Lucas Mahias über das Geheimnis von Magny-Cours: «Man riskiert einen Sturz»
Seit 2003 gastiert die seriennahe Weltmeisterschaft auf dem Circuit de Nevers in Magny-Cours. Was die Traditionspiste so heikel macht, erklärt Supersport-Ass Lucas Mahias (Yamaha).
Im Teilnehmerfeld der Superbike-Kategorie fehlt zwar ein Franzose, dafür stehen in der Supersport-WM gleich fünf in der Startaufstellung – Stammfahrer sind Valentin Debise (ZX Moto), Lucas Mahias (Yamaha) und Corentin Perolari (Honda). Dazu tritt das französische MV‑Agusta-Team Flembbo mit Lokalmatador Samuel Di Sora anstatt mit dem erfolglosen Jacopo Cretaro an und das Yamaha-Team GMT94 organisiert den Gaststart von Mathieu Gines.
Was alle gemein haben: Motivation bis in die Haarspitzen und erstklassige Streckenkenntnisse. Letzteres betrifft die Eigenarten des bei Nässe sehr rutschigen Asphalts, aber auch die Linienwahl. Denn der Circuit de Nevers hat ein technisch anspruchsvolles Layout, das keinen natürlichen Rhythmus zulässt. Oft geht es mit sehr hohem Tempo auf die langsamsten Kurven der gesamten Saison zu, zum Teil auch bergab. Zum Beispiel am Ende der Gegengerade, eingangs der 'Adelaide'-Spitzkehre. Dort bremst man von 290 km/h auf unter 50 km/h herunter. Verbremser und rennentscheidende Manöver sind an dieser Stelle vorprogrammiert.
Für Mahias – Magny-Cours-Sieger 2019 und 2020 – sind die schnellen Kurven 1 bis 3, die zur ikonischen Adelaide hinführen. Dort muss von 290 km/h auf 50 km/h verzögert werden. «Man fährt die erste Kurve innen an und lässt sich danach etwa 1,5 Meter hinaustreiben und wählt seinen Scheitelpunkt. Wenn man zu nah an der weißen Linie ist, ist man schon etwas zu weit und riskiert einen Sturz», erklärte der Franzose. «Das ist kein einfacher Abschnitt. Man könnte meinen, es sei einfach nur eine Kurve mit Vollgas, aber man muss die perfekte Linie fahren.»
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