Euro Moto Supersport
Euro Moto Nürburgring: Geiger greift mit Doppelsieg in Richtung SSP-Titel
Den Euro-Moto Event auf dem Nürburgring nutzte auch Lucy Michel für einen Gaststart. Die einzige Deutsche in der Frauen-Motorrad-WM WCR überbrückte so ihre sonst dreimonatige Rennpause.
In Donington Park fuhr Lucy Michel, die einzige Deutsche in der Frauen-Motorrad-Weltmeisterschaft WCR, zuletzt in ihrer Kerndisziplin zum zweiten Mal in diesem Jahr in die Punkte. Platz 12 unter 24 schnellen Frauen gab Anlass zur Hoffnung auf weitere gute Resultate 2026, nur leider sind die Möglichkeiten dazu arg begrenzt. Auf das Meeting in Großbritannien Mitte Juli folgt für die Rennladys lediglich noch das WSBK-Finale vom 16. bis 18. Oktober in Jerez de la Frontera. Damit bleibt die 21-jährige Sächsin, im Gegensatz ihrer vielen wesentlich öfter fahrenden Konkurrentinnen, in ihrem Dilemma von zu wenigen Kilometern gefangen.
Um dem wenigstens einigermaßen entgegenzuwirken, bekam sie kurzfristig die Möglichkeit, auf dem Eifelkurs in der Euro Moto Sportbike mitwirken zu können. «Wir haben ja zwischen Donington und Jerez über drei Monate Pause. Da bin ich echt glücklich, dass ich noch einmal eine gute Rennsimulation bekommen habe. Wir wussten natürlich, dass ich nicht vorn landen werde, aber ich bin froh hier gewesen zu sein und ein paar gute Kilometer gesammelt zu haben», meinte sie im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.
Ebenso nutzte die mit etlichen Wochenenddiensten als medizinische Technologin für Radiologie in einem Krankenhaus zeitlich stark limitierte Lucy Michel zwei Wochen vor dem Nürburgring-Ausflug ein Pit-Bike-Rennen. Da brachte sie bei einem losen Gespräch mit Knut Beinlich, Teamchef von BRT mit Sohn Christoph in der Euro Moto Superbike, zum Ausdruck, dass sie in Assen gern einen Gaststart gemacht hätte. Wie es manchmal so kommt, gab ein Wort das andere und Knut Beinlich organisierte für Lucy einen Gaststart in der Eifel. Über Umwege kam sie schließlich an die Yamaha R7 des während der Saison innerhalb des Teams Apreco-Yamaha in die Supersport-Klasse gewechselten Australiers Max Stauffer.
«Dass Knut, quasi hinter meinem Rücken, aktiv wurde, habe ich gar nicht gewusst. Aber anderthalb Wochen vorm Nürburgring habe ich dann konkret weiter rumtelefonieren sollen. Erst am Montag vor dem Rennen, also sehr, sehr kurzfristig, wusste ich erst Bescheid, dass ich fahren kann. Dann hat mir mein Arbeitgeber nicht frei geben wollen. Mit Ach und Krach habe ich ab Donnerstagmittag frei bekommen.»
Außer, dass sie vorher noch nie auf dem Nürburgring gefahren war, musste sie sich auch beim Motorrad auf ein paar Abweichungen gegenüber dem ihr vertrauten Bike einstellen. Dazu erklärte sie: «Das Motorrad hat einen Blipper, eine andere Elektronik und ein paar PS mehr als mein WM-Motorrad.»
Nachdem die Erzgebirgerin wegen ihrer späten Anreise den zusätzlichen Testtag Donnerstag versäumte, das an jenem Nachmittag stattfindende Riders Briefing verpasst und dafür 50 Euro «Extra-Startgeld» berappt hatte, belegte sie in den beiden Rennen jeweils am Ende des Feldes die Plätze 14 und 13. Ob der abgespulten Kilometer war sie aber keinesfalls unzufrieden.
Ende September absolviert sie in Jerez noch einen Test und will auch damit das Bestmögliche aus ihrer verkorksten Situation machen. «Der Gaststart auf dem Nürburgring war ein Beispiel dazu.»
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