Miguel Oliveira tapferer und härter als erwartet – aber das war zu brutal
Sechs Wochen nach seinem Unfall in Ungarn kehrte BMW-Aushängeschild Miguel Oliveira in Misano in die Superbike-WM zurück. Nach starken Leistungen am Samstag und im Sprint streikte sein Körper.
«Wir haben nicht erwartet, dass Miguel das Rennen durchsteht», sagte BMW-Technikchef Chris Gonschor nach dem starken achten Platz am Samstag und verdeutlichte damit, welch großartige Leistung der 31-Jährige vollbracht hatte. Sechs Wochen ist es her, dass der Portugiese
Oliveira qualifizierte sich in Misano als Elfter, im ersten Hauptrennen kämpfte er sich trotz seiner körperlichen Einschränkungen auf Platz 8 nach vorne,
Im Superpole-Race am Sonntagvormittag brillierte der 5-fache MotoGP-Sieger sogar als Sechster, was angesichts seiner körperlichen Verfassung nicht hoch genug bewertet werden kann. Als es zweieinhalb Stunden später ins zweite Hauptrennen ging, bei 33 Grad Celsius im Schatten und 55 Grad heißem Asphalt, wurde schnell offensichtlich: Miguel kann nicht mehr. Nach dem ersten Renndrittel zog er die Notbremse, gab auf, kehrte an die Box zurück – und wurde dort mit stehendem Applaus empfangen!
Miguel Oliveira weiß: Das war eine Leistung
«Dass ich die 21 Runden am Samstag geschafft habe, war eine Leistung», hielt Oliveira fest. «Sonntagmorgen wachte ich mit Schmerzen auf und fühlte mich niedergeschlagen. Das Warm-up musste ich abbrechen, weil ich die letzten zwei Runden nicht mehr fahren konnte, so schlimm war es. Im Superpole-Race habe ich es irgendwie hinbekommen die zehn Runden zu drehen, wenn auch nicht jede mit 100 Prozent. Aber zumindest konnte ich eine anständige Position sichern. Am Nachmittag wurde mir schnell klar, dass es mir wie im Warm-up geht und ich kein Rennen fahren kann.»
«Ich hatte es nicht unter Kontrolle», gab das BMW-Ass zu. «So kann man kein Rennen fahren. Normalerweise gibt es für mich keinen Grund, in einem Rennen aufzugeben, aber das war dieses Mal das Richtige. Das Team war mega: Sie haben mich in jeder Phase meiner Genesung unterstützt und halsten mir keinerlei Erwartung auf, als ich zurückkam. Sie ließen mir die Tür für jede Entscheidung offen, die ich als sinnvoll erachtete. Wir sammelten einige gute Daten, die uns bei der zukünftigen Abstimmung behilflich sein können.»
Diese Anstrengungen werden Oliveira helfen
Oliveira ist der festen Überzeugung, dass die massiven Anstrengungen während der drei Tage in Misano seinem Regenerationsprozess zuträglich sein werden. «Was mich in der Schulter quält, hat nichts mit der Verletzung selbst zu tun», betonte er. «Nach zwei Tagen wird sich die Entzündung gelegt haben und die Schmerzen sind weg. Dann kann ich wieder mit der Reha beginnen und am Muskelaufbau arbeiten. Ich würde sagen, dass ich mich in der finalen Phase meiner Wiederherstellung befinde.»
Nach Misano gibt es in der Superbike-WM eine erste, knapp vierwöchige Sommerpause, bis es Mitte Juli in Donington Park weitergeht. Danach sind acht Wochen Pause bis zu den Rennen in Magny-Cours. Anschließend kommen noch die Veranstaltungen in Cremona/Italien, Estoril/Portugal und Jerez/Spanien.
Oliveira und ROKiT-Teamkollege Danilo Petrucci,
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