Petrucci (1.): Das überstieg seine Vorstellungskraft
Als erster Fahrer hat Danilo Petrucci mindestens ein Rennen in der MotoGP- und Superbike-WM sowie eine Etappe bei der Rallye Dakar gewonnen. In der Superstock 1000 und MotoAmerica war er ebenfalls siegreich.
Danilo Petrucci trägt sein Herz immer auf der Zunge, nur wenige Sportler lassen uns so an ihrem Gefühlsleben teilhaben wie der inzwischen 33-jährige Italiener. Dieser Charakterzug hat entscheidenden Anteil an seiner Beliebtheit – entsprechend gefeiert wurde er nach seinem ersten Superbike-Sieg in Cremona. In Norditalien, wo sein Team Barni Spark und auch Hersteller Ducati herstammen.
Die Voraussetzungen waren nicht ideal: Petrucci qualifizierte sich zwar für Startplatz 3, wurde nach dem
In Runde 5 von 23 übernahm Petrucci die Führung und gab sie bis zum Abbruch in Runde 17 nicht mehr ab. "Ich hatte nicht erwartet so früh in Führung zu gehen", erzählte Danilo in kleiner Medienrunde euphorisiert. "Von Platz 6 ist es schwierig, auf 1 zu kommen. Aber mir gelang ein guter Start und in der Bremszone vor Kurve 11 war ich stark. Ich war etwas schneller als die anderen. Aber kaum war ich in Führung, rutschte mir gleich das Vorderrad weg. Also ermahnte ich mich ruhig zu bleiben und meine Pace zu fahren. Ich dachte nicht, dass das reichen würde, um eine Lücke zu Bulega aufzufahren. Ich konnte sogar meinen Hinterreifen schonen."
"Mir gingen so viele Dinge durch den Kopf, als ich das Rennen managte", schilderte der Barni-Ducati-Pilot. "Ich gewann mein erstes MotoGP-Rennen in Italien und auf einer Ducati, das war unglaublich. Ich dachte mir, dass mir das auch hier gelingen könnte. Dann sah ich die roten Flaggen und fragte mich, ob ich gewonnen habe oder nicht. Wir hatten noch sechs Runden zu fahren und ich fing an zu rechnen, ob wir die zwei Drittel Renndistanz bereits hinter uns haben. Ich rechnete eine halbe Runde lang, gab es dann aber auf. Als ich die Runde beendet hatte, wusste ich, dass ich gewonnen habe. Als ich meinen Helm abnahm und auf das Motorrad legte, fragte ich mich, wie oft in meinem Leben ich das schon getan habe. Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass ich Rennen in der MotoGP gewinne. Dann bestritt ich die Dakar, und gewann eine Etappe. Dann kam ich zurück auf die Rundstrecke und habe jetzt auch einen Superbike-WM-Lauf gewonnen. Das übersteigt meine Vorstellungskraft – heute bin ich der glücklichste Mann auf dem Planeten. Jetzt habe ich alle meine Kästchen abgehakt und bin Mitglied in einem guten Club von Leuten, die Rennen in der MotoGP- und Superbike-WM gewonnen haben."
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