Offiziell: Chase Sexton verlässt Kawasaki, seine Zukunft ist ungewiss
Nach dem Zerwürfnis im Sommer erfolgte nun die offizielle Bekanntgabe der Trennung: Chase Sexton verlässt das Kawasaki-Werksteam. Wohin er wechseln wird, ist derzeit ungewiss.
Das Kawasaki-Werksteam in den USA macht eine harte Zeit durch. Unmittelbar nach der Saga um Jorge Prado, der mit dem grünen Motorrad nicht zurechtkam, rückte der Abflug Chase Sexton in die Schlagzeilen. Sexton flog beim Pressetag von Thunder Valley (Colorado) mit der Folge eines Kreuzbandrisses ab und machte das Motorrad dafür verantwortlich. Das Team widersprach öffentlich und erklärte Sexton mit einem süffisanten Unterton die Funktion einer Kupplung. Zwar besteht nach Streits dieser Art immer auch die Hoffnung, dass Zeit auch Wunden heilt, aber das Zerwürfnis zwischen Fahrer und Team war am Ende nicht mehr zu retten. Es kam, wie es kommen musste: Sexton verlässt das Kawasaki-Werksteam. Für das Team ist es ein Déjà-vu, denn vor einem Jahr stieg auch Jorge Prado vorzeitig aus seinem Vertrag aus.
Natürlich erfolgt der Abschied mit den üblichen Höflichkeitsfloskeln: «Ich möchte nur Danke sagen», erklärte der 27-Jährige. «Ich bin allen Beteiligten für ihren Einsatz sehr dankbar und wünsche dem Team und allen Mitarbeitern für die Zukunft alles Gute.»
Sextons Zukunft hängt auch von Roczens Entscheidung ab
Viele Optionen hat Sexton derzeit nicht: Die großen Werksteams sind gesetzt. Nach dem Karriereende von Eli Tomac wäre möglicherweise dort wieder ein Platz frei, aber mit Jorge Prado und Lucas Coenen ist das Team bereits aufgestellt, und sein Verhältnis zum Team galt ebenfalls als angespannt. Derzeit kursieren Gerüchte, dass Lucas wieder auf die 250er umsteigen soll, doch in der 250er-Klasse hat KTM bereits 4 Fahrer verpflichtet: Julien Beaumer, Sacha Coenen, Ryder DiFrancesco und Daxton Bennick. Dazu kommen Jorge Prado und Lucas Coenen. Honda ist mit den Lawrence-Brüdern gesetzt, bei Star Racing Yamaha ist Haiden Deegan die klare Nummer Eins. Das Husqvarna-Werksteam wurde abgewickelt. HEP Suzuki hat Justin Barcia unter Vertrag genommen. Ob Ken Roczen 2027 weitermacht, steht in den Sternen. Doch davon könnte nun tatsächlich Sextons Zukunft abhängen. Wenn Roczen seinen Helm an den Nagel hängt, könnte Sexton dort seinen Platz einnehmen. Bei Ducati ist derzeit nur RJ Hampshire bestätigt. Ansonsten kämen für ihn nur noch Satelliten-Teams wie Quad Lock Honda oder PRMX Yamaha infrage, denn die chinesischen Hersteller ZXMoto, Kove und JHL haben ihr US-Engagement nicht begonnen.
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