Marc VDS nach Tod des Gründers: Sam Lowes über die ungewisse Zukunft
Seit dem Tod des Teambesitzers fährt Marc VDS auch für dessen Andenken. Sam Lowes spricht exklusiv über den persönlichen Verlust und die Arbeit daran, dem Superbike-Team eine Zukunft zu geben.
Der Tod von Marc van der Straten hat im Marc-VDS-Team eine Lücke hinterlassen, die weit über den Rennsport hinausgeht. Der belgische Gründer und Besitzer starb am 5. Juli. Für Sam Lowes fehlt seitdem jener Mensch, für den er und die Mannschaft Erfolge erzielen wollten. Gleichzeitig muss geklärt werden, wie das Lebenswerk des leidenschaftlichen Motorsportförderers weitergeführt werden kann.
«Es war aus vielen Gründen ein schwieriges Jahr für das Team, auch auf persönlicher Ebene abseits der Rennstrecke. Deshalb bin ich ziemlich zufrieden damit, wie es bisher gelaufen ist», erklärte Lowes im Exklusivgespräch mit SPEEDWEEK.com.
Auf die Frage, was sich durch van der Stratens Tod innerhalb der Mannschaft verändert habe, sprach der Ducati-Pilot vor allem über die Bedeutung des gemeinsamen Ziels. «Es hat sich natürlich verändert, dass wir diese Arbeit gemacht und diese Ergebnisse für ihn erzielt haben. Diesen Sinn verliert man ein Stück weit. Was die Zukunft des Teams betrifft, müssen wir abwarten, wie es weitergeht.»
Im Alltag fehlt Lowes die Möglichkeit, den Erfolg mit dem Teambesitzer zu teilen. «Der Chef ist nicht mehr da. Wenn man seine Arbeit macht und stolz darauf ist, Ergebnisse für ihn zu erzielen, dann vermisst man das natürlich. Jetzt versuchen wir, in seinem Namen weiterzumachen.» Die Verbindung zu van der Straten war für Lowes und sein Umfeld mehr als ein Arbeitsverhältnis. Das gilt auch für seine Frau Marina Rossi, die bei Marc VDS als Teammanagerin im Superbike- und im Moto2-Projekt arbeitet. Der Verlust trifft damit beide unmittelbar.
«Im Hintergrund passiert sehr viel, um herauszufinden, wie wir weitermachen können. Aber es ist natürlich einfach traurig, was passiert ist. Auch für meine Frau und alle anderen war die Verbindung zu ihm mehr als nur ein Job. Einen Menschen zu verlieren, ist nie schön. Danach zu versuchen, alles weiterzuführen, ist natürlich nicht einfach.»
Wie geht es mit dem Superbike-Team weiter?
Die Folgen für den Rennstall werden bereits sichtbar. Das
Für das Superbike-Projekt mit Lowes stehen die Zeichen vorerst günstiger. Eine langfristige Perspektive ist allerdings noch nicht abschließend festgelegt. Auch der Brite vermied eine verbindliche Aussage, als er auf die Absicherung der kommenden Saison angesprochen wurde.
«Ich weiß es noch nicht. Zur Moto2 weiß ich nichts Genaues. Hier bei uns sieht es meiner Meinung nach ziemlich gut aus. Aber im Moment ist noch nichts endgültig festgelegt, es ist weiterhin offen.»
Lowes machte deutlich, weshalb sich solche Fragen nach dem Tod eines Teambesitzers nicht kurzfristig beantworten lassen. «Wenn es in solchen Situationen um Geld geht – und um sehr viel Geld –, ist es nicht einfach, sofort eine Antwort darauf zu haben, was passieren wird.»
Für die Mannschaft laufen damit zwei Aufgaben parallel: Auf der Strecke will sie weiter gute Ergebnisse erzielen und van der Stratens Andenken gerecht werden. Hinter den Kulissen müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit sein Name auch künftig in der Superbike-WM vertreten bleibt.
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