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Technikfeuerwerk für Rückwärtsrolle: Ferrari mit manueller Schaltung

Ferraris ikonische offene Schaltkulisse feiert ihre Rückkehr: Der 12Cilindri Manuale kommt mit einem Doppelkuppler, der eine manuelle Getriebeschaltung imitiert - samt Kupplungspedal und Abwürgen!

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«Revisionismus, der: Steht für Versuche, eine als allgemein anerkannt geltende (…) Position zu überprüfen, in Frage zu stellen, neu zu bewerten.» Eine solche Bewegung findet derzeit auf vier Rädern statt, besonders zu beobachten im Hochpreis-Segment.

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Für einige Jahre waren Hochleistungs-Sportwagen mit mehreren Turbos oder gar futuristische Elektro-Sportwagen und Limousinen à la Rimac oder Porsche Taycan höchst erfolgreich. Diese Fahrzeuge hatten mehrere Touchscreens eingebaut, was den Besitzern ermöglichte, die eigene Progressivität zur Schau zu stellen.

Das ist vorbei, längst hat eine Gegenbewegung eingesetzt. Im Luxus-Segment ist wieder «in», was analog ist. Das betrifft nicht nur den Antrieb, wo vielzylindrige Verbrennungsmotoren wieder zelebriert werden. Auch die Bedienungsoberflächen werden entsprechend gestaltet. Bugatti beispielsweise hat seine Instrumentierung beim passend «Tourbillion» genannten Chiron-Nachfolger einem Schweizer Uhrwerk nachempfunden.

Doch die Krone der Skurrilität setzt sich Ferrari auf: Die Italiener präsentierten am 3. Juli den «12Cilindri Manuale», eine auf 1.499 Einheiten limitierte Sonderserie des V12-GranTurismo. Das «Manuale» steht für die manuelle Bedienung des Getriebes, samt offener Schaltkulisse wie bei den klassischen Ferraris. Diese wurde seit dem Auslaufen des Modells California in neuwagen nicht mehr verbaut.

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Bei den Zwölfzylinder-GT-Modellen war der 599GTB Fiorano vor knapp zwanzig Jahren das letzte Modell, das die Werkhallen mit manuellem Getriebe verließ. Das Auslaufen der manuellen Schaltung begründete Ferrari seinerzeit mit mangelndem Kundeninteresse. Seither hat sich in Maranello das Doppelkupplungsgetriebe mit Schaltpaddeln hinter dem Lenkrad durchgesetzt - bis zum 12Cilindri Manuale.

Doch anders als dessen Name und die Gestaltung der Schaltung im Innenraum suggerieren, ist kein klassisches manuelles Getriebe verbaut, sondern weiterhin ein automatisiertes Doppelkupplungsgetriebe. Im Fussraum des Fahrers befindet sich trotzdem ein drittes Pedal. Dieses imitiert mittels elektrischer Aktuatoren die Wirkweise eines Kupplungspedals. «Clutch by Wire» nennen die Italiener das. Mittels ausgeklügelter Kinematik, Rastpunkten und Lastwechseln sollen Synchronisations- und Einkuppel-Moment nachgebildet werden. Das geht so weit, dass es bei Fehlbedienung zu Ruckeln und sogar Abwürgen kommen kann.

Mit der klassischen Schaltkulisse kann der Fahrer sechs der acht Vorwärtsgänge und den Rückwärtsgang anwählen, das Getriebe selbst bleibt dabei in seiner Arbeitsweise unverändert. In der Mittelkonsole lassen sich alternativ Rückwärtsgang, Leerlauf und Vorwärtsgang auch per Taste ansteuern, um einen reinen Automatikmodus zu verwenden - wie das Aston Martin baut.

Äußerlich erkennbar ist der «Manuale» nur an Schriftzügen. Auch am Motor ändert sich nichts. Das bedeutet weiterhin die Verwendung des frei saugenden 6,5-Liter-V12 mit 830 PS, der bis zu 9.500/min drehen darf. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt bei «über 340 km/h», vom Stillstand auf Tempo 100 vergehen knapp 3 Sekunden. Die technische Basis bleibt, ebenso das Elektronikarsenal: Side Slip Control, ABS evo in allen Manettino-Positionen, ein elektronisches Differenzial, ein PCV 3.0 genannter virtueller kurzer Radstand, magnetorheologische Dämpfer und derlei mehr.

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Was sich sehr wohl ändern wird, ist, wenig überraschend, der Preis. Diesen nennt Ferrari zwar bislang nicht, er wird sich aber deutlich oberhalb des regulären 12Cilindri bewegen. Und dieser steht bereits, je nach Markt, bei rund 400.000 € in den Preislisten.

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