Toprak Razgatlioglu wittert eine Ducati-Verschwörung
Superbike-Star Toprak Razgatlioglu ist die Anspannung im Titelkampf anzumerken. Normalerweise ist der BMW-Pilot die Leichtigkeit in Person, in Estoril war das selbst nach den Rängen 1, 1 und 2 nicht so.
Nach seinem Laufsieg am Samstag überraschte Toprak Razgatlioglu mit einer Beschwerde über Andrea Locatelli (Yamaha): "Er hat sofort und aggressiv Druck ausgeübt. Wir kämpfen mit Nicolo Bulega um die Meisterschaft, aber er hat gleich attackiert."
Locatelli, für den es um den dritten WM-Rang geht,
Im Sprint am Sonntagmittag eroberte Toprak seinen 78. Sieg und kreuzte den Zielstrich eine gute halbe Sekunde vor Bulega. Im zweiten Hauptrennen hatte der Gesamtführende seinem letzten verbliebenen WM-Widersacher nichts entgegenzusetzen und Bulega gewann souverän.
Anstatt sich über ein starkes Rennwochenende zu freuen, an dem mit den Plätzen 1, 1 und 2 nicht viel schieflief und er seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft gegenüber Bulega um weitere drei Punkte auf jetzt 39 ausbauen konnte, erging sich Toprak wieder in Klagen über die Konkurrenz.
"Iannone hat eine Strafe erhalten und gute Arbeit geleistet", meinte Razgatlioglu sarkastisch, der anschließend "allen Ducati" applaudierte. "Ich habe ihn überholt, dann hat er versucht zu kontern. Warum versucht er mit mir zu kämpfen, wenn er eine Long-lap-Strafe hat? Die Ducati haben doch auch ein Dashboard, richtig? Später wurde mir es klar – weil er eine Ducati fährt."
Er stellte die Theorie auf, dass Iannone sich im Kampf mit Bulega sicher anders verhalten hätte – da sie Markenkollegen sind.
Auch andere Fahrer wie erneut Locatelli stellte er an den Pranger: "In Kurve 9 fuhr er in der Mitte, das war ganz seltsam. Ich habe meinen Kopf geschüttelt, weil ich mit Nicolo kämpfe. 2019 habe ich Johnny Rea und Alvaro Bautista immer respektiert, weil sie um die Meisterschaft kämpften. Ich habe mich damals zurückgehalten, aber heute denkt keiner an die Meisterschaft. Jeder will nur sich selbst herzeigen – das ist nicht gut. Deshalb bin ich so böse über die ersten Runden. Nico konnte eine Lücke auffahren und ich habe versucht, ihn einzuholen. Etwas kam ich ihm näher, aber dann baute mein Hinterreifen ab. Mir wurde klar, dass gewinnen unmöglich ist, also konzentrierte ich mich darauf, den zweiten Platz und die guten Punkte heimzubringen."
Wie entscheidend war, dass der Polesetter weder im Sprint noch im zweiten Hauptrennen den besten Start hatte? "Im Sprint versuchte ich anfänglich den Hinterreifen zu schonen", erklärte der 28-Jährige. "Aber die anderen fuhren die ersten Runden wie die Verrückten. Es sah so aus, als wollten sie das Rennen in der ersten Runde gewinnen. Und bei den Überholmanövern merkte ich, dass sie nicht die normalen Linien fuhren."
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