Schlag in die Magengrube: Warum die BMW-Piloten in Magny-Cours strauchelten
Obwohl das Superbike-Werksteam ROKiT BMW einen Test auf dem Circuit de Nevers Magny-Cours absolvierte, war ein zwölfter Platz von Danilo Petrucci das beste Ergebnis – Spaß hatte der Italiener nicht.
Nach dem Wechsel von Toprak Razgatlioglu in die MotoGP verläuft die Superbike-WM 2026 für BMW enttäuschend. Das hat verschiedene Gründe, insbesondere die langwierigen Verletzungen von Miguel Oliveira (Sturz in Balaton Park) und Danilo Petrucci (Sturz in Most). Zur Wahrheit gehört aber auch, dass bisher nur der Superstar aus der Türkei die Stärken der M1000RR maximieren und die Schwächen mit seinem Talent kompensieren konnte. Das neunte Saisonmeeting auf dem Circuit de Nevers Magny-Cours war ein weiterer Tiefpunkt.
Dabei kam das Werksteam ROKiT BMW eigentlich gestärkt und perfekt vorbereitet aus der fast zweimonatigen Sommerpause. Beide Piloten waren gesund und bei einem vorgelagerten Test wurden bereits Abstimmungsdaten generiert, mit denen man auf ein erfolgreiches Rennwochenende in Frankreich hoffte – das Gegenteil war der Fall. Im Qualifying war Startplatz 17 durch Petrucci das beste Ergebnis. Der Italiener sorgte mit Platz 12 im zweiten Lauf auch für das beste Rennfinish in den Punkterängen – von nur 15 Piloten in der Wertung. Im selben Rennen wurde Oliveira Letzter. Der Portugiese wiederum wurde Zwölfter im Superpole-Race, in dem aber nur die Top-9 punkten.
«Leider konnten wir die starke Pace aus dem Test nicht ins Rennwochenende übertragen. Die deutlich niedrigeren Streckentemperaturen haben das Gripniveau stärker beeinflusst als erwartet», erklärte Christian Gonschor, Technischer Direktor BMW Motorrad Motorsport. «Das Team und die Fahrer haben alles versucht, die Bikes darauf abzustimmen, aber wir müssen nun analysieren, wie wir künftig besser auf solche Veränderungen der Bedingungen reagieren. Ein Faktor war auch, dass die Superpole sehr unglücklich verlaufen ist. Das hat das restliche Wochenende extrem negativ beeinflusst, denn von diesen Startpositionen ist es noch schwieriger.»
Dass ausgerechnet der bisher so strauchelnde Petrucci in Magny-Cours stärker war, überraschte, zumal die Zusammenarbeit von BMW und dem 35-Jährigen nach nur einer Saison enden wird – am Wochenende in Frankreich wurde das auch offiziell bestätigt.
«Ich bin mit Rennen zwei zufrieden», sagte Petrucci. «Wie ich den Jungs gesagt habe: Es ist schade, dass wir so hart arbeiten, wirklich alles geben und am Ende nur Rang zwölf holen – das ist nicht die Position, auf der wir sein wollen. Aber die Crew glaubt an mich, ich vertraue der Crew, und wir arbeiten extrem hart. Ich habe wirklich mein Bestes gegeben, insbesondere im zweiten Lauf. Die Pace war nicht schlecht, und wir konnten in beiden Hauptrennen Punkte holen. Es ist schwierig zu sagen, dass ich Spaß daran habe, aber zumindest war meine Pace ziemlich konstant. Das motiviert mich für Cremona.»
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