Euro Moto Superbike
Lukas Tulovic beim Race of Champions in Misano: «Das war der Hammer»
Die Euro Moto hatte nach dem Hitze-Rennen in Most Pause. Stattdessen traten zahlreiche Piloten die Reise ins japanische Suzuka zum dritten Langstrecken-WM-Lauf an. Mit Erfolg und Niederlagen.
Lennox Lehmann aus der Euro Moto Supersport und Hannes Soomer aus der Euro Moto Superbike waren kaum in Suzuka gelandet, da mussten sich auch schon wieder die Heimreise antreten. Beide hatten sich im Training zum dritten Laut der Endurance-WM verletzt. Lehmann an der Hand und Soomer an der Schulter. Beide sind inzwischen in ihrer jeweiligen Heimat in ärztlicher Behandlung und bemühen sich, beim nächste Euro Moto-Lauf in Oschersleben Ende des Monats wieder fit zu sein.
Für Marcel Schrötter, in der Euro Moto für das Team GERT56 am Start, endete die die Reise vorzeitig. Ein nach einem Sturz stark geschwollenes linkes Knie zwang den 33-Jährigen, das Handtuch zu werfen. Mit nur zwei Fahrern, Kenny Foray und Schrötters Euro Moto-Kollege Jan-Ole Jähnig, belegte das ERC Endurance-Team am Sonntag den 22. Platz in der Gesamtwertung.
«Leider war es nicht das Suzuka-Wochenende, das wir uns erhofft hatten», meinte Schrötter nach dem vorzeitigen Aus. «Bis einschließlich der Qualifyings lief es insgesamt ganz gut. Ich war auch ein wenig überrascht, wie gut die japanischen Dunlop-Reifen funktionierten, denn für mich war es das erste Mal mit diesen Reifen in Suzuka. Das Gefühl damit und für das Motorrad war wirklich gut. Aber im Vergleich zu unseren Reifen in Europa gibt es einen Unterschied, sowie die Konkurrenz am Reifensektor, vor allem hier in Suzuka, eine eigene Macht ist. Trotzdem war ich mit meiner Rundenzeit im Qualifying zufrieden und hatte das Gefühl, dass noch etwas mehr Potenzial drin war. Ich denke, dass meine 2.05,9 min die bislang schnellste Rundenzeit mit Dunlop-Reifen bei Suzuka-Bedingungen war. Leider reichte es trotzdem nicht, um unsere Position in der Gesamtwertung der Qualifyings zu verbessern. Hinzu kam, dass wir beim Nachttraining am Freitagabend ein technisches Problem hatten, das zu einem Sturz führte. Dabei habe ich mir dummerweise das linke Knie hart angeschlagen oder irgendwie verdreht. Ich spürte sofort starke Schmerzen und mein Knie ist stark angeschwollen, und ich hatte keine Chance, am Rennen teilzunehmen.»
Für Jonas Folger, der in Most noch als KTM-Testpilot einen Start bei der Euro Moto Supersport absolviert hatte, war sein zweiter Start bei dem wohl prestigeträchtigsten Langstreckenrennen erneut nicht nur ein unvergessliches Erlebnis, sondern auch sportlich gesehen ein Erfolg, da er mit dem japanischen Team S-Pulse Dream Racing Suzuki den elften Platz in der Gesamtwertung belegte.
Trotz schwieriger Bedingungen war der 32-jährige Jonas Folger erneut von Suzuka und den Ereignissen während der Rennwoche in Japan begeistert. Er sich das GSX R1000R Superbike mit dem Japaner Sho Nishimura und dem Franzosen Jérémy Guarnoni.
In der Schlussphase wurde das Rennen aufgrund von starkem Regen durch eine Safety-Car-Phase neutralisiert. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Folger und sein Team bereits den elften Platz gesichert. «Das Wetter war in den letzten beiden Tagen sehr wechselhaft, und der starke Regen während des Rennens war eine echte Hürde, die wir aber gut gemeistert haben», fasst er seine Reise zusammen. «Das Schwierigste war, sich so schnell wie möglich darauf einzustellen, und vor diesem Hintergrund ist der elfte Platz wirklich gut. Wenn man bedenkt, dass die Top-Teams und ihre Fahrer zuvor bereits acht bis zehn Testtage unter den unterschiedlichsten Bedingungen absolviert hatten, ist unsere Leistung ziemlich bemerkenswert. Ich denke, wir können damit zufrieden sein.»
«Ohne die Zeitverluste durch die Safety Car-Phasen wäre ein Platz unter den Top Ten sehr wahrscheinlich gewesen. Aber wir haben uns in diesen wenigen Tagen als starkes Team zusammengeschlossen, und unsere Fahreraufstellung mit Sho und Jérémy, war wirklich gut. Vielleicht ergibt sich im nächsten Jahr die Gelegenheit, vor der Rennwoche an einem Test teilzunehmen, was aus der Sicht von uns Fahrern ein riesiger Vorteil wäre. Denn wenn wir dadurch unsere Pace durch etwas mehr Vorbereitung um bis zu eine Sekunde verbessern können, reihen wir uns nicht nur weiter vorne in der Startaufstellung ein, sondern sind während des Rennens auch näher an den Top-Teams, was uns natürlich hilft, einen besseren Rhythmus zu finden und am Ende der acht Stunden ein paar Plätze höher abzuschließen.»
«Insgesamt gibt es bei unserer Vorbereitung noch Verbesserungspotenzial, aber angesichts der Möglichkeiten, haben wir uns gut geschlagen», so Folger. «Letztendlich hatte ich wieder unglaublich viel Spaß; die Atmosphäre war großartig, und ich habe Suzuka erneut sehr genossen. Ich freue mich darauf, hoffentlich nächstes Jahr wieder die Gelegenheit dazu zu haben.]
Markus Reiterberger, in der Euro Moto Superbike für das Team Masteroil-alpha-Van Zon BMW unterwegs, kassierte mit seinen Teamkollegen Michael van der Mark und Steven Odendaal kräftig ab. Das Team hat mit der #37 BMW M 1000 RR den dritten Rang und damit den ersten Podiumsplatz für einen europäischen Hersteller bei den Suzuka 8 Hours (J) geholt. Der japanische Langstreckenklassiker wird seit 1978 ausgetragen, und bisher gelang es keiner europäischen Marke, auf das Podest zu fahren – bis zur Auflage 2026.
«Endlich haben wir in Suzuka den Sprung aufs Podium geschafft», freute sich Reiterberger. «Ich bin schon seit vielen Jahren mit diesem Motorrad und diesem Team hier und jetzt haben wir es endlich geschafft. Herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team, sie haben sich diesen Erfolg wirklich verdient. Es war ein langer und harter Weg. Wir hatten auf trockene Bedingungen gehofft, denn ich glaube, dann wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Im Regen war es für uns nicht ganz so einfach. Das Team hat einen herausragenden Job gemacht, und wir sind im Kampf um die Weltmeisterschaft wieder voll dabei und das ist das Wichtigste.»
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.