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Yamaha erlebt eine schwierige Superbike-Saison. Andrea Locatelli hofft, dass Neuzugang Jack Miller 2027 mit seiner MotoGP-Erfahrung wichtige Impulse für die Entwicklung der R1 liefert.
Bei Yamaha richtet sich der Blick zunehmend auf die Saison 2027. Das aktuelle Jahr verläuft für den japanischen Hersteller bislang enttäuschend. Noch immer wartet Yamaha auf das erste Podium der Saison, und Andrea Locatelli ist als WM-Zwölfter derzeit der bestplatzierte R1-Pilot.
Im kommenden Jahr erhält der Italiener einen prominenten neuen Teamkollegen. Jack Miller verlässt nach vielen Jahren die MotoGP und wechselt ins Yamaha-Werksteam der Superbike-WM.
Locatelli kennt den Australier bereits sehr gut. Bei den 8 Stunden von Suzuka gingen die beiden in den vergangenen Jahren gemeinsam für das Yamaha-Werksteam an den Start. Einen ersten Eindruck von der Arbeitsweise seines zukünftigen Teamkollegen konnte sich der 29-Jährige dort bereits verschaffen.
«Wir können gute Teamkollegen sein», ist Locatelli überzeugt. «Er ist sehr beliebt und bringt sehr viel Erfahrung aus der MotoGP mit. Er ist einer der Fahrer, die wirklich gern fahren. Dieses Fahrerlager wird Jack richtig viel Spaß machen, denke ich.»
Für Locatelli ist vor allem Millers Einsatz bei der Entwicklung eines Motorrads interessant. «In Suzuka haben wir bereits zusammengearbeitet. Deshalb kenne ich ihn bereits. Ich weiß, wie hart er pusht, um besser zu werden.»
Genau das könnte Yamaha angesichts der aktuellen Schwierigkeiten gebrauchen. Locatelli hofft, dass beide Fahrer bei der Entwicklung der R1 an einem Strang ziehen. «Das sollte positiv sein, wenn wir beide in die gleiche Richtung Druck ausüben, um das Motorrad auf ein Spitzenniveau zu bringen. Denn das ist immer unser Ziel», betonte der Italiener in Cremona.
Für Miller wird der Wechsel dennoch eine große Umstellung. Nach seiner langen Grand-Prix-Karriere muss er sich erstmals an ein Superbike gewöhnen. Gleichzeitig steht 2027 mit dem Wechsel von Pirelli zu Michelin ohnehin ein großer Umbruch bevor. Gerade hier könnte Millers langjährige MotoGP-Erfahrung mit Michelin wertvoll werden. «Er muss sich natürlich noch an das Motorrad anpassen. Doch er kennt die Reifen bereits», erinnerte Locatelli.
Locatelli sieht darin eine interessante Kombination: «Unterm Strich sollte meine Erfahrung mit der R1 und seine Erfahrung aus der MotoGP helfen, damit wir uns zusammen verbessern.»
Dass Verbesserungen dringend notwendig sind, zeigt die laufende Saison. Yamaha konnte bislang keinen Podestplatz feiern. Locatelli führt die interne Wertung zwar an, belegt in der Weltmeisterschaft aber lediglich Rang 12.
Trotz der schwierigen Situation hält er am eingeschlagenen Weg fest. «Ich glaube an Yamaha und an die Arbeit, die wir zusammen leisten», versicherte der Italiener. «Ich bin motiviert, immer stärker zu werden, damit wir die bestmöglichen Ergebnisse erreichen, was uns in der Vergangenheit bereits gelang.»
Dass die aktuelle Saison hinter den Erwartungen zurückbleibt, redet Locatelli nicht schön. «Diese Saison war für jeden von uns schwierig.» Die Probleme sollen nun genau analysiert werden. «Gleichzeitig müssen wir nach vorn und zurück schauen und alles analysieren, um uns zu verbessern.»
Ab 2027 soll Miller dabei helfen. Locatelli kennt die Yamaha R1 wie kaum ein anderer Fahrer, während der Australier Erfahrungen aus unterschiedlichen MotoGP-Projekten mit Honda, Ducati, KTM und Yamaha mitbringt.
Genau von dieser Mischung verspricht sich Locatelli neue Impulse. Nach einer bislang schwierigen Saison könnte Millers Ankunft damit weit mehr sein als nur ein Fahrerwechsel: Yamaha erhält einen erfahrenen MotoGP-Piloten, von dessen Feedback auch die Weiterentwicklung der R1 profitieren soll.
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