Den erste Supersport-Test mit der Yamaha R9 fand Jeremy Alcoba «seltsam»
Zuerst stand Jeremy Alcoba für die Supersport-WM 2027 mit leeren Händen da, dann brachte ihm ein furioser Saisonendspurt einen Vertrag mit dem Weltmeisterteam Yamaha AS Racing ein.
Als Kawasaki-Teamchef Manuel Puccetti ihm eröffnete, dass er sich für die Supersport-WM 2027 einen neuen Arbeitgeber suchen muss, brach für Jeremy Alcoba eine Welt zusammen. Denn auch wenn die Saison bis dahin unter Erwartungen blieb, hatte er seinen Teamkollegen Dominique Aegerter im Griff und rechnete offenbar mit einer Verlängerung.
Dann startete Alcoba im letzten Saisonviertel eine Aufholjagd, die man so nur sehr selten erlebt: In Cremona stürmte der 24-Jährige zu Kawasaki erstem Doppelsieg in der mittleren Kategorie. Anschließend in Estoril legte der Spanier einen dritten Platz und einen weiteren Sieg nach, um beim Finale in Jerez mit Platz 2 und seinem vierten Sieg die Supersport-WM 2026 als Gesamtdritter zu beenden.
«Nach Cremona hatte sich unsere Situation stark verändert – wir haben lange auf diesen Moment hingearbeitet. Wir machten eine schwierige Zeit durch und kaum jemand hatte damit gerechnet, dass wir so durchstarten würden. Wir haben einen fantastischen Job abgeliefert», sagte Alcoba
Seit ihrem Debüt 2025 ist die Yamaha R9 in der Supersport-WM mit zwei Fahrerweltmeisterschaften in Folge ungeschlagen. Wie lief für den Spanier der erste Test mit dem Dreizylindermotorrad? «Irgendwie surreal, weil ja auch die Reifen anders sind – von Pirelli zu Michelin. Sie fühlen sich anders an, auf mich machen sie einen guten Eindruck. Was aber stimmt, dass sich das Motorrad damit verändert», erklärte Alcoba. «Wir müssen grundlegende Dinge herausfinden, zum Beispiel in welchem Temperaturfenster sie am besten funktionieren, welchen Einfluss sie auf die Balance haben oder wie sich nach ein paar Runden anfühlen. Aber das sind Faktoren, die für alle Fahrer gleich sind. Wer sich am besten und schnellsten umstellt, kann zu Saisonbeginn einen Vorteil haben.»
Nachdem Alcoba bei den letzten drei Meetings der erfolgreichste Fahrer war, kann in seinem neuen Umfeld nur der Titelgewinn das Ziel für die Supersport-WM 2027 sein. «Natürlich. Dafür hat mich das Team verpflichtet und deswegen habe ich bei ihnen unterschrieben», sagte der Yamaha-Pilot selbstbewusst. «Ich komme mit dieser Erwartungen klar – der Druck lässt mich fokussierter sein. Das Jahr 2026 habe ich mehr oder weniger bereits abgehakt und bereite mich auf die neue Saison vor.»
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