in Richtung Superbike-WM ermöglicht. Es ist sehr viel Bewegung im Fahrermarkt, es gibt einige aus der MotoGP, die potenziell in die Superbike-WM abwandern. Das macht es nicht einfacher für mich, dorthin zu kommen. Und alle wollen auf einer Ducati sitzen, weil die V4R das Maß der Dinge ist. Die Situation ist sehr schwierig, aber perspektivisch ist es mein nächstes Ziel, dort zu fahren.»
Ich will am besten gleich aufs Podium fahren.lukas tulovic vor seinem gaststart
Tulovic wird in Misano für das Team B-Max antreten, für das auch Michael Ruben Rinaldi fährt und das in der Superbike-WM bereits mehrfach – erfolglos – mit Wildcard-Einsätzen dabei war. «Geplant ist außerdem das letzte Rennen in Vallelunga, das aber erst im Oktober stattfindet», ergänzte der Ducati-Pilot gegenüber SPEEDWEEK.com. «Ich möchte gute Leistungen zeigen und will am besten gleich aufs Podium fahren. Mal gucken, ob sogar mehr drin ist. Mal schauen, ob das einen Schritt nach vorne und mich mehr ins Gespräch bringt. Mich irgendwo einzukaufen für mehrere hunderttausend Euro ist nicht möglich, deshalb muss ich mir einen Platz über Leistung verdienen – das versuche ich.»
In der Italienischen Meisterschaft führt nach 6 von 12 Rennen Alessandro Delbianco (Yamaha) mit 120 Punkten vor Michele Pirro (Ducati) mit 95 und Samuele Cavalieri (Ducati) mit 90. Rinaldi liegt mit 37 Zählern auf Platz 9.
In der Superbike-WM sehen wir 2027 Stand heute sieben Teams. Im Werksteam Aruba.it, bei Barni, Marc VDS und Advocates hat Tulovic keine Chance auf einen Platz. Und bei den verbleibenden Motocorsa, Go Eleven und MGM wird eine sehr hohe Mitgift verlangt.
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