Führung ausgebaut: Toyota-Pilot Solberg steht vor Triumph bei Rallye Chile
Der Schwede liegt mit 19,1 Sekunden vor dem Finaltag des 12. Rallye-WM-Laufs vorne. Seine Teamkollegen Elfyn Evans und Sebastien Ogier konkurrieren in einem engen Duell um Platz zwei.
Solberg, im ersten Jahr als Vollzeitfahrer in der Rally1-Kategorie, steht nach den Triumphfahrten in Estland 2025 und der diesjährigen Rallye Monte Carlo, vor seinem dritten WM-Lauf-Sieg. Vier herausfordernde Wertungsprüfungen über 71,2 Kilometer trennen den 24-jährigen noch vom Erfolg.
Der Blondschopf bekannte indes, dass er am Sonntag nicht auf Sicherheit fahren will um zu gewinnen. In Hinblick auf seine WM-Ambitionen möchte er wichtige Zusatzpunkte einheimsen und freut sich ganz besonders auf die abschließende Power Stage-Prüfung.
Die Rallye Chile taugt Solberg besonders, denn im Vorjahr konnte er diese in der WRC2-Wertung gewinnen und zementierte so zusammen mit seinem Beifahrer Eliott Edmondson im Toyota Yaris Rally2 vorzeitig den WM-Titel.
Vor den sechs Samstagwertungsprüfungen lagen Solberg, Evans und Ogier und Adrien Fourmaux kaum auseinander.
Ogier startete am Vormittag eine Aufholjagd mit den Bestzeiten auf den ersten beiden WPs. Solberg gewann die dritte Prüfung vor dem Mittagsservice und hatte einen Vorsprung von 10,1 Sekunden auf WM-Spitzenreiter Evans. Hyundai-Fahrer Fourmaux lag 18,1 Sekunden zurück, der amtierende Weltmeister Ogier 20 Sekunden.
Die zweite Tageshälfte wiederholte mit zwei WP-Siegen von Ogier und einem von Solberg die Ergebnisse des Vormittags.
Ogier konnte auf WP10 Fourmaux überholen. Die Strategie von Fourmaux war es auf der WP12, der längsten WP der Rallye, entscheidende Zeit zurück zu gewinnen.
Der Franzose entschied sich für drei Reifen mit weicher Mischung und nur einem mit harter Mischung – doch das Risiko ging nach hinten los. Fourmaux verlor auf dieser Wertungsprüfung 8,2 Sekunden auf Ogier und beendete den Tag mit einem Rückstand von 10,7 Sekunden. Zum Zeitverlust trug auch ein Schaden am Frontsplitter bei.
Ogier machte plötzlich auch Druck auf Evans, der mit einem Vorsprung von nur 0,3 Sekunden in die letzte Wertungsprüfung des Tages startete.
Der Waliser konnte Ogiers Angriff aber abwehren und schlug seinen Teamkollegen auf der WP12 um eine Sekunde. So geht er mit einem Vorsprung von 1,3 Sekunden in den Sonntag.
Rallye-Spitzenreiter Solberg hingegen fuhr die Samstag-Schlussetappe grandios und gewann diese mit 3,7 Sekunden Vorsprung vor allem mit Zeitgewinn im letzten Bergababschnitt.
Toyota-Youngster Sami Pajari liegt auf dem fünften Platz mit 44,4 Sekunden Rückstand hinter dem Viertplatzierten Fourmaux.
Der Finne Esapekka Lappi (Hyundai) klassierte sich auf dem sechsten Platz vor Josh McErlean im M-Sport Ford.
WRC2-Spitzenreiter ist Yohan Rossel (Lancia), der mit einen Vorsprung von 58 Sekunden auf den Meisterschaftsführenden Skoda-Piloten Robert Virves führt.
Ex-Weltmeister Thierry Neuville schied nach einem Überschlag mit seinem Hyundai gleich auf der ersten Wertungsprüfung des Tages aus. Der Belgier wird am Sonntag nicht mehr starten.
Fünf Rallye-Teams waren am Freitag in schwere Unfälle verwickelt gewesen. Diese verliefen für die Insassen zumeist glimpflich. Lediglich Topi Luhtinen, der Beifahrer von Yuki Yamamoto aus dem Toyota’s WRC Challenge Program, befindet sich nach einer Rückenverletzung und einer notwendigen Operation noch im Krankenhaus.
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