Es ist Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet am Tage seines größten Triumphs Roczens Absage des MXoN vom DMSB-Teamchef Wolfgang Thomas offiziell verkündet wurde.
Welche Schreckens-Szenarien wir über die neue Formel 1 alle gehört hatten. Stattdessen haben wir in Australien einen unterhaltsamen Grand Prix erlebt. Wo stehen wir mit diesen neuen Rennwagen?
"We finally made it", erklärte der neue US-Champion Ken Roczen (Suzuki) mit Tränen in den Augen auf dem Podium in Budds Creek, als er das 'number one plate' des Meisters in den Händen hielt - bejubelt von seinen amerikanischen Fans.
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Ein unvergesslicher, emotionaler Moment von Größe! Auch die deutschen Fans jubelten vor ihren Bildschirmen zu Hause. Doch dieser Jubel hatte einen bitteren Beigeschmack, denn am gleichen Tag, an dem die Lichtgestalt des deutschen Motocross-Sports zum zweiten Mal nach 2014 die Lucas Oil Pro Motocross Championship für sich entscheidet und sich als erster Nicht-Amerikaner, der diese Meisterschaft mehrmals gewinnt, in die Geschichtsbücher einträgt, wird im schwäbischen Gaildorf seine Absage für die Teilnahme am Motocross der Nationen offiziell verkündet!
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Aber deswegen verliert sie nicht an Brisanz. Deshalb wird sie für den deutschen Motocross-Sport nicht weniger schmerzhaft! Deswegen richtet sie nicht weniger Schaden an!
Welche sportliche Größe wäre es gewesen, wenn dieses fahrerische Ausnahme-Genie am Tag des Gewinns der US-Outdoors sein Bekenntnis zu seiner Herkunft, zu seinen deutschen und europäischen Fans und zu seiner Heimat bekundet hätte! Bis zuletzt hatten wir in Deutschland darauf gehofft, doch allein der Wunsch war Vater des Gedankens.
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Roczen entschied sich anders. Leider. So groß sein heutiger Erfolg ist, so historisch, so einmalig: Es liegt ein dunkler Schatten über ihm! Ein Schatten, an den sich die deutschen Fans möglicherweise länger erinnern werden als an seine überragende Leistung, dessen Krönung er heute in Budds Creek so berührend zelebrierte. Das ist eine Tragödie. Eine Tragödie für alle Seiten, ein Szenario, das nur Verlierer kennt und keine Gewinner: Eine klassische 'lose-lose'-Situation. Am Tage seines größten Triumphs wird Roczens außergewöhnliche Leistung durch sein eigenes persönliches Versagen geschmälert, die deutsche Nationalmannschaft entscheidend geschwächt.
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In Maggiora hätten seine Fans den heutigen Erfolg frenetisch feiern können. Das wäre nicht nur Geschichte gewesen, sondern 'Großes Kino', egal, ob Deutschland an dem Tag das MXoN gewonnen hätte, oder nicht. Diese einmalige Chance hat Ken Roczen nun aber vertan.
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